Ohrenbetäubendes kleines Leben

IMG_0045Um herauszufinden, dass das eigene Baby häufiger und exzessiver schreit als das unter Babys gemeinhin so üblich ist, muss man nicht vom Fach sein. Die Erkenntnis kommt wie von selbst, nur anzufangen weiß man damit leider nur wenig. Und erstaunlicherweise steht man zunächst mit dem Problem ziemlich alleine da. Dabei sind – je nach Studie – statistisch 16 bis 29% der Säuglinge in den ersten drei Monaten, 8% darüber hinaus von exzessivem Schreien betroffen, sind also so genannte „Schreibabys“. (Der Volksmund spricht wegen der Häufung in den ersten drei Monaten auch gerne von Dreimonatskoliken, was aber gleich in mehrerlei Hinsicht irreführend ist, denn Bauchweh ist nur ganz selten der Grund für das Schreien.)

Der kleine Herr war von Anfang an kein besonders ruhiger Vertreter. Bereits im Krankenhaus machte er lautstark auf seine Bedürfnisse aufmerksam. Wenn man gerade erst in die feindselige Welt geschleudert wurde und noch dazu recht unsanft, ist es ja nur recht und billig, seinem Unmut Luft zu machen und Forderungen zu stellen. Schließlich geht es für so einen kleinen Wurm ums nackte Überleben! In den ersten Wochen ließ sich sein Schreien jedoch klar mit Bedürfnissen in Verbindung bringen. Er hatte Hunger, war müde, schwitzte, fror oder hatte eine volle Windel. Alle diese Probleme ließen sich beseitigen, so dass die häusliche Ruhe meist schnell wiederhergestellt war und der kleine Herr zufrieden schlummerte.

Etwa ab der  vierten Woche änderte sich das: die Schreiphasen kamen häufiger, waren länger und all zu oft unstillbar. Natürlich spielten wir das Hunger-Bauchweh-Müdigkeit-volle-Windel-Spiel jeweils durch, aber selbst nachdem wir sichergestellt hatten, dass alle denkbaren Bedürfnisse gestillt waren, hörte das Weinen nicht auf.

Da der kleine Herr sich von Geburt überstreckte und sich dies in den Schreiphasen besonders bemerkbar machte, begaben wir uns – auf Anraten unserer Hebamme – in osteopathische Behandlung. Er war damals etwa sechs Wochen alt. Die Osteopathin diagnostizierte schnell verschiedenste Blockaden in Hals- und Brustwirbelsäule, aber auch in der Hüfte und den Füßen, die sehr wahrscheinlich von der Geburt herrührten und die ebenso wahrscheinlich die Ursache für sein Schreien waren. Die Osteopathiesitzungen sollten jeweils 60 Minuten dauern. Spätestens nach der Hälfte mussten wir jedoch zumeist abbrechen, weil der kleine Herr weinte und weinte und sich durch nichts und niemanden beruhigen ließ. Die kleineren Blockaden konnte die Osteopathin schnell lösen, aber vor allem die Blockade in der Halswirbelsäule erwies sich als hartnäckig und die Schreiattacken gingen weiter.

Und so hatten wir auf der einen Seite die Blockaden, die den kleinen Herrn vermutlich zu Schreien veranlassten und auf der anderen Seite eine so genannte frühkindliche Regulationsstörung, die dazu führt, dass er sich nicht selbst beruhigen kann, was  die meisten Babys instinktiv schon ganz gut hinbekommen.

Je mehr der kleine Herr schrie, desto weniger schlief er. Vielleicht war es auch umgekehrt. Interessanterweise setzte das exzessive Schreien in den Nächten aus. Zwar meldete er sich lautstark zu Wort, wenn er Hunger hatte, aber nach vollzogener Fütterung schlief er auch gleich wieder seelenruhig weiter. Ein bisschen Zeit zum Durchatmen, denn die Zeiträume von Flasche zu Flasche wurden schon bald länger.

Ganz anders verhielt es sich tagsüber. Um ihn zum Schlafen zu bringen, halfen nur ausgedehnte Spaziergänge. Der Kinderwagen beruhigte ihn offensichtlich. Doch die Angst davor, dass er unterwegs aufwachen und losschreien könnte, wurde mein ständiger Begleiter. Da ich nicht stillte, verließ ich das Haus niemals auch nur fünf Minuten, ohne mehrere Milchflaschen, Pulver und abgekochtes heißes und kaltes Wasser. Denn auch wenn das keine sichere Bank war, gab es Grund zur Hoffnung, dass ein leckeres Fläschchen im Notfall Schlimmeres verhindern konnte.

