Projekt: Das war doch alles nur ein Missverständnis. Achter Spieltag.

Es ist unfassbar. Da ist man ein einziges Mal richtig stolz auf seine Jungs, weil die vor nicht mal einer Woche ein wirklich ordentliches Spiel hingelegt haben statt sich, wie in der Vergangenheit so oft, ausschließlich auf den Dusel zu verlassen und dann so was. Ausgezaubert und das schon im zweiten Spiel. Nun gut. Serbien ist nicht Australien  aber Serbien ist auch nicht Argentinien. Und vom Vier zu Eins zum Null zu Eins – das ist schon ein ziemlich weiter Weg.

Der Schiri. Wer in einem einzigen Spiel acht gelbe und eine gelb-rote zieht, ohne dass es Tote oder Schwerverletzte gegeben hätte, was eine solch rege Betriebsamkeit ja durchaus gerechtfertigt hätte, der kann – mit Verlaub – den Schuss nicht gehört haben. Die wilde Pfeiferei hat das ganze Spiel in eher unappetliche Stücke gerissen.

Und dann auch noch Poldi. Gefühlte 1000 Mal hat er aufs Tor geschossen, einmal davon sogar ohne wirkliche Gegenwehr und nicht ein einziges Mal ist der Ball dort gelandet, wo er hätte landen sollen. Weiterlesen

Projekt: Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus. Siebter Spieltag.

Immerhin.

Der zweite Spieltag (mit dieser kalenderverachtenden Fußballerterminologie werde ich mich nie anfreunden können) scheint der Weltmeisterschaft gut zu tun. Endlich geht was. Und da jetzt was auf dem Spielfeld geht, muss man sich nicht mehr so sehr damit beschäftigen sich über das Drumherum aufzuregen. Die Vuvuzelas sind leiser geworden oder die Spiele lauter.

Zunächst mal haben die Argentinier den Südkoreanern einen gehörigen Schrecken eingejagt. Denn gegen die spritzigen Südamerikaner hatten die devot defensiven Asiaten nicht den Hauch einer Chance. Es versteht sich von selbst, dass Maradonas Goldjunge („Ich habe Messi“) bei allen vier Toren irgendwo die Zehen im Spiel hatte. Weiterlesen

Projekt: Wir können auch mit Schweinis Schnupfen. Sechster Spieltag.

Ich kann heute unmöglich viel Zeit damit verlieren über irgendsoein daher gelaufenes Honduras-gegen-Chile-Spiel zu schreiben, das ich nicht mal angesehen habe. Es sei den Chilenen aber von Herzen gegönnt, dass sie seit 1962 das erste Mal bei einer WM ein Spiel gewonnen haben. Damit haben sie schließlich mehr erreicht als Generationen von Teams vor ihnen.
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Projekt: Wer war noch mal Italien? Vierter Spieltag.

Ist es nun Fluch oder Segen, dass ich aus triftigen Gründen die Nachmittagsspiele – wenn überhaupt – nur mit einem halben Auge ansehen und einem Achtel Ohr anhören kann?

Hätte ich heute das (wie ich las „glanzlose“) Spiel der Niederlande gegen Dänemark ansehen können, hätte ich doch zumindest mitbekommen, wie der Wanderpokal der WM-Sockenschiesser heute jenem Dänen überreicht wurde, der kurzzeitig nicht zwischen „Mein“ und „Dein“ unterscheiden konnte. Diese Tore sehen sich aber auch zum verwechseln ähnlich. Weiterlesen

Projekt: Wir werden Weltmeister. Erster Spieltag.

Von ruckeligen Livestreams und dienstbeflissenen Trambahnfahrern bestens über Verlauf und Ausgang des Eröffnungsspieles (Mexiko vs. Südafrika, 1:1) informiert, kann das Motto für den restlichen lang und heftig herbeigesehnten ersten Spieltag nur „Public Viewing“  lauten. Also schnell in den Biergarten (heute: Augustiner) gehuscht, die zu klein geratene Großleinwand geortet und sich hübsch in Reih und Glied mit den anderen Fans gebastelt. Es wird geschwatzt und geraucht, Flagge gezeigt und auf Fahne hingearbeitet. Denn mit dem ersten Anpfiff hat auch in München ein 30-tägiges Volksfest begonnen, vor dem selbst das Oktoberfest in Ehrfurcht erstarren muss. So ist das eben, wenn wir alle ganz kurz davor stehen, Weltmeister zu werden. Weiterlesen