Verschwitzt und zugeschnarcht (Tre)

29. November 2009

In dieser Nacht schlief ich den Schlaf der Gequetschten. Ganze zehn Stunden vergingen zwischen meinem persönlichen Sonnenunter- und –aufgang. Und wäre da nicht ein Frühstücksbuffet gewesen, das mit leichtem Kaffeeduft nach mir geschrien hätte, so wäre ich einfach liegen geblieben.

Das Frühstücksbuffet war rubenesk üppig und mit viel Angabe hingerichtet worden. Ich aß bis ich zu platzen drohte und rollte mich dann gerade noch im richtigen Moment wieder ins Zimmer. Hier musste ich erst mal einen Weile zufrieden kontemplieren. Die fehlende Hektik, der abwesende Druck, das zurückgelassene Genörgel – trotz prallgefülltem Wanst fühlte ich eine wohlige Leere in mir aufsteigen.

Um mein Gewissen vor dem nachmittäglichen Kuchenbuffet noch einmal auf Vordermann zu polieren, entschied ich mich, einen Abstecher in den Fitnessraum zu machen. 45 Minuten auf dem Crosstrainer und ich konnte die morgentlichen Frühstückssünden mit dem Handtuch von meiner Stirn abtupfen. Ich war beschwingt. Beschwipst. Und bereit, mich in den bisher gemiedenen Saunabereich vorzuwagen.

Saunen und ich – wir haben ein schwieriges Verhältnis zueinander. Zum einen ist dieses kollektive Nackt nicht so mein Ding – ich bin Ästhet und die wenigsten Saunagänger sind bradpittesk. Zum anderen ist es in diesen Saunen immer so fürchterlich heiß. Ist doch kein Wunder, dass da alle immer gleich ins Schwitzen geraten. Da aber nun für den ganzen Zauber eine Menge Geld den Besitzer wechseln würde, fühlte ich mich verpflichtet zumindest meinen guten Willen zu zeigen und schaltete in den Brathuhnmodus um. Zunächst drapierte ich mich für sechs Minuten im Dampfgarer, um mich dann anschließend noch kurz in der Kräuterkruste weiterdünsten zu lassen. Kurz bevor ich in den finnischen Hochofen geschoben werden sollte, gelang mir die Flucht.

Im Ruheraum angekommen suchte ich mir eine kuschelige Koje in der mich der kellenschwingende Aufgießer nicht finden würde. Im Ruheraum war man nach dem kollektiven Strip gleichsam einträchtig relaxt. Und zwar so was von. Die herumlungernde Entspannung aller Anwesenden kulminierte in einem zufriedenen Schnarchen, das wie ein Bienenschwarm Koje für Koje bestäubte. Ich wünschte mir heimlich Ohropax und Insektenvertilgungsmittel.

Zum Gebinde Well Ness.
Bild: Invmsy / Flickr

{ 7 Portionen Senf… }

Eva Brandecker Dezember 1, 2009 um 18:45

Da wäre man doch sehr gerne mit einer Tarnkappe dabei gewesen, bei diesem wunderbaren Aufenthalt ;-) Dann spiegeln diese fabelhaften Vorabendserien also doch das RL wider! Wie sieht denn das Endergebnis aus – oder dauert der Besuch im tiefen Tal der Wellnesse noch an?

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Mellcolm Mellcolm Dezember 1, 2009 um 21:14

Das Endergebnis kannst Du oben im Bild sehen. Ich bin die Rechte, die andere kenne ich nicht. Langsam wachsen die ersten Federn wieder nach…

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Philippe Wyssen Dezember 3, 2009 um 17:15

Saunen sind nichts für mich und ich bin nichts für Saunen. Es mangelt an Bradpitteskem.

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Melanie Voß Dezember 4, 2009 um 20:34

Sie sind das bradpitteskeste, das mir überhaupt je untergekommen ist.

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Karoline Dezember 10, 2009 um 09:56

Tolles Bild:) Interessante Gedanken…Ist das auf dem Bild echt das Ergebnis…?:)

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Facebook User Dezember 11, 2009 um 07:35

Ja. Das ist in der Tat das Ergebnis. Im ersten Moment war es ein Schock, aber man gewöhnt sich schnell daran. Allerdings fühle ich mich seit dem Wellness-Trip immer so kopflos…

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Udo Kupsch Dezember 28, 2009 um 16:52

Dönerkebap, Kopf auf für diese hochgeleistete Neuronalhardwareleistung. Das ist ja schon Melltitasking! Kann ich mir das ein oder andere Wort ausleihen? Ich bring´s auch punkt-strich wieder zurück und vergäre auch gerne von meinen eigenen Übergeblichkeiten.

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