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Ein Textperiment: Die Versammlung

In der Zeit vom 18. bis zum 27. April ist im Stammelblog etwas Großartiges passiert: Wir haben ein Textperiment gewagt, das in dieser Form (und in dieser Gegend und mit diesen Beteiligten) ganz sicher einzigartig war. Das Ergebnis, auf das Ihr – me culpa, mea maxima culpa – lange warten musstet, kann sich sehen lassen. Ihr findet das gesammelte Stammelmanuskript (mit einer winzig kleinen redaktionellen Feinschleifung) im Anhang. Wer selbst noch etwas daran rumschrauben möchte, möge sich melden – ich habe es auch noch in Word.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei alten Mitwirkern- und Mitwirkerinnen bedanken. Das war töfte.

Die lobzupreisenden Mitschreiberlinge in alphabetischer Reihenfolge:

Ami
BirrGarten
elbe_
Enno

Faustus
Huck
Karen
Lea

Leselöwin

Liisa

mai_kaefer
NiWo

Ramses101

Rike
Sanne
Stiller

Sue
Tapio Liller
Volker H. Davids

Gerne verlinke ich auch noch die Namen der bisher Unverlinkten. Dazu müsstet Ihr mir nur kurz sagen, wohin die Reise gehen soll!

Hier nun also das corpus scribendi (Ich habe den Kontakt zu meinem Lateinlehrer schon lange abgebrochen…):

Ein Textperiment

Ein Textperiment: Ende des 1. Teils

Zunächst erstmal möchte ich allen, die sich so viel Mühe gegeben haben das Textperiment zu unterstützen, ganz herzlich danken. Ich bin wirklich begeistert, wie viele Teilnehmer es gibt und vor allem, wie viel Mühe sich jeder und jede Einzelne gegeben haben. Das hat mich überrascht. Und Euch sicher auch. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal an die “Auswertung machen” und das Ganze optisch etwas aufbretzeln. Stay tuned!

Ein Textperiment: Der Anfang

–> Zu den Regeln

(1) Die Jalousien waren heruntergelassen, und die einzigen Geräusche waren die Schnellfeuersalven und Detonationen des Videospiels, dann und wann unterbrochen von einem blechernen Tusch. (2) Kein Schaf wusste, was zu tun war. (3) Es blieb nur ein Ausweg: selbst eine Behandlungsmethode zur Heilung der Geisteskrankheit zu entdecken. (4) Gott weiß, wie viele Drogen der Junge in den zweieinhalb Jahren einpfiff, die er in Morningside Heights verbrachte. (5) Aber er muss etwas begreifen. Er ist keineswegs dumm. Er kann sich nicht für alle Zeit von diesem Kindheitsdrama beherrschen lassen. (6) Manchmal hatte sie etwas Brutales an sich, diese Art, etwas Selbstzerfetzendes. (7) Weinkrämpfe, Schlaflosigkeit, Zuckungen der Augenlider und manchmal der Finger, es war eine ziemliche Qual. (8) Daß es aus ihm heraus auf den gelben Teppich in der Ankleide tropfte, merkte er nicht, oder es war ihm egal.  (9) Adrian lachte und kehrte ins Zimmer zurück.

Quellen:

(1) T.C. Boyle, América, DTV: München, 1998, S. 113. (2) Leonie Swann, Glenkill, Wilhelm Goldmann Verlag: München, 2005, S. 180.(3) Paulo Coelho, Veronika beschließt zu sterben, Diogenes: Zürich, 2002, S. 81.(4) Paul Auster, Timbuktu, Rowohlt Verlag GmbH: Reinbek bei Hamburg, 1999, S. 20.(5) Philip Roth, Das sterbende Tier, Rowohlt Verlag GmbH: Reinbek bei Hamburg, 2003, S.97.(6) Pascal Mercier, Nachtzug nach Lissabon, btb: München, 2006, S. 147.(7) Markus Werner, Am Hang, S. Fischer Verlag GmbH: Frankfurt am Main, 2006, S. 145.(8) Martin Walser, Der Lebenslauf der Liebe, Suhrkamp Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main,  2001, S. 313. (9) Stephen Fry, Der Lügner, Aufbau Taschenbuch Verlag GmbH: Berlin, 2003, S. 395.

