Mellcolms Sommerfrische, Teil III: Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schnee im Mai

28. Mai 2011, Schatzerhütte – Palmschoss – Halslhütte – Schatzerhütte

30 cm Neuschnee, so einfach über Nacht und weit und breit keine Sonne, die diesem peinlichen Wetter-Fauxpas ein würdiges Ende hätte bereiten können.

Schnee im Mai
Zugegeben: Nur rund vier Monate zuvor wäre uns am selben Ort vor Freude über den Schnee das Herz übergegangen, aber im Sommerurlaub Ende Mai braucht so etwas kein Mensch. Und das schon gar nicht, wenn man in freudiger Erwartung des Südtiroler Hochsommers nur leichte Leibchen und dergleichen im Gepäck hat. Weiterlesen

Mellcolms Sommerfrische, Teil I: Die Anreise ins Vergessen

Plosewasser

27. Mai 2011: München – Brixen – Plose

Wenn man mit dem Zug verreisen will, dann ist es über die Maßen geschickt, die für den Kauf der Tickets benutzte BahnCard mitzunehmen. Will man außerdem auf dieser Reise mehrere Tage oberhalb von 2000 m wandernd verbringen, dann kann es zudem nützlich sein, einen Pullover, eine Jacke oder irgendwas anderes mit langen Ärmeln im Gepäck zu haben. Gedenkt man schließlich, in einer einfachen Berghütte* zu nächtigen, kann ein Handtuch das Wandergepäck durchaus sinnvoll ergänzen.

Hat man das alles wider besseren Wissens nicht beachtet, ist man selbst schuld.

Plosewasser Weiterlesen

Die Geschichte vom Rascheln

Gipfelkreuz

Tegernsee – Risserkogel – Tegernsee, 24. April 2011

Vielleicht kommt es Ihnen so vor, als würde ich nur noch Geschichten vom Wandern schreiben. Was soll ich sagen? Sie haben wohl Recht. Und so wird sich auch die Geschichte vom Rascheln letzten Endes als eine Wandergeschichte entpuppen. Ich habe meine Gründe…

Wir wollten also auf den Risserkogel, das ist so ein Berg am Tegernsee, der sich im Gebirgseinerlei vor allem durch seine zahlreichen Ameisenpopulationen hervortut. Die Ameisen auf dem Risserkogel sind dabei keinesfalls Standardameisen. Sie sind vielmehr besonders groß und besonders emsig, viel emsiger als herkömmliche Talameisen. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Risserkogeler Ameisen die mit Abstand emsigsten Ameisen sind, die mir überhaupt je unter (den Wanderschuh) gekommen sind. Neben ihnen fühlt sich ein jeder gleich wie ein rechter Faulpelz.

Gipfelkreuz Weiterlesen

Es ist angewandert

Lenggries – Seekarkreuz – Lenggries, 3. April 2011

Das Schöne an diesem Frühling ist ja, dass er nicht nur lingt was das Zeug hält sondern das Ganze auch noch verhältnismäßig früh tut. Für den deutschen Frühling ein eher untypisches Verhalten. Speziell der April scheint sich in den Kopf gesetzt zu haben, diejenigen, die sich bisher schon beim bloßen Gedanken an ihn kopfschüttelnd abwendeten, ein für allemal Lügen zu strafen. Nicht nur ist er, der April nämlich besser als sein Ruf, nein, er ist sogar besser als so mancher Mai es je gewesen ist. Und der Mai ist was seinen Ruf betrifft eindeutig der Aristokrat unter den Monaten.

Mellcolm auf dem Gipfel Weiterlesen

Mellcolm im Wanderland, Teil IV: Von Adelboden über Lenk zurück nach Belp

Nachdem wir am Vorabend pizza- und süßkrambefüllt in luftiger Hochbetthöhe erneut pfeilschnell in den Schlaf geschossen waren, erwachten wir noch vor dem ersten Hahnenschrei voller Tatendrang und erstaunlich hungrig. Nach porentiefer Katzenwäsche stiegen wir in Pantoffeln die Steige hinunter in Ruth und Peters gemütlichen Frühstücksraum, wo selbige uns bereits mit frischem Kaffee, selbst gemachter Marmelade (Aprikose-Lavendel und Rhabarber-Banane-Vanille) und derlei Köstlichkeiten erwarteten.

