Schlagwort-Archiv: Schweiz

Projekt: Es ist schon ein (Schweizer) Kreuz. Fünfzehnter Spieltag.

Wenigstens ein einziges Spiel dufte Afrikas eigentlich beste Mannschaft bei dieser WM noch gewinnen. Zwar nur gegen Nordkorea. Und leider ohne Chance auf einen Einzug ins Achtelfinale, aber das sind in solch einer Situation kleine und wenig wichtige Details. Die Nordkoreaner dürften ihrerseits froh gewesen sein, dass sie in diesem Spiel „nur“ drei Treffer kassierten.

Nordkorea gegen Elfenbeinküste

Null : Drei

In der zweiten Partie der Gruppe G trafen Portugal und Brasilien aufeinander und langweilten mit ihrem tor- und ereignislosen Spiel sich selbst und die Fans gleichermaßen. Nachdem für Beide der Einzug ins Achtelfinale schon vor dem Spiel feststand hatte man sich offensichtlich zum gemeinsamen Rumklickern entschieden. (Zeit Online liefert hierzu einen ganz bezaubernden Spielbericht, den ich unbedingt mal erwähnen wollte.)

Portugal gegen Brasilien

Null : Null

Eher erwartungsgemäß verhielten sich die Spanier im Spiel gegen Chile: Sie gewannen. Die Chilenen entschlossen sich dementsprechend ganz konsequent dazu, das Spiel zu verlieren. Kurz: Es herrschte Einigkeit auf dem Platz.

Chile gegen Spanien

Eins : Zwei

Auch bei den Schweizern und Hondurern war man sich einig. Dort konzentrierte man sich aber vor allem darauf, beim guten alten Anstarrspiel nicht zu verlieren anstatt Tore zu schießen. Gewonnen haben beide. Verloren haben beide. Eine Schande, wo man den Schweizern nach dem Überraschungssieg gegen Spanien doch endlich mal etwas hätte gönnen mögen.

Schweiz gegen Honduras

Null : Null

Projekt: Wir können auch mit Schweinis Schnupfen. Sechster Spieltag.

Ich kann heute unmöglich viel Zeit damit verlieren über irgendsoein daher gelaufenes Honduras-gegen-Chile-Spiel zu schreiben, das ich nicht mal angesehen habe. Es sei den Chilenen aber von Herzen gegönnt, dass sie seit 1962 das erste Mal bei einer WM ein Spiel gewonnen haben. Damit haben sie schließlich mehr erreicht als Generationen von Teams vor ihnen.
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Runter zählen

Es geht zurück nach Hause. Meine Tage in der Schweiz gezählt, ich sitze auf gepackten Koffern. Jedenfalls mental. Noch habe ich wenig verändert hier. Die Wohnung weiss es dennoch. Für unser Zusammenleben hat das letzte Stündchen geschlagen. Schon bald. Sie nimmt es gelassen. Ich bin gelassener.

Unsere Zeit zusammen war nicht unangenehm. Der unangenehme Teil war meist so freundlich, draussen zu bleiben. Nur manchmal hat er sich durch den Türschlitz gestohlen. Und dann sassen wir zusammen auf dem Sofa und starrten uns an. Er gewann. Immer.

Jetzt habe ich gewonnen. Hab mein Lachen vom Speicher geholt und enstaubt. Und werde gehen. Wer zuletzt lacht…

Zu Gast bei Freunden: Integrationskurs für Deutsche

Der Schweizer Radiosender DRS3 bietet in der Schweiz lebenden Deutschen ab Montag, dem 22. Januar, einen fünftägigen Crashkurs in puncto Integration an. Die Themen im Überblick:

- Do’s und Dont’s für Deutsche in der Schweiz
- Direkte Demokratie
- Bankensystem, Fondue, SBB und Vereinswesen
- Schweizer Sehenswürdigkeiten von der Jugfrau bis zur Tell-Kapelle

Das alles zu hören unter: http://www.drs.ch/drs3.html

Und wem das nicht reicht, dem kann ich nur immer wieder eine ausführliche Lektüre der Einträge auf http://www.blogwiese.ch empfehlen.

In dem Kontext fällt mir ein denkwürdiger Satz einer schweizer (Arbeits)Kollegin ein: “Im Charakter eines Menschen spiegelt sich die Topographie seines Heimatlandes wider.”

Vita helvetica – the Swiss way of Life

Neun Monate ist es nun her, dass ich aus dem grossen Kanton im Norden (helvetisches Wunschdenken!)in die Wiege der Gelassenheit gezogen bin. Aber Achtung: Switzerland is different und es wäre Leichtsinn, das zu übersehen.

Bewerten möchte ich dieses Anderssein eigentlich nicht, lediglich erwähnen, damit nachher keiner behauptet, er habe nichts gewusst von all dem. Heute im Zug haben mich an EINEM Tag gleich ZWEI Kondukteure angelächelt. Was macht es da schon, dass helvetische Verbalkultur nach und nach meine Muttersprache infiltriert. Wer begegnet nicht lieber lächelnden Kondukteuren als pampigen Schaffnern?

Gestern habe ich mir in Basel einen Dreikönigskuchen gekauft. Sah halt lecker aus. So sehr ich es auch herbeisehnen würde – edlere Motive gab es bei der Entscheidungsfindung nicht. Bereits vom ersten Passanten erntete ich für den Kuchen bewundernde Blicke. Später verriet man mir dann, dass der Kuchen demjenigen Macht gibt, der den eingebackenen König in seinem Stück findet. Finde ich praktisch: da ich den Kuchen Stück um Stück allein vertilgen werde, habe ich mir schon mal die beigeleten Pappkrone aufgesetzt und kommandiere Geziefer und Ungeziefer in der Wohnung herum. Ein erhabenes Gefühl, wie es einem nur die Schweiz bescheren kann.

Das Kommandieren hat mich müde gemacht und mein Krönchen und ich verabschieden sich daher für heute.

Nachtrag:
Allen Deutschen, die in der Schweiz leben oder planen, dort zu leben, oder dort bereits einmal lebten, oder die sich nur für das Leben Deutscher in der Schweiz interessieren, empfehle ich regelmässige Besuche des folgenden “eindrücklichen” Blogs: www.blogwiese.ch