Die wunderbare Reise der kleinen Mellcolm mit den Wildfängen – Von Malmö nach Kivik

Nachdem wir den ersten Tag in Malmö mehr oder weniger intensiv auf Spielplätzen, in Supermärkten und in Waschküchen herumgelungert haben, steht für den zweiten Tag der Besuch der Innenstadt (aka Shopping) auf dem Plan. Klar, dass sich unter diesen Voraussetzungen das schöne Wetter vom Vortag schnell verzieht und einer lästigen Schlechtwetterwolke über der Stadt Platz macht. Es regnet Bindfäden und die durchschnittliche Familienlaune ist im Keller. Entscheidungen müssen her!

Der Familienrat beschließt, dass wir genügend Gummistiefel und Regenjacken an Bord haben, um den fiesen Wetter die Stirn zu bieten. Lediglich beim Schiebeequipment für den Kleinsten müssen wir kurzfristig den Fachhandel aufsuchen, um eine passende Regenabdeckung zu erwerben. Da wir immer nur so grob von Kronen in Euro umrechnen, kommt uns der Einkauf glücklicherweise gar nicht so teuer vor.

Nachdem wir uns nun alle maximal in Plastik und Gummi hüllen können, ist die nächste Herausforderung die Parkplatzsuche für unser 6,60 m Prachtmobil in der Innenstadt. Erstaunlicherweise suchen wir nur etwa fünf Minuten nach einem Parkplatz, jedoch dann etwa eine halbe Stunde bis wir jemanden finden, der bereit ist, uns Geld für die Parkuhr zu wechseln. Ich greife zu einer List und kaufe mit großen Scheinen kleine Brötchen und lasse mir das Wechselgeld in Münzen geben. Für den Rest des Tages trage ich drei Brötchen mit mir herum.

Kaum ist das Wohnmobil geparkt und die Kinder sind in den nun wasserdichten Fahrradanhänger gepackt, verspürt der kleine Kleine Herr ein Hungergefühl, dem er lautstark Ausdruck verleihen muss. Da wir das Schema kleines Hüngerchen = großes Wehklagen bereits sehr gut kennen, verlieren wir bei der Suche nach einem Fütterungsort keine Zeit und kehren beim erstschlechtesten Inder ein, der uns vor die Füße läuft. Das Essen ist so mittelmäßig, dass wir den kleinen Kleinen Herrn ein bisschen um seinen lauwarmen Gemüsereis mit Biohühnchen beneiden. Der große Kleine Herr findet indes alles ekelhaft, was aber nicht unbedingt am Essen sondern auch an einer Phase liegen kann.

Während des Essens (der Regen ist vorüber und wir sitzen draußen auf der Terrasse) werden wir von immer mehr zufällig eintrudelnden Vögeln eingekreist, die offensichtlich nur darauf warten, unsere Speisereste zu vertilgen. Die Crew warnt uns zwar vor den Vögeln, hat aber keine Eile, das Essen abzuräumen, nachdem wir fertig sind.

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Während die Sonne sich endgültig gegen die Wolken durchsetzt, versuchen wir uns nicht anmerken zu lassen, dass wir bei der Wahl von Gummistiefeln und Regenjacken doch etwas danebengegriffen haben. Die Leute gucken schon, bald zeigen sie mit den Fingern auf uns und nehmen ihre Kinder fest an die Hand!

Wir beschließen nach dem Essen noch eine kleine Runde durch die Stadt zu drehen – für mehr als eine kleine Runde reicht das Geld in der Parkuhr nicht. Da wir zudem spontan beschlossen haben, statt der geplanten zwei Nächte nur eine Nacht in Malmö zu bleiben, ist Nachlegen auch keine wirkliche Option.

Auf unserem Rundgang verirren wir uns zuerst ins Form/Design Center, wo wir ein bisschen skandinavisches Design, zwei Cappuccini und etwas Kuchen einatmen. Kurz danach laufen wir zufällig an einem Einrichtungsladen (Olsson & Grethel) vorbei und übersetzen das vorher im Kurzstudium über schwedisches Design Erlernte in den spontanen Kauf einer Lampe. Schwitzenden Fußes machen wir uns anschließend auf den Weg zurück zum Parkplatz. Ursprünglich hatten wir uns in Malmö noch den Turning Torso ansehen wollen, aber der war während unserer Besuchs in der Stadt zum Scherzen aufgelegt und verschwand immer dann aus unserem Blickfeld, wenn wir ganz kurz davor waren, ihn anzusteuern. Wir sind inzwischen der Meinung, dass es dieses Gebäude gar nicht in Echt gibt, sondern es sich ausschließlich um eine Projektion handelt.

Foto: Philippe Wyssen

Foto: Philippe Wyssen

Nachdem wir das Thema Malmö nun also abgehakt haben, geht die Reise weiter nach Kivik, rund 100 km östlich von Malmö. Dort haben wir uns auf eine Empfehlung hin Kiviks Familjecamping als nächsten Halt auserkoren. Der Platz ist klein und gemütlich, sehr familiär, aber auch sehr einfach ausgestattet. Wir lassen uns sehr zur Freude des großen Kleinen Herrn gleich neben dem Spielplatz nieder; dieser und die beiden netten schwedischen Mädchen gleich neben uns sorgen dafür, dass wir unseren Großen für den Rest des Tages nur noch im Vorbeilaufen sehen. Da der Platz so klein und ruhig ist, können wir ihn guten Gewissens herumtollen lassen, ohne ständig auf der Hut sein zu müssen. Äußerst angenehm! Lediglich das Loseisen und ins Bett stopfen gestaltet sich etwas langwieriger als sonst.

Foto: Philippe Wyssen

Foto: Philippe Wyssen

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