Da außerhalb des Kinderwagens tagsüber nicht ans Schlafen zu denken war und Nichtschlafen gleichbedeutend mit Schreien war, besorgten wir für den kleinen Herrn eine Federwiege von NONOMO und schaukelten ihn was das Zeug hielt, wenn wir merkten, dass er müde war und die Stimmung zu kippen drohte. Mithilfe der Federwiege konnten wir ihm wenigstens hin und wieder zu ein wenig Tagschlaf in unseren eigenen vier Wänden verhelfen. Das war für alle Beteiligten ein echter Segen und ich würde Eltern von exzessiv schreienden Babys die Anschaffung einer solchen Federwiege unbedingt empfehlen. (Man kann die NONOMO zunächst auch gegen Gebühr ausleihen, um zu sehen, ob sie hilft. Und es gibt auch Federwiegen anderer Hersteller, die ganz sicher genau so gut sind.)

Dass die Federwiege uns oft half, den kleinen Herrn zum Schlafen zu bringen, bedeutete leider nicht, dass nun großflächig Ruhe einkehrte. Dennoch war sie für uns ein bisschen mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sehr oft dauerten die Schlafphasen in der Federwiege zwar nur etwa 30 Minuten, aber da unsere Tage in der Regel gegen 7 Uhr begannen und nicht vor 22 Uhr aufhörten, war jede einzelne „ruhige“ Minute mir mehr als willkommen. Hinzu kam, dass die Stimmung nach den Schläfchen meist für eine kleine Weile verhältnismäßig gut war.

In den ersten Wochen und Monaten schickte ich meinen alten Freund Google wohl unzählige Male mit dem Wort „Schreibaby“ auf die Suche. Je länger das Schreien andauerte, desto schwieriger war die Situation für mich zu ertragen und desto verzweifelter suchte ich nach der ultimativen Lösung für unser Problem. Unweigerlich stolperte ich so auch über das Buch „Das glücklichste Baby der Welt: So beruhigt sich Ihr schreiendes Kind – so schläft es besser“ von Dr. Harvey Karp.  Zwar sträubten sich mir allein schon beim Titel alle Nackenhaare, aber ich war verzweifelt und das Buch bekam so viele gute Kritiken, dass ich es am Ende doch kaufte.

Harvey Karp ist der Überzeugung, dass sich mit fünf einfachen Maßnahmen („die fünf S„), die jeweils in einer festgelegten Reihenfolge durchgeführt werden, jedes noch so exzessiv schreiende Kind beruhigen lässt. Dem Ganzen liegt übrigens die nicht ganz unspannende Theorie zu Grunde, dass jedes Baby im Grunde ein Trimester zu früh geboren wurde (darauf führt man auch die Regulationsstörung zurück) und dass man es deshalb zur Beruhigung „künstlich“ in die Situation im Mutterleib zurückführen sollte. Um dies zu erreichen, soll das Baby 1. stramm eingewickelt (gepuckt) werden, dann 2. in die Seitenlage versetzt werden, anschließend 3. mit Sch-Lauten beruhigt, 4. rhythmisch geschaukelt und schließlich 5. zum Saugen animiert werden.

Um es vorweg zu nehmen: Wir sind bei den fünf „S“ gleich an mehreren Stellen gescheitert. Der kleine Herr mochte nicht gepuckt werden (und ich mochte ihn nicht zu seinem „Glück“ zwingen). Auf die Seitenlage habe ich aus meiner Furcht vor SIDS lieber verzichtet und mit meinen Sch-Lauten bin ich während einer Schreiattacke nicht mal annähernd zum kleinen Herrn durchgedrungen. (Später entdeckte ich dann eine White-Noise-App für’s iPhone, die im Zusammenarbeit mit der Federwiege doch zumindest kurzfristig Wirkung zeigte.) Rhythmisches Schaukeln und Saugen funktionierten ja bereits vorher – manchmal! Karps Tipps haben uns also nicht maßgeblich weitergebracht.

Wenn ein Baby über einen längeren Zeitraum exzessiv schreit, liegen selbst bei gut geerdeten Eltern irgendwann die Nerven blank. Die Belastung ist groß und für Außenstehende, die das Ganze nur punktuell oder vom Hörensagen mitbekommen kaum nachvollziehbar. Die oft gehörte und sicher gut gemeinte Aussage, dass schließlich jedes Baby schreie, hilft dann tatsächlich genau so wenig weiter wie der Hinweis, dass vielleicht die eigene Unsicherheit in der Situation schuld an der Situation sein könnte (Henne-Ei-Henne – Ihr kennt das) Ich geriet an meine Grenzen – in vielerlei Hinsicht. Und wusste dabei oft nicht so recht, wie ich mich sich selbst wieder in geordnete Bahnen bringen soll.

