Und ich so.

Das folgende Interview ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit bereits geführten oder noch zu führenden Interviews wären rein zufällig und sind nicht gewollt.

Imaginierter äußerst attraktiver, junger Journalist (kurz: IÄAJJ): „Frau Mellcolm – oder darf ich einfach „Mellcolm“ sagen – können Sie unseren Lesern kurz erzählen, wie Sie überhaupt zum Schreiben gekommen sind?

Ich so: „Genau kann ich es Ihnen eigentlich gar nicht sagen. Ich habe das schon immer gerne gemacht. In der Schule schon. In der Abizeitung zum Beispiel habe ich fast die ganze Jahrgangsstufe in kleinen Abhandlungen durch den Kakao gezogen. Das machte mir einen Mordspaß, aber nicht unbedingt viele Freunde.“

IÄAJJ: „Verzeihen Sie mir die kleine Unhöflichkeit, aber das mit dem Abitur scheint mir schon eine Weile her zu sein. Was haben Sie denn bloß mit Ihren Geschichten gemacht, bevor Sie sie hier aufschrieben. Etwa ein Tagebuch geführt?“

Ich so: „Nein. Ich war noch nie der Tagebuchtyp. Das Problem eines Tagebuchs ist ja, dass man es vom Grundgedanken her nur für sich selbst (und maximal noch für ein neugieriges Familienmitglied) schreibt. Und das ist mir eigentlich zu langweilig. Ich mag es etwas zu schreiben, das von jemand anderem gelesen wird. Meine Art von Kommunikation mit der Außenwelt, wenn man so will.“

IÄAJJ:  „Im Vorfeld habe ich versucht herauszufinden, um was genau es in Ihrem Blog geht. Ich fand das eher schwierig. Vielleicht können Sie uns ja erklären, was hier das Thema ist?“

Ich so: „Wissen Sie, Sie imaginierter äußerst attraktiver, junger Journalist, das kann ich Ihnen auch nicht viel genauer sagen. Am ehesten kann man noch sagen, dass es hier um mich geht und darum, wie ich die Welt sehe. Und darum, was mir beim Sehen der Welt durch den Kopf schießt und mich darum bittet, aufgeschrieben zu werden. Konkret genug?”

IÄAJJ: „Nein, aber ich befürchte, wir bekommen hierzu nicht mehr aus Ihnen heraus. Lassen Sie uns noch mal kurz über Ihren Kopf sprechen: Wenn ich mir Ihr Tweetaufkommen bei Twitter anschaue, dann schießt da ja eine ganze Menge durch. Haben Sie denn niemals das Gefühl, alles gesagt zu haben?“

Ich so: „Bisher nicht. Und ich bin mir glücklicherweise auch für keinen Kalauer zu schade. Wissen Sie, ich bin auf dem Land groß geworden und da lernt man neben melken und Traktor fahren vor allem für jede Lebenslage einen passenden Spruch auf den Lippen zu haben. Damit habe ich mich schon manchmal über ein kreatives Tief hinwegretten können.“

IÄAJJ: „Eine letzte Frage, die unsere Leser ganz sicher brennend interessieren wird: Was macht Mellcolm im wirklichen Leben?“

Ich so: „Aber das hier ist doch das wirkliche Leben. In vielerlei Hinsicht ist es sogar wirklicher als das was in dieser Welt mit Anfassen und Lächeln und Hofknicks so passiert. Ich habe auch eine Weile gebraucht, um das zu verstehen. Und heute habe ich mir mein Leben so eingerichtet, dass ich auch beruflich irgendwas mit Internet machen kann. Für mich ein Luxus.“

IÄAJJ: „Das ist doch ein schönes Schlusswort. Danke für das erhellende Gespräch.“

Und ich so: “Tschö, mit ö.”

7 Gedanken zu „Und ich so.“

  1. Klasse, die Seite ist schon in meinen persönlichen Links gelandet. ;-P Ohne den Verweis im Zeitungsartikel hätte ich das warscheinlich gar nicht rausgefunden, dass du auch noch einen privaten Blog hast. Mensch, mensch. Bist ja mächtig aktiv im Internet. Ich bin dann wohl auch ein Fan geworden, von all den Sachen, die ihr beide macht. Vlg Steffi

    1. Liebe Steffi. Freut mich sehr, dass Dir auch Mellcolm gefällt – damit fing nämlich eigentlich alles an. Aktiv bin ich, das stimmt – wobei ich durchaus noch etwas mehr machen könnte ;)

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Als würde das nicht reichen.