Ein Textperiment: Die Regeln

Ein bisschen geschwindelt habe ich in meinem Blogpost über das Lesen schon. Denn zum lesen muss ich mich eigentlich nicht überwinden. Ich liebe Bücher und verehre ihre Verfasser dafür, dass sie mit ihren Worten mein Leben ändern können.

Ein Lachen in einer Situation, in der mir gar nicht nach lachen zumute war. Ein plötzlicher Schreckmoment, wenn ich dachte, dass alles hübsch und beschaulich vor sich hinfliesst. Eine kleine Träne, mit der ich schlicht nicht gerechnet habe. Es sind klitzekleine Kleinigkeiten. Mit großer Macht über den Moment.

Wenn einem soviel Gutes widerfährt, will man das bestenfalls nicht nur mit billigem Fusel begiessen, sondern es irgendwie mit anderen Menschen teilen. Nun halte ich das bei Büchern für eher schwierig, denn auch (oder gerade) bei einem Buch liegt dessen Schönheit einzig im Auge des Betrachters. Ich fühle mich immer irgendwie merkwürdig, wenn mich jemand nach einem Buchtipp fragt und ich – hilfsbereit wie ich bin – etwas in zum Besten gebe wie: „Lies dies, das ist toll weil….“ oder „Lies das bloß nicht. Das ist sooo fürchterlich langweilig.“ Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, ob anderen das gefällt, was mir gefällt. Und ich wäre darüber hinaus tödlich beleidigt, wenn man mir z.B. über mein jeweiliges Lieblingsbuch sagen würde, dass es vielleicht nicht so ist.

Statt also Buchkritiken zu schreiben (daran habe ich mich tatsächlich schon versucht) oder einfach alle Bücher aufzulisten, die ich auch noch gut fand, habe ich mir überlegt, ob man das Thema anders angehen kann. Und was dabei heraus gekommen ist, soll künftig hier als kleine Serie zu lesen sein.

Mein Bier:

Ich habe einen kleinen Text zusammengeschrieben, von dem kein einziges Wort aus meiner eigenen Feder stammt. Es handelt sich um Sätze, die so in einem der Bücher stehen, die mir etwas bedeuten. Ich habe sie rausgesucht, aneinander gereiht und so einen neuen Text daraus entstehen lassen. Natürlich ist die Herkunft jedes Satzes genau gekennzeichnet, denn es geht mir nicht darum, mich mit fremden Lorbeeren zu schmücken.

Euer Bier:

Ich habe bereits ein kurzes Kapitel vorgelegt und würde mich freuen, wenn Ihr auf dieselbe Art (via Kommentar) gemeinsam das nächste Kapitel schreibt. Das kann jeweils ein Satz sein, es können auch mehrere sein. Schön wäre es, wenn Ihr das Buch wirklich gelesen habt, aus dem Eure Sätze stammen. Noch schöner, wenn es Euch etwas bedeutet.

Eure Ergänzungen sollten zum jeweils vorhergehenden Satz passen, Ihr solltet die Originalsätze 1:1 übernehmen und die Quelle dazu genau angeben. Kommentare, die diese Kriterien nicht erfüllen, lösche ich – um der Geschichte willen – raus. (Am Einfachsten ist es, wenn Ihr die Nummerierung, die ich angefangen habe einfach fortsetzt.)

Der Zeitrahmen:

Das Ganze läuft von heute an erstmal eine Woche. Nächsten Sonntag um 12:00 Uhr ist Bestandsaufnahme und dann schauen wir, wie es weitergeht.

Nochwas:
Ich bin gespannt wie Flitzkacke.

–> Ein Textperiment: Der Anfang

Wer noch Inspiration für die Auslese sucht, findet die vielleicht u.a. hier:

Liisas Litblog (Von hier aus geht die Reise via Blogroll in zahlreiche Litblogs weiter, danke für den Tipp @Markus)

Text & Blog

Literaturblog (aus der Schweiz)

Literatur Blog