In den meisten Partnerschaften ist es in den ersten Monaten vor allem die Mutter, die sich intensiv Tag und Nacht mit dem Baby auseinandersetzt. Wenn der Vater nicht gerade mit den Vätermonaten in die Elternzeit einsteigt, wird er in der Regel wenige Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen, um den Unterhalt für seine kleine Familie zu sichern. So war es auch bei uns, was bedeutete, dass ich den größten Teil der Zeit mit dem kleinen Herren und seinem großen Kummer alleine war. Jeden Tag habe ich herbeigesehnt, dass der Papa von der Arbeit nach Hause kommt und mir hilft, mich rettet. Viele Stunden saß ich in einen abgedunkelten Raum ohne Hintergrundgeräusche („bloß keine Reizüberflutung!“), hielt ein schreiendes Baby im Arm und wartete darauf, dass es vor Erschöpfung in meinen Armen einschlief. Tage zäh wie Kaugummi!  Abends riss sich des kleinen Herren Papa ein Bein aus, um mich zu entlasten und meinen Tag zumindest schön ausklingen zu lassen. Aber gegen das weiterhin andauernde Geschrei des Zwergs kannte auch er kein Patentrezept – denn in Wirklichkeit gab es dieses nicht. Man stellt sich in den zehn Monaten, die man auf die Ankunft des neuen Mitbewohners wartet, vieles vor, das meiste hat mit übermenschlich großem Glück zu tun. Aber auf eine solche Situation hatten wir Beide uns nicht gefasst gemacht.

Ursprünglich hatte ich geplant, mit dem kleinen Herrn verschiedene Kurse zu besuchen (Babymassage, PEKiP, Rückbildung mit Baby), weil ich wollte, dass er es bei seinem Start ins Leben so schön wie möglich hat und auch früh mit anderen Babys in Kontakt kommt. Aber es stellte sich sehr schnell heraus, dass eine gemeinsame Kursteilnahme so gut wie unmöglich war. Den Babymassagekurs verließ ich nach der zweiten Sitzung, PEKiP und Rückbildung mit Baby trat ich gar nicht erst an. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass niemandem damit geholfen sei, wenn mein Baby und ich an einem solchen Kurs teilnehmen. Dem kleinen Herrn nicht, weil er in seinem Schreigefängnis meist ohnehin der Welt entrückt war und die gut gemeinten Aktivitäten ihn eher weiter überreizten. Mir nicht, weil ich mich statt um meine Übungen um die Beruhigung des kleinen Herrn kümmern musste und es mir peinlich (ja, peinlich!) war, wenn ich ihn am Ende einfach nicht beruhigen konnte. Mal ganz davon abgesehen, dass öffentliche Verkehrsmittel die mich zu den verschiedenen Schauplätzen hätten bringen sollen, für mich mit dem kleinen Herren immer der blanke Horror waren. Ich mag es, in der Anonymität der Menge unterzugehen: Mit einem Schreibaby funktioniert das nicht.

Statt Kurse zu besuchen, versuchte ich mich mit Freundinnen zu verabreden, die auch gerade Mutter geworden waren. Die Hälfte dieser Verabredungen musste ich kurzfristig absagen, da der kleine Herr sich entweder schon beim Anziehen rettungslos in Rage schrie oder spätestens nach den ersten Metern im Kinderwagen. Ich konnte nicht da drüber stehen und ich konnte ihn auch nicht einfach schreien lassen und an meinem Plan festhalten. Hin und wieder klappte es aber doch, dass ich mal eine Freundin zuhause besuchte oder mich zum Wagenschieben verabredete. Das tat unglaublich gut, aber ich hatte dennoch immer den Gedanken an die „tickende Zeitbombe“ im Nacken. Und ich hatte gelegentlich diese schale Gefühl, den anderen mit unserem Problem zur Last zu fallen. Quatsch natürlich, aber man steigert sich da so rein.

Gerne hätte ich den kleinen Herrn manchmal für ein paar Stunden abgegeben, um selbst zur Ruhe zu kommen. Da wir jedoch keine Großeltern in der Nähe haben, ließ sich das nicht einfach so einrichten. Und Freunden oder Babysittern wollte ich das, was selbst für mich irgendwann unerträglich wurde, einfach nicht zumuten. Wäre nicht in einer Nacht- und Nebelaktion meine liebe Tante eingeflogen, um mir für zwei Wochen unter die Arme zu greifen, ich weiß nicht, wo das für mich noch geendet hätte.

