Von einer die auszog, den Winter das Fürchten zu lehren

Ich kann keinen Schnee mehr sehen. Keinen Pulverschnee. Keinen Feuchtschnee. Keinen Sulz. Und schon gar keinen Schneematsch.

Winter, Du alte Schneeschleuder, Du verlangst einem wirklich einiges ab. Ich meine – von mir aus kannst Du Dich gerne von Mitte November bis Mitte Februar in unseren Gefilden herumtreiben und dort wirklich alles geben. Aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Und zwar spätestens jetzt. Wo kämen wir denn hin, wenn hier jeder machen würde, was er will?

Du kannst einpacken, Väterchen Frost. Und Deinen Schnee nehmen. Und Deinen kalten Wind. Die fiesen Salzringe auf den Schuhen. Den verdammten Split, der bei jedem Schritt unter den Füßen knarrt und mit dem man wenn man nicht aufpasst oder von Natur aus bösartig ist noch jeden Parkettboden ruiniert hat. Und diese verdammten Dreckpfützen, die man überall hinterlässt. Liebesfrost

Laufende Nasen und glasige Augen will hier auch schon längst niemand mehr sehen. Und das Gehuste von allen Seiten – ein buntes Potpourri von ziemlich trocken bis ziemlich feucht – ist langsam unerträglich. Und gesund kann das auch nicht sein.

Von den ästhetischen Irrläufern, die der Winter mit sich bringt, will ich gar nicht anfangen. Bepudelmützte und befäustlingte Marshmallowmenschen so weit das Auge reicht! In Moon Boots.

Und wenn Du auch noch so hartnäckig versuchst, mich mit niedlichen Schneemännern und fröhlich rodelnden Kindern hinters Licht zu führen – ich habe Dein eiskaltes Spiel schon lange durchschaut. Du willst den Frühling von der Wetterkarte drängen, um dann endlich Deinem Erzrivalen dem Sommer den Garaus zu machen. Dann wird der Herbst niedergemetzelt. Und Du allein herrschst über das Wetter.

Aber nicht mit mir, mein frostiger Freund! Ich habe beschlossen, Dich ab sofort einfach zu ignorieren. Heute Abend wird angegrillt. In Flip Flops. Eisbein.

Bild: I Love Egg / Flickr

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