Berlin, Du nervst.

Berlin

Es ist nicht Deine Schuld, Berlin, dass wir beide miteinander nicht klarkommen. Du wirst sagen, dass es viel mehr über mich aussagt, als über Dich. Vermutlich hast Du recht – so? Ich gebe mir jedenfalls wirklich jedes Mal redlich Mühe, Dich zu mögen. Das vielfältige Angebot an Speisen aus der ganzen Welt, die freundlichen Preise für ebendiese, die Spätis, Cafés und außergewöhnlichen Clubs. Ich ermahne mich all das und mehr auf Deinem Haben-Konto zu verbuchen. Akribisch, denn man will ja nicht ungerecht sein. Eine Weile geht das gut, insbesondere dann, wenn die Sonne scheint. Aber so sehr ich mich auch abmühe, großzügig mit Dir zu sein, es kommt irgendwann immer dieser Punkt, da kippt die Stimmung und Du nervst und zwar volles Programm. Dann bist Du mir nur noch zu groß, zu laut, zu versifft, zu verhuscht, zu Hipster, zu gechillt und einfach zu überall. Und dann bekomme ich die schlechteste Laune, die zu bekommen ich in der Lage bin und muss heim, am liebsten sofort. Keine andere Stadt hat es je geschafft, mich so an meine Grenzen zu führen wie Du, Berlin. Und trotzdem, nein – gerade deshalb, komme ich jedes Mal gerne wieder.

14 Elf-Fragen

Ich habe zwar noch nie nicht ein Stöckchen apportiert und hier abgeworfen, aber wenn die Frau Sero es wirft, dann wälze ich mich dazu auch noch kurz im Dreck und wedle mit dem Schwanz. [Keine Ahnung, wie Ihr jetzt aus dem Gedankengefängnis wieder herauskommt, aber ihr schafft das schon.] Los geht’s also:

Sero frug:

1. Wie hast Du Deinen ersten Kuss Korb erlebt? (receiving)

Ich habe ihn offensichtlich erfolgreich verdrängt.

2. Wie hast Du Deinen ersten Kuss Korb erlebt? (giving)

Ich war sehr minderjährig und mit einem Jungen, der meinen Willstdumitmirgehenjaneinvielleicht-Zettel mit „ja“ beantwortet hatte im Kino. Ich trug eine zitronengelbe Satinbluse und dazu passende Schuhe und wir saßen „Loge“. Irgendwann im Film („Gib Gas – ich will Spaß“?) kniff er mir neckisch in den Po. Ich war entrüstet und machte umgehend Schluss.

3. Wenn Du nochmal zurück könntest, worum würdest Du Deine erste Grundschullehrerin (m/w) bitten?

Dass sie öfter ihr schönes Lächeln lächelt.

4. Zahnseide oder Munddusche?

Zahnseide

5. Notlüge oder bittere Wahrheit

Notlüge (giving), bittere Wahrheit (receiving)

6. Hütchenspiel oder Skat

Ich werde Skat niemals kapieren. Hütchen kann ich.

7. Musical oder Oper?

Oper. Wegen meines Hangs zum Dramatischen.

8. Nachschlag oder Nachtisch?

Nachschlag beim Nachtisch.

9. Wenn Du eine Sache an Deinem Körper ändern könntest, welche wäre das?

Ich würde trotz 8. gerne weniger zum Bauchen neigen. Ich könnte den überflüssigen Pfunden aber anbieten, sich alternativ am Brustkorb anzusiedeln.

10. Wenn Du eine Sache an Deinem Charakter ändern könntest, welche wäre das?

Ich wäre gerne mutiger. In allem.

11. Wenn Dir ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen würde, Dich – anstatt zu arbeiten – einer Aufgabe zu widmen – welche wäre das?

Meine Dissertation. Wyssen-Voß kann man eigentlich nur mit akademischen Titel heißen.

12. Deine größte irrationale Angst ist …?

Ich habe ausschließlich rationale Ängste, z.B. dass ich vom Blitz erschlagen werde oder mit dem Flugzeug abstürze.

13. Gibt es einen Film, den Du immer wieder gucken kannst?

Seven. Er hat genau die richtige Dosis Brad Pitt und Splatter.

14. Wie stehst Du zu Deinen Füßen?

Wir tragen uns gegenseitig mit Fassung.

Allen, die wollen, oder nicht anders können, kredenze ich nun auch noch elf Fragen, die mir schon immer auf den Nägeln brannten. Nominieren will ich ganz frech Frau Liller und Das Nuf.