Zum Glück gibt es für Mütter und Väter in meiner Situation professionelle Hilfe in Form von Schreibabyberatungen und -ambulanzen. Man sollte keine falsche Scheu davor haben, diese als betroffene Eltern in Anspruch zu nehmen. Es ist nämlich ein Irrglaube, dass man sich irgendwann an das Schreien gewöhnt. Wenn man großes Glück hat, schafft man es vielleicht, sich irgendwie durch die ersten drei Monate zu hangeln, aber spätestens wenn das Schreien nach den drei Monaten nicht „schlagartig“ aufhört kann die Verzweiflung ins Unermessliche wachsen.

Der kleine Herr hörte nach drei Monaten nicht auf zu schreien und auch nicht nach vier. Zwar spürte ich nie die unmittelbare Gefahr, dass ich ihm aus Verzweiflung etwas antun könnte, aber ich merkte doch, wie meine Geduld nachließ und ich gelegentlich eher unfreundlich mit ihm umging. Und wie ich immer häufiger in Tränen ausbrach und mich fragte, wie ich das alles überstehen soll. In der Münchner Schreibabyambulanz nahm man sich Zeit und hörte mir zu. Und bestätigte mich darin, dass alles, was ich tat genau richtig war – denn natürlich fängt man an, an sich selbst zu zweifeln, wenn das Baby nicht aufhören will zu weinen. Zwar schnippte dort niemand mit dem Finger und der kleine Herr hörte stante pede mit dem Schreien auf, aber es half zu wissen, dass ich nicht allein war mit meinem Problem und dass ich nicht einfach nur auf ein normal schreiendes Baby überreagiere. Der kleine Herr war tatsächlich ein „Schreibaby“ und während sein Papa das (schwierige) Wort nur sehr ungern in den Mund nahm, schob ich es vor mir her wie ein Schutzschild, was mir irgendwie half, mit der Situation besser fertig zu werden.

Wenn Ihr den Text bis hier hin aufmerksam gelesen habt, werdet Ihr feststellen, dass ich im Zusammenhang mit dem kleinen Herrn in dieser Zeit vor allem von „Problem“ und „Belastung“ geschrieben habe. Und dass ich das ganz oft wirklich so empfunden habe, ist für mich immer noch das Schlimmste an der ganzen Situation. Mein kleiner Sohn hat mich über mehrere Monate hinweg jeden Tag mehrere Stunden lang angeschrien und das ist einer gesunden Mutter-Kind-Beziehung leider nicht unbedingt zuträglich. Insbesondere dann nicht, wenn all meine Bemühungen ihm zu helfen, damit er nicht mehr schreien muss, nicht zu ihm durchdringen konnten. Das Wissen, dass der Kleine nichts Böses im Sinn hat und seinen – wie auch immer gearteten – Kummer einfach nicht anders artikulieren kann, schützt einen leider nicht unbedingt davor, das Schreien irgendwann persönlich zu nehmen. Mag er mich nicht? Bin ich ihm keine gute Mutter? Habe ich etwas falsch gemacht? Fragen über Fragen, die einem niemand zufriedenstellend beantworten kann. Kein einfacher Start für eine große Liebe.

Heute ist der kleine Herr neun Monate alt. Seit etwa drei Monaten ist er den größten Teil der Zeit stabil. Je mehr er kann (umdrehen, sitzen, krabbeln), desto besser kann er sich auch selbst regulieren. Wenn er heute merkt, dass er im Begriff ist, sich fürchterlich aufzuregen, schiebt er sich manchmal gerade noch rechtzeitig selbst den Schnuller in den Mund. Das ist so unglaublich niedlich, dass mir jedes Mal das Herz aufgeht! Das exzessive Schreien hat beim kleinen Herrn nicht schlagartig aufgehört, aber es ist immer seltener geworden und er lässt sich heute (in 95% der Fälle) auch viel leichter beruhigen. Mit den restlichen 5% kann ich, können wir nach unserer Erfahrung aus den ersten sechs Monaten einigermaßen umgehen. Und jetzt nutzen wir jede einzelne Minute aus, die Nähe, die uns das Schreien nehmen wollte, in vollen Zügen auszukosten.

