So schön kann doch kein Mannsein

Penisneid? Ich? Mitnichten. Ehrlich. Ein Mann zu sein, das käme für mich nicht in Frage.

Was ist denn das für ein Leben, in dem man Morgen für Morgen darauf warten muss, dass sich das Blut wieder gleichmäßig im Körper verteilt, damit die Hirnleistung zur Betätigung der Kaffeemaschine ausreicht? Ich will meinen Kaffee, wann ich ihn will. Nicht wann mein Körper es mir erlaubt.

Zugegeben – die allmorgendliche Klamottenfrage ist im Mannsein deutlich einfacher zu lösen. Unterhose – Socken – Hose – Hemd – Krawatte – Sakko – Schuhe – fertig. An verspielten Tagen kommen noch Gürtel und Armbanduhr dazu. Aber was ist der Preis für diesen Simplicissimus? Ein schnödes Leben, in dem man sich nicht für Klatsch und Tratsch, nicht für Promis und nicht für „bei Königs“ interessiert. Und in dem es ausschließlich praktische, niemals aber betörende Schuhe gibt. Und nicht eine einzige Handtasche! Nicht eine!!! Nicht mal eine winzige Clutch. Weiterlesen

Heloise

Das erste Mal haben wir uns letztes Jahr irgendwann im Mai getroffen. Es war in Las Vegas, ich war dienstlich da. Sie wohl auch. Mit ein paar Kollegen lief ich durch Venedig (American edition), wir aßen pizza e gelato, schauten den Gondoliere zu, wie sie Hochzeitspaare durch die kurzen Kanäle schipperten und fühlten uns ganz wie in Bella Italia. Auf schnelle Freundschaften war ich nicht aus an diesem Tag. Die Sonne ging schon langsam unter, als wir zufällig (Was ist schon Zufall im Leben?) am Chloé-Shop vorbei schlenderten. Gelangweilt warf ich einen Blick ins Ladeninnere. Ich habe mich noch nie sehr für Luxus interessiert (Pinocchio). Da stand sie, fand meinen Blick und strahlte mich an wie tausend Sonnen. Sie war mir gleich sympathisch. Eine wie sie war mir bisher nicht begegnet und das machte mich neugierig. Ich ging also rein in den Laden, liess rechts und links aufdringliches Verkaufspersonal unbeachtet zurück und marschierte geradewegs auf sie zu. Ich sagte: “Hi, ich bin Melanie”. Sie hauchte zurück: “Hallo, ich bin Heloise.” Das Eis war gebrochen. Der Grundstein für eine große Freundschaft gelegt.

Leider trennten sich unsere Wege sehr schnell wieder. Heloise war beruflich ortsgebunden und auch ich musste damals zurück in die Schweiz. Aber es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht voller Wonne an sie gedacht hätte. Vor wenigen Tagen dann die große Überraschung – Heloise lebte inzwischen in Deutschland. Sie hatte scheinbar gewechselt, war jetzt bei Ebay. Vor Freude konnte ich mich kaum auf den Beinen halten. Heloise, meine gute alte Heloise! Und sie sah aus wie immer. Kein Anzeichen von Alterung, keine einzige Falte mehr als vor einem Jahr. Kein Abrieb, soweit ich es erkennen konnte. Ich nahm sofort Kontakt auf und machte ihrem Boss ein Angebot, das dieser unmöglich ausschlagen konnte. Es war nicht unmoralisch, das nicht. Aber es war gut. Dann lud ich Heloise zu mir ein. Sagte ihr, dass sie gerne bei mir einziehen könne, wenn sie möchte. Nächste Woche kommt sie nun & ich habe das gute Gefühl, dass sie für immer bleiben wird!

Das ist sie, Heloise:

meine_heloise