Mellcolms Sommerfrische, Teil V: Ein Kaiserschmarrn für sechs

Seilbahn

29.05.2011, Schatzerhütte – Plose Hütte – Rossalm – Schatzerhütte

Ausgeschlafen brachen wir erneut über den üppig gedeckten Frühstückstisch herein, gierig, als würde es kein Morgen geben. Nachdem dutzende eigener und zusammengeklauter Brotscheiben sicher den anwesenden Mägen verstaut worden waren, konnte es mit der zweiten Wanderung losgehen. Die Voraussetzungen hätten besser nicht sein können: Der Schnee schien so gut wie Geschichte zu sein und diesmal hatten wir sogar die Wanderkarte eingepackt, die uns dann auch bereits an der ersten Weggabelung vor einem ausgewachsenen Irrtum bewahrte.

Seilbahn

Zunächst lobten wir dann auch alle den schmalen Wanderweg ob seines großen Idyllismus und seiner natürlichen Pracht. Meter für Meter wurde der Weg jedoch schmaler und schneeiger und es taten sich um ihn herum Abgründe auf. Ich gab mich unerschrocken obwohl mein besorgter Weg- und Lebensgefährte nicht müde wurde zu betonen, dass der Weg ja nur deshalb so gefährlich sei, weil hier gerade noch so viel Schnee läge, so dass ich -wenn es jetzt wirklich blöd käme – nicht etwa wegen des Weges an sich sondern nur wegen des auf dem Weg befindlichen Schnees abstürzen und zu Tode kommen würde. Mich beruhigte das. Irgendwie.

Wider Erwarten überlebte unser Wandertrüppchen den Teufelsweg. Nach einer Lomi-Lomi-Nervenmassage für zwei der drei wandernden Damen enterten wir ungefährliches Terrain. Es machten sich Heiterkeit und Tiefenentspannung breit, die bis zum Erreichen des Tageshöhepunktes (Plose Hütte, 2447 m) anhielt. Dass sich die Hütte gemeinsam mit zahlreichen Schneekanonen bei unserer Ankunft noch im Winterschlaf befand trübte die Stimmung nicht. Die Sonne und eine grüne Rutschbahn trösteten uns schnell und mindestens eine halbe Stunde lang über die ausbleibende Bewirtung hinweg.

Schneekanonen

Danach war Abstieg angesagt. Und zwar genau so lange, bis wir endlich eine Hütte fanden, die mehr als nur Sonne und Rutschbahn zu bieten hatte. Weil wir alle von unserem Frühstück so satt waren und nichts essen wollten, bestellten die einen Speckknödelsuppe, die anderen Apfelstrudel und wir alle gemeinsam einen Kaiserschmarrn mit sechs Gabeln. Und während wir also im Prinzip Hunger litten überlegten wir gemeinsam wie eigentlich das *letzte* der NASA noch verbliebene Spaceshuttle noch mal hieß. Es war irgendwas mit “c”, das war klar. Aber bis wir auf Discovery (und Atlantis und Endeavor) kamen, hatten wir uns bereits lange dem Abstieg und die Sonne sich ihrem Untergang gewidmet.

Fotos: Philippe Wyssen

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