Liebe Eltern künftiger Schreibabygenerationen, 

lasst Euch helfen und bittet Freunde, Verwandte oder professionelle Einrichtungen um Unterstützung. Ihr seid nicht schuld daran, dass Euer Baby nicht aufhören will zu weinen. Und Ihr müsst Euch für sein Weinen bei niemandem entschuldigen. Ihr tut, was in Eurer Macht steht und zwar instinktiv und Eurer Baby weiß das. Passt gut auf Euch auf und nehmt Eure eigenen Bedürfnisse ernst. Und setzt Euch bloß nicht unter Druck, weil ihr vielleicht ein wenig „aus der Reihe“ fallt. Verzichtet auf Aktivitäten, die Euch schon im Vorhinein Schweißperlen auf die Stirn treiben, auch wenn Ihr glaubt, dass von Euch etwas anderes erwartet wird. Es ist ok, wenn Euch die Situation überfordert und es ist auch ok, unglücklich darüber zu sein und zu weinen. Es wird eine Zeit kommen, da habt Ihr es überstanden – das kann schnell gehen oder etwas länger dauern – aber es wird passieren, so viel ist sicher. 

Kopf hoch!
Eure Melanie

P.S.  Wenn Ihr in derselben Situation seid oder jemanden kennt, der in einer ähnlichen Situation ist – meldet Euch. Ich kann das Schreien nicht abstellen, aber vielleicht hilft es ja, mit jemandem darüber zu sprechen, der genau weiß, worum es geht. MIR hat das geholfen. 

 

Baby(un)sitter

Tassenfahrt

bern_grandprix_20133Wir hatten die Wahnsinnsidee, rund neun Monate nach der Geburt unseres kleinen Herrn, mal einen Abend zu zweit zu verbringen – Bruce Springsteen sollte dabei sein, live im Olympiastadion. Da wir nun beide Zuagroaste sind, verfügen wir vor Ort nicht über Sippe, die sich spontan herbei bestellen ließe. Unsere Freunde wollten wir damit nicht behelligen, also dachten wir uns: „Ein Babysitter muss her!“ Babysitter sind eine tolle Sache, dachten wir uns und wenn man ein mal eine vertrauenswürdige und umgängliche Betreuungsperson gefunden hätte, könnte man ja sogar öfter als einmal alle neun Monate mal wieder ein bisschen Zweisamkeit genießen. So der Plan! Aber wie kommt man an einen Babysitter?

Der kleine Herr ist seit seinem 7. Lebensmonat in der Krippe und so dachten wir uns, dass man uns dort vielleicht jemanden empfehlen könne. Konnte man auch. Aus (verständlichem) Prinzip werden zwar keine Betreuerinnen aus der Krippe selbst vermittelt (was natürlich sehr praktisch wäre), aber in Erzieherinnen- und Kinderpflegerinnenkreisen kennt man sich ja und so hatten wir schnell die Nummer einer Kinderpflegerin in der Hand, die wir auch stante pede anriefen. Klang alles super und es wurde ein Kennenlerntermin an einem Freitagnachmittag um 17:30 Uhr vereinbart. Um 17:30 Uhr schickte die Dame eine SMS, dass sie doch nicht kommen könne. Wir könnten ihr aber schon mal die gewünschten Sitting-Termine durchgeben (sage und schreibe zwei Abende!), an denen sie dann aber sowieso nicht konnte. Aber wir dürften uns gerne wieder melden. Schönen Dank!

Der nächste Versuch war eine Empfehlung aus dem Freundeskreis, ein junger Mann, selbst Kinderpfleger von Beruf. Da wir zwei Wochen vor dem Springsteen-Konzert noch eine Geburtstagseinladung hatten, hielten wir das für einen guten Testballon und fragten den jungen Mann vorher, ob er an dem Abend denn frei habe. Er habe, sagte er. Also vereinbarten wir den obligatorischen Kennenlerntermin, zu dem er auch pünktlich erschien. Leider  stellte sich heraus, dass er bisher wenig Erfahrung mit so kleinen Babys hatte (und man merkte ihm den Respekt vor der Herausforderung an) und irgendwie konnten wir uns den netten jungen Herrn auch nicht so richtig im Umgang mit dem kleinen Herrn vorstellen. Jedenfalls nicht solange er ein so kleiner, kleiner Herr ist. Schade, aber wieder nix.

Da das Hörensagen-Freundes-und-Bekanntenkreis-Empfehlen nicht so richtig fruchten wollte, entschlossen wir uns also, uns des Themas „professionell“ anzunehmen und unser Glück auf babysitter.de zu suchen. Man bezahlt hier ein bisschen was, bekommt aber durchaus auch eine ganze Menge Resonanz und im Großen und Ganzen war niemand dabei, der/die auf den ersten Blick gar nicht gegangen wäre. Da der kleine Herr eben noch sehr klein und aus diesem und jenem Grund auch irgendwie „speziell“ ist, suchten wir uns zwei Bewerberinnen aus, die sowohl über eine passende Ausbildung als auch über entsprechende Erfahrung verfügten. Nummer eins meldete sich auf unsere Interessenbekundung nicht mehr (- nein, ich habe ihr nichts unflätiges geschrieben -), Nummer zwei zeigte sich sehr erfreut und wir vereinbarten auch gleich den Kennenlerntermin. Den sie am Vorabend des vereinbarten Tages wegen Krippe (sic!) absagen musste. Sie wollte sich aber nach ihrer Gesundung wieder melden. Bisher haben wir nichts mehr von ihr gehört.