Fruehstueck
Weiterlesen

Mellcolm im Wanderland, Teil III: Von Kandersteg (Ogi-Wil) nach Adelboden (Adubode)

Wenn es am schönsten ist, sollte man gehen. Nach zwei Nächten in der freundlichen Obhut von Herrn Bates war es für uns an der Zeit, die Lodge unseres Vertrauens zu verlassen und in vielerlei Hinsicht neue Wege zu gehen. Nach dem zweiten 5-Sterne-Frühstück, schnürten wir unser Päckchen, beglichen brav unsere Rechnung und zogen von dannen. Herr Bates schmeißt die gesamte Lodge alleine mit seiner Frau und kann naturgemäß nicht gleichzeitig den Pool säubern, Betten beziehen, das Frühstück zubereiten und Gäste ein- und auschecken. Wenn er also mal keine Zeit hat, persönlich von seinen Gästen Abschied zu nehmen, vertritt ihn ein außen am Rezeptionsbüro angebrachter Briefkasten, in den man die Gebühr für Kost und Logis auch einfach einwerfen kann – einen Namen oder eine Zimmernummer muss man dazu nicht angeben. Am Ende wird schon alles irgendwie stimmen.

Wegweiser

Weiterlesen

Mellcolm im Wanderland, Teil II: Von Kandersteg (über New York, Leukerbad & Tokio) nach Kandersteg

Am zweiten Tage der Wanderei stand der große Familienwandertag mit Kind, Kegel, Hund und allem was sonst noch nicht niet- und nagelfest war auf dem Programm. Es sollte um Punkt 9:00 Uhr losgehen. Vorher, so der Plan, wollten der muntere Wandergefährte und ich uns noch an dem freundlicherweise von Herrn Bates im Zimmermietpreis inkludierten oppulenten Frühstücksbuffet laben.

Um 8:20 Uhr, wir hatten uns gerade erst in die Wanderkluft geschwungen, klingelte das Handy und eine Stimme bedeutete uns, aus dem Fenster zu schauen. Wir taten wie uns geheißen wurde und siehe da: Draussen stand bereits der versammelte Rest der munteren Wandergesellschaft. Einen ganz kurzen Moment sahen wir das deliziöse 5-Gänge-Frühstücksbuffet in weite Ferne rücken. Doch dann gelang es uns, den kleinen Wanderclub davon zu überzeugen, dass es alles andere als ein Kindergeburtstag werden würde, uns Beide mit leeren Mägen zum Wandern zu nötigen. Das Frühstück war also gesichert, entpuppte sich allerdings als weniger 5-gängig als zunächst angenommen. Wir aßen dennoch diverse Stullen mit Marmelade und anderen Belägen und fühlten uns schließlich ausreichend gestärkt, um den sich vor uns aufbäumenden Berg zu bezwingen.

Schweizer Statik
Weiterlesen

Mellcolm im Wanderland, Teil I: Von Kiental nach Kandersteg

Wer weiß, wie alles gekommen wäre, wenn CORNELIA ihren LKW nicht so gut beherrscht hätte wie sie es auf der engen Bergstraße an jenem Dienstag tat als sich ihr das Postauto (i.e. Bus), das uns zum Startpunkt unserer Wanderung bringen sollte in den Weg stellte. Doch CORNELIA hatte alles im Griff: Ein bisschen zurücksetzen, ein bisschen den Spiegel wegklappen und unser neues Wanderabenteuer konnte beginnen.

Bereits lange bevor CORNELIA in unser Leben getreten war hatten wir zahlreiche Etappen in den unterschiedlichsten Verkehrsmitteln hinter uns gebracht. Wir reisten von München nach Bern, von Bern nach Belp, von Belp nach Thun und von Thun nach Reichenbach. Mit Gabelstaplern, Hubschraubern, Tretrollern, diversen Huftieren und ebenjenem Postauto, dem CORNELIA auf der Straße zwischen Reichenbach und Kiental so geschickt auszuweichen vermochte.

Weiterlesen

No small wander: Einmal Karwendel und zurück

Das Vorspiel:

Nachdem der Sonnenschein und ich eines Abends, abgefüllt mit indischen Köstlichkeiten und billigem Fusel auf dem heimischen Sofa lungernd irgendeine der zahlreichen Familienmitgliedaustauschsendungen verköstigten, kam uns halb aus Langeweile halb aus Selbstscham die Idee, zur Abwechslung mal den Naturburschen bzw. das Naturmädchen in uns vor die Tür zu locken. Alpenverein hieß die Devise der Stunde, und zwar stante pede. Per Mouseclick vom Sofa aus.

Frisch bemitgliedet kredenzte uns der DAV nebst hübschen bunten Ausweisen auch zahlreiche noch viel buntere Falt- und Merkblätter zu denkbaren Wanderrouten. Der Sonnenschein durfte wählen – und Abenteurer, der er ist – entschied er sich für die kleine Schwester der Mount-Everest-Erstbesteigung: Hüttentrekking im Karwendel.

Faltblätter Karwendeltour und Falkenhütte, DAV

Faltblätter Karwendeltour und Falkenhütte, DAV

Weiterlesen