Epedemut

In den Hitlisten der beliebtesten (Manager-)Tugenden rangiert derzeit die Demut ganz vorne. Kaum ein Meeting, in dem sich nicht ein weiterer Geläuterter zur Demut bekennt; kaum eine Rede, in der nicht der Redner seiner neuen Lieblingstugend huldigt. Fast will es scheinen, als wolle sich die Jungmanagerriege in einem öffentlichen Credo von der Grosskotzigkeit vorangegangener Managergenarationen freimachen, sich lossagen vom Victory-, Peanuts- und Champions-League-Stil. Demut als Managementprinzip! Ein hehrer Gedanke – wäre die Entdeckung der Demut das Ergebnis eines gereiften Erkenntnisprozesses und nicht etwa eine Modeerscheinung, die bis sie vom nächsten Hype abgelöst wird, unreflektiert von einem auf den nächsten überspringt und schliesslich nicht mehr als eine leere Worthülse ist. Dient Demut als Slogan und nicht als Maxime für das eigene Handeln, so ist sie nicht edler als der Hochmut derer, von denen es sich zu differenzieren gilt…

„Rechte Demut weiß nimmer, dass sie demütig ist.“ (Martin Luther)

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