Es vergingen wieder ein paar Tage, der Tag des Konzertes rückte näher und wir hatten bereits mit Bruce abgeschlossen. Da kam über babysitter.de eine neue, sehr interessant und nett klingende Bewerbung rein und wir schöpften wieder Hoffnung. Die Bewerberin gibt an, am Sonntagabend Zeit zu haben. Der Kennenlerntermin dann am vergangenen Freitag: Ich öffne die Tür und denke – „ja“. Die junge Dame ist studierte Sozialpädagogin, sittet schon seit mehreren Jahren Babys (auch kleine) und Luis und ich finden sie gleich dufte. Und sie sagt erneut, dass sie Sonntag noch nichts vor hat! BOSS, ICH KOMME! Ich gebe ihr gleich grünes Licht und frage sie, ob sie sich das mit uns auch vorstellen könne. Sie bejaht. Wir vereinbaren aber, am nächsten Tag noch mal zu telefonieren, wenn wir alle noch mal eine Nacht darüber geschlafen haben. Ich muss darüber nicht schlafen und der Mann traut meinem Urteil, aber ich willige ein. Samstagmittag lasse ich sie per SMS wissen, dass wir uns freuen würden, wenn sie sich um Luis kümmern würde. Guess what? Sie schreibt zurück, dass es zwar alles sehr gut klang, sie aber Sonntag nun doch nicht schaffen würde. Wtf?

Das Ende vom Lied: Der Mann ist alleine (mit Freunden) beim Konzert und ich bin zweisam mit dem kleinen Herrn, was für sich genommen zwar nicht schlecht ist, aber irgendwie nicht so ganz dem eigentlich Plan entsprach. Zudem bin ich enorm frustriert über die Münchner Babysitter, die in meiner kleinen Empirie allesamt sprunghaft und unzuverlässig sind. Wie sind denn Eure Erfahrungen?

B(r)eikost

IMG_0450Der erste Brei. Ich muss gestehen, ich habe diesen Moment ein kleines bisschen herbei gesehnt. Wenn man stillt, ist er vielleicht ein bisschen furchteinflößend, aber als Flaschenmama ändert sich durch die Beikost (außer dem Abstand zum Kind beim essen) nicht so viel. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Und so habe ich mich wirklich darüber gefreut, den kleinen Herrn ab Mitte des fünften Lebensmonats in die Welt der Geschmäcke einzuführen. So viel zu meiner leicht romantischen Vorstellung: Der leckere Brei – der zufriedene und satte kleine Herr – die glückliche Mama.

Am Anfang war Pastinake. Aus dem Glas, das muss ich zugeben. Irgendwo hatte ich ohnehin gelesen, dass die Zutaten für Babybreie so was von geprüft sind, dass sie weniger Schadstoffe in sich tragen als so mancher selbst gekochte Brei. Das beruhigte mich. Und da ich nicht wusste, was der kleine Herr geschmacklich so präferiert, fand ich das für den Anfang eine gute Lösung. Beim ersten Versuch landete mehr Brei auf dem Kind und der Mama als in dem Kind, aber das scheint mit halbwegs normal zu sein. Und die ersten paar Löffel (1/8 Gläschen) gingen auch ganz gut weg. Doch schon am zweiten Tag wurde Pastinake missbilligt und ich machte den Anfängerfehler, gleich die nächste Sorte zu zücken: Karotte. Auch Fehlanzeige. Das Missbilligen wurde vehementer. Dasselbe mit Kürbis. Da ich dem Knirps weder das Essen aufzwingen wollte, noch ertragen konnte, wie ihn meine gut gemeinte Geste immer wieder zum weinen brachte, stoppte ich das Experiment Beikost für einige Tage frustriert. Vielleicht war es noch zu früh.

Nachdem etwas Gras über unsere ersten missglückten Versuche gewachsen war, startete ich die nächste Beikost-Offensive – diesmal mit Obstgläschen. Ich hatte diese zunächst gemieden, weil es ja heisst, dass das Kind dann nur noch auf süß abfahre, habe es aber dann nach Rücksprache mit dem Kinderarzt darauf ankommen lassen. Der sagte nämlich: Ganz egal, ob wir mit Obst oder Gemüse anfangen – Hauptsache, das Kind isst! Und das tat er tatsächlich. Apfel, Birne, Apfel-Banane – alles gar kein Problem und schon bald putzte der kleine Herr ein ganzes Gläschen weg, allerdings nur am frühen Abend. Mittags war ihm einfach nicht nach Brei. Mit etwas Hartnäckigkeit und viel Obst gelang es mir schließlich, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Etappensieg für mich. Und durch die Hintertür und mit Taschenspielertricks durften schließlich auch Karotte und Pastinake auf dem Löffel Platz nehmen. Aber wehe, ich bot das Ganze gemischt mit Kartoffel an! Der kleine Herr mauserte sich nämlich schnell zum Konsistenzfetischisten: Alles was ihm nicht flüssig genug erscheint und ihm nicht geschmeidig genug die Kehle hinunter rinnt, das quittiert er schnell mit angeekelten Grimassen und Schubumkehr.

Inzwischen experimentieren wir schon knapp zwei Monate mit der Beikost herum und bewegen uns nur langsam von Stufe zu Stufe. Beim Obstbrei gehen inzwischen schon drei Komponenten (zwei Obstsorten, ein Getreide). Beim Gemüsebrei bin ich auf Selberkochen umgestiegen (und zwar mit Eins, zwei, Brei), aber momentan kraxeln wir noch bei maximal zwei Gemüsesorten pro Mahlzeit rum und sobald da nur der Hauch eines Bröckchens drin ist – keine Chance. Und so habe ich mein Equipment stante pede um einen Monster-Zauberstab ergänzt, der wirklich alles klitzeklein bekommt. Apropos Equipment: Allein schon die Wahl des richtigen Löffels stellte mich vor eine ziemliche Herausforderung. Zuerst funktionierte es mit den etwas platteren besser, dann mit den kleinen gewölbten. Löffel ist nämlich noch lange nicht gleich Löffel.

Von Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei sind wir immer noch meilenweit entfernt. Ein zarter Versuch, den Abendbrei einzuführen wurde mit totaler Totalverweigerung zunichte gemacht. Hier werde ich in Kürze noch mal einen Versuch mit Grießbrei wagen, daran hat er in der Krippe zumindest einigermaßen neugierig genuckelt. Dort ist man übrigens davon überzeugt, dass er schon bald einfach alles essen wird, weil er sich das bei den anderen Kindern abguckt. Gerade bin ich noch nicht sicher, ob mich das beruhigen oder beunruhigen soll.

Wie war Euer Start in die Beikost? Habt Ihr ähnliches erlebt oder lief gleich alles rund? Und wenn ja: Verratet Ihr mir Eure Tricks?

Und plötzlich herrscht Stille

froschallein1Dieses Blogpost stand nicht auf meinem inneren Redaktionsplan. Es hat mich ereilt, sich mir aufgedrängt. Und das auf so eindrückliche Art und Weise, dass ich gar nicht anders kann, als es zu schreiben. Das Thema heißt „plötzlicher Kindstod“ – auch als SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) bekannt. Um es vorweg zu nehmen: Dem Baby ist nichts passiert, es geht ihm gut. Aber als ich vor knapp zwei Wochen mitten in der Nacht von jetzt auf gleich kein Lebenszeichen mehr vernehmen konnte und der Zwerg auch beim Hochheben wie ein nasser Sack in meinen Armen hing, da habe ich einen (viel zu langen) Moment lang gedacht, dass er nicht mehr lebt. Und das war das bescheidenste Gefühl, das ich überhaupt je gefühlt habe. Ich hatte mich glücklicherweise geirrt – nach ein paar bangen Sekunden hatte ich ihn zurück. Was genau in diesen Sekunden passiert ist, werde ich wohl nie erfahren. Aber ich habe in dieser und der darauffolgenden Nacht kein Auge mehr zugemacht. Und kann auch jetzt nur schlafen, weil ein Monitor nachts die Herz- und Atemfrequenz des kleinen Herrn überwacht und Alarm schlägt, wenn irgendwas nicht in Ordnung sein sollte.

Auch wenn die Sache für uns glimpflich ausgegangen ist, möchte ich so etwas nicht noch einmal erleben. Und wünsche das auch niemand anderem. Daher an dieser Stelle auch noch mal meine zwei Cent zum Thema SIDS:

Auch wenn absolut nicht so viele Babys am plötzlichen Kindstod sterben, ist er die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr (nach der Neugeborenenphase). Jungs sind statistisch mit 60% häufiger betroffen. Die meisten Vorfälle passieren in den Wintermonaten. Das kann man genauer an allen möglichen Orten nachlesen. Da man bis heute nicht weiß, was die genauen Ursachen von SIDS sind, versucht man zur Prävention potenzielle Risikofaktoren auszuschließen. Natürlich haben unsere Eltern das alles nicht beachtet und wir leben trotzdem noch. Und weil es damals das Internet noch nicht gab, hat man vielleicht auch nicht viel über solche Fälle erfahren, die es natürlich auch damals und weitaus häufiger als heute gegeben hat. Seit damals wurde jedenfalls zu dem Thema eine Menge geforscht, statistisiert und fleißig ausgewertet. Und aus den Ergebnissen wurden ein paar einfache „Regeln“ abgeleitet, deren Befolgung zwar keine Garantie für irgendwas ist, mit deren Nichtbefolgung jedoch – jedenfalls statistisch – ein höheres Risiko einhergeht.

Prävention (sollte ich was wichtiges vergessen haben, bitte ich um Hinweise!)

  • Im Babybett sollte nur das Baby schlafen und keine Kuschelfreunde, seien sie auch noch so klein.
  • Eine atmungsaktive, nicht zu weiche Matratze ist gut, auf Nässeschutzeinlagen sollte man verzichten.
  • Auch wenn sie hübsch aussehen, sollte man auch auf Nestchen und Himmel verzichten – damit kann man noch früh genug anfangen.
  • Die optimale Temperatur für das Zimmer, in dem das Baby schläft liegt zwischen 16 und 18 Grad, die Heizung bleibt am besten aus.
  • Das Baby darf kuschelig warm gekleidet sein, sollte aber nicht schwitzen. Keine Mütze!
  • Das Baby gehört in einen Schlafsack.
  • So lange das möglich ist, sollte das Baby auf dem Rücken schlafen. Wenn es sich irgendwann selbst rumdreht, dann ist das eben so.
  • In der Gegenwart des Babys sollte nicht geraucht werden. Aber auch kalter Rauch in den Kleidern und Haaren der Eltern birgt gefahren. Kinder von Rauchern sind statistisch öfter von SIDS betroffen.
  • Stillt um Euer Leben! Gestillte Kinder werden statistisch seltener von SIDS heimgesucht.

Überwachung

  • Verschiedene Firmen bieten Sensormatten an, die unter die Matratze gelegt werden und Bewegungen des Babys (einschließlich Atembewegungen) messen sollen. Bekanntester Vertreter ist hier wohl das Angelcare, weniger bekannt, dafür aber kabellos sind z.B. Babysense-Matten. Sie geben nach 15 Sekunden einen Voralarm, nach 20 Sekunden einen Hauptalarm.
  • Einen anderen Ansatz fahren die Snuza Halo/Hero Babymonitore. Sie werden an die Windel geknipst und messen die Atembewegung am Bauch. Wird 15 Sekunden lang nichts gemessen, vibriert das Gerät, um dem Baby einen Impuls zum Atmen zu geben. Nach 20 Sekunden gibt es einen Alarm.
  • Das treffsicherste Überwachungsinstrument ist natürlich ein medizinischer Monitor, aber der steht in der Regeln kaum jemandem zur Verfügung, der nicht zu einer besonderen Risikogruppe zählt (z.B. Früh- und Neugeborene nach Intensivtherapie, Kinder aus Familien mit SIDS-Fällen, etc.). Der Monitor misst Herz- und Atemfrequenz mittels Elektroden, die im Brust-/Bauchbereich aufgeklebt werden. Einen solchen Monitor kann man jedoch auch als Privatperson ohne ärztliche Verordnung mieten, z.B. bei der Firma Schulte-Elektronik. Alarm geben die Geräte entweder, wenn die Herzfrequenz unter einen bestimmten Schwellenwert fällt oder wenn 20 Sekunden keine Atmung gemessen werden kann.

Glaubt man den zahlreichen Bewertungen der beiden erstgenannten Systeme (z.B. bei Amazon), so sind deren Verwender sehr zufrieden und die Fehlalarme, die man den Geräten nachsagt, halten sich in Grenzen. Ich selbst habe einen Arzt gefragt, was er von den Geräten hält und er schüttelte gleich den Kopf – wohl aber auch, weil er sie immer mit seinem medizinischen Monitor vergleicht. Und auch der produziert leider hin und wieder einen Fehlalarm. Hätte ich nicht erstmal den medizinischen Monitor, so hätte ich sicher eines der beiden anderen Geräte