1. Die beste schlagfertige Antwort, die Dir leider zu spät in den Sinn kam, war …. auf ….?

2. Bist Du schon mal im Kino eingeschlafen und wenn ja, bei welchem Film?

3. Taube oder Spatz?

4. Familie bedeutet für mich…

5. Wirst Du heute noch rot, wenn Du an Dein peinlichstes Erlebnis denkst?

6. Conny oder Biggi?

7. Fernreise oder Naherholung?

8. Wenn ich nicht bloggen würde, würde ich die Zeit für …. nutzen.

9. Rühr- oder Spiegelei?

10. Wofür oder -gegen hast Du bei Deiner ersten Demo protestiert?

11. Wie stehst Du zu Sting?

Unter Zugzwang

Zwar war das Wellness-Wochenende nicht unbedingt erholsam für die Nerven, aber der geschundene Körper ist doch einigermaßen zu seinem Recht gekommen. Und stundenlange Schwätzchen mit lieben Menschen, die man leider viel zu selten sieht, sind im Grunde ja auch eine Form von Wellness. Umso toller, dass wir Beide unsere Rückfahrten in verschiedene Himmelsrichtungen so gelegt hatten, dass wir zumindest einen Teil der Strecke noch gemeinsam hinter uns bringen konnten.

Verglichen mit seinem Kollegen auf der Hinfahrt, den wir mit unserem Transferwunsch offensichtlich beim Telefonieren gestört hatten, war der Taxifahrer auf der Rückfahrt wirklich zahm – vielleicht auch, weil ich ihm überdeutlich sagte, dass es schwangeren Frauen bei kurvenreichen Strecken im Fond gelegentlich sehr plötzlich sehr übel wird. Und dass das in so einem Taxi natürlich verheerende Folgen haben könne.

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Vorsicht, Wellness!

Zwar harmonieren Schwangerschaften und Jahrhundertsommeranwärter schon per se nicht besonders miteinander, aber es muss erst ein Wellnesswochenende des Weges kommen, um der pränatalen Erschöpfung noch die Prinzessinnenkrone aufzusetzen. Von der schier uferlosen Erholung, die solche, gerne mit Freundinnen verbrachten Kurzeisen ins benachbarte Ausland in Hochglanzprospekten oder auf Parallax geschwängerten Webseiten versprechen, fehlt indes jede Spur.

Es ist halt so: Als biologisch nicht mehr so ganz taufrische, angehende Zweifachmama (von Jungs, wohlgemerkt!) wacht man vielleicht eines nachts schweißgebadet mit der Erkenntnis auf, dass der Traum vom Durchschlafen schon in kurzer Zeit endgültig ausgeträumt sein wird. Hungrige Säuglinge werden zu schubsenden und tretenden Kleinkindern und wenn die dann endlich aus dem Gröbsten heraus sind, wartet die senile Bettflucht bereits auf ihren unermüdlichen Einsatz. Schnell bäumen sich Körper und Geist der Betroffenen ein letztes Mal auf und treffen eine folgenschwere Entscheidung: Ein Wellness-Urlaub muss her, bevor es zu spät ist.

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Mehr als Smørrebrød, Poffertjes und Porridge: Jungsmode aus Drumherumland

IMG_0583Als Jungsmama hat man vor allem ein „(Luxus)Problem“: Für Mädchen gibt es viel schönere Anziehsachen und noch dazu viel mehr Auswahl. Dass ich beim Anblick einer Klamotte für den kleinen Herrn ein lautes „Jö“ ausstoße passiert hingegen äußerst selten. Manchmal passiert es aber doch und weil das so selten der Fall ist und es anderen Jungsmamas möglicherweise ganz genau so geht, teile ich meine „Jö-Momente“ natürlich gerne.*

Beginnen wir unsere kleine Reise in den Niederlanden und fangen mit HEMA an. Die Kindersachen der holländischen Warenhauskette sind in eingefleischten Mama-Kreisen zwar schon lange ein Insidertipp, aber weil die Sachen wirklich schön und noch dazu preislich ok sind, dürfen sie auch in meiner Empfehlungsliste nicht fehlen. Das Problem bei HEMA: Es gibt zwar in einigen wenigen deutschen Städten Filialen, aber im Wesentlichen findet HEMA in Holland (und Belgien) statt. Das macht die Beschaffung etwas „tricky“, aber man kann das Shopping mit einem Trip an die Nordsee verbinden, Freunde und Bekannte aus dem Grenzgebiet einbinden (ich selbst habe glücklicherweise eine liebe Tante in Belgien, über die ich meine HEMA-Bestellungen loswerden kann) oder einfach unter dem Stichwort „HEMA“ bei Ebay oder Mamikreisel nach Angeboten Ausschau halten. Die Qualität der Sachen ist in der Regel so gut, dass man sie guten Gewissens auch aus zweiter Hand kaufen kann. Und der HEMA-Stil hat Wiedererkennungswert: Als ich neulich mit dem kleinen Herrn in einem HEMA-Body auf dem Spielplatz war, wurde ich gleich von mehreren mir unbekannten Müttern darauf angesprochen und sie alle ahnten, dass HEMA im Spiel war.

Weiter geht es nach Dänemark zu Smafolk. Bis zu dem Zeitpunkt als ich während einer kleinen innerstädtischen Radtour per (glücklichem) Zufall an einem Geschäft für skandinavische Kindermode vorbeikam, das ich natürlich umgehend entern musste, hatte ich von Smafolk noch nichts gehört. Im Laden gingen mir dann die Augen über und das Portemonnaie auf. Hätte nicht der Mann samt kleinem Herrn draußen gewartet und wären wir nicht eigentlich in der Mission „Eisdiele“ unterwegs gewesen, das Ganze hätte noch böse enden können. Denn die Sachen sind leider nicht nur bezaubernd, sondern auch nicht ganz günstig (also für Kindersachen, die man ja bekanntlich am Ende nicht lange nutzt.) Dennoch: Ein Jäckchen (im Bilde!) durfte (bisher) mit nach Hause kommen und freut sich darauf, dem kleinen Herrn ab Herbst/Winter treue Dienste zu leisten.

Auch die Briten lassen sich in Sachen Kindermode nicht lumpen, habe ich herausgefunden. Mir sind da z.B. die Sachen von Olive & Moss gleich ins Auge gesprungen. Weil sie einen hohen Niedlichkeitsfaktor haben, ohne (mir) zu kitschig zu sein. Ich habe da nämlich dieses Bärchentrauma, aber das nur am Rande. Bei uns gab es „Louis the lion“ als Sweater – mit richtigen Ohren, an denen sich hervorragend Schnullerketten anknipsen lassen

Nun habe ich Euch ein paar meiner babymodischen „Geheimnisse“ verraten. Jetzt seid Ihr dran :)

*(Dass alle von mir genannten Anbieter AUCH hinreißende Mädchensachen haben muss ich nicht erwähnen, oder?). 

Das große Einreihen

Schlange-stehenMünchen ist ein spezielles Pflaster: Es gibt hier an allen Ecken und Enden ein riesiges Angebot-Nachfrage-Problem. Für eine (überteuerte) Wohnung, steht man Schlange, weist ein fünfstelliges (für zwei Tage zusammengeliehenes) Sparguthaben nach und schreibt zur Not eine Belohnung aus. Eine Wohnung, bei der man nicht mindestens 50 Mitbewerber hat und für die man weder Provision noch hanebüchene Ablösen zahlen muss, hat ganz sicher einen anderen Haken, denn so etwas gibt es hier eigentlich nicht. Doch beim Wohnen hört der Wahnsinn natürlich nicht auf. Richtig lustig wird es hier, wenn man einen auf Familie machen will. Denn kaum ist der Schwangerschaftstest positiv, geht der Wahnsinn so richtig los:

Zur Entbindung muss man sich – zumindest in der angeblich besten Entbindungsklinik der Stadt* (und mal ehrlich, wer würde wenn er keine Ahnung hat, DAFÜR in die zweitbeste Klinik wollen?) – spätestens in der 8. Schwangerschaftswoche anmelden.

Natürlich wachsen auch die Hebammen hier nicht an den Bäumen und es versteht sich von selbst, dass die guten Geburtsvorbereitungskurse zum passenden Zeitpunkt schon ausgebucht sind. (Das gilt übrigens ebenso für die Rückbildung und die diversen Eltern-Kind-Progrämmchen.)

Hat man es dann schließlich dennoch in den Kreissaal und in Begleitung wieder hinaus geschafft, ist es eigentlich für alles weitere schon zu spät.

Nun kann man entweder resignieren oder sich noch vom Wochenbett aus auf die Suche nach einem Kinderarzt begeben, der noch Patienten annimmt. Das bedeutet: so viele Klinken wie möglich blitzeblank zu putzen. Dass Privatpatienten auch von Kinderärzten bevorzugt werden, ist natürlich kein Gerücht.

Für einen Krippenplatz Krippenwartelistenplatz Krippenwartelistenanwartschaftsplatz, den man sich natürlich schon kurz vor der Planung des „ersten Mals“ sichern sollte, prostituiert man sich hier „freiwillig“ auf jede erdenkliche Art und Weise: Kuchen backen, Weihnachtskarten schreiben, das Beet umgraben, der Krippenleitung zur neue Frisur gratulieren, großzügige Spenden auf Schweizer Nummernkonten schicken, etc.

Und wie es einem bei der Suche nach einem Babysitter hier ergeht, habe ich mir ja bereits von der Seele geschrieben.

Ein neues Leben in diese Stadt einzuführen gestaltet sich wirklich sehr schwierig. Und das waren ja erst die ersten zwölf Monate. Beim Gedanken daran, wie das noch weiter gehen wird, legt sich meine Stirn in tiefe Falten. Ob es schlau wäre, den kleinen Herrn schon bald auf einer der Wartelisten für die städtischen Altersheime zu platzieren?

* Meine innere Stimme zwingt mich, mich an dieser Stelle laut zu räuspern.

Babykrams: Unendliche Möglichkeiten, endliche Wahrscheinlichkeiten

Konsumgüterindustrie und Einzelhandel hatten schon lange bevor ich „Mama“ sagen konnte entdeckt, dass bei werdenden oder gewordenen Eltern sowie deren Freunden und Anverwandten das Portemonnaie „zum Wohl des Kindes“ vergleichsweise locker sitzt. Das Internet hat die unendlichen Weiten der Babykramversorgung einfach nur noch unendlicher und noch weiter gemacht. Umso erstaunlich finde ich es, dass es eine Hand voll Produkte zu geben scheint, die in fast keinem Babyhaushalt fehlen.

Hier ein paar Dinge, bei denen – nach meiner Beobachtung – der Hab-ich-auch-Faktor besonders hoch ist:

Tücher Dosen

(Nachtrag für Kerstin)

oball

Kommt Euch irgendwas davon bekannt vor? Und welche Dinge haben aus Eurer Erfahrung fast alle Eltern im Repertoire?

 

Tripp Trapp Tuning

IMG_0016Bereits kurz nach der Geburt des kleinen Herrn hat unser Haushalt einen weiteren neuen Mitbewohner bekommen: Den Tripp Trapp von Stokke, der uns nun wohl einige Jahre lang begleiten wird. Wir haben ihn zwar zum Beikoststart zwar schon mit Neugeborenenaufsatz genutzt, aber so richtig frequentiert ist der Stuhl doch erst, seit der kleine Herr sitzen kann. Nun können wir die Mahlzeiten zu dritt am Tisch einnehmen – in vielerlei Hinsicht ein Riesenspaß. Dass der Stuhl direkt am Esstisch steht, hat aber nicht nur Vorteile. Zum einen haben wir einen nicht ganz so unempfindlichen Holztisch, der die unpflegliche Behandlung mit Breien, Wasser und „schweren“ Gegenständen nicht zu schätzen weiß, zum anderen werden Spielsachen und Snacks gerne einfach vom Tisch gewischt. Auch beim Füttern landet gelegentlich mehr auf dem Boden als im Mund.

Stokke bietet als Zubehör für den Tripp Trapp ein Tablett an, das sich mit Saugnäpfen am Tisch befestigen lässt. Damit ließe sich zumindest der Tisch schützen – vorausgesetzt die Saugnäpfe halten auf Holz. Optimal erschien mir das also nicht. Was ein Glück, dass ich beim Surfen auf das „Play Tray“ für den Tripp Trapp gestoßen bin. Nachdem der kleine Herr im Urlaub bei Omi einen Hochstuhl mit integriertem Tisch probesitzen durfte und uns das Prinzip sehr gut gefallen hat, habe ich dann auch gleich zugeschlagen und bin wirklich absolut zufrieden.

Das Play Tray lässt sich in Windeseile auf den Stuhl stecken und ist wegen des erhöhten Randes perfekt für kleine Snacks, aber auch zum Spielen und Malen (später). Wenn etwas auf den Boden soll, verhindert das natürlich auch kein Play Tray, aber es ist doch viel angenehmer nach der Raubtierfütterung schnell den Tisch abzuputzen als auf dem Boden herumzukriechen. Und wenn der kleine Herr am Tisch sitzen soll, nimmt man das Play Tray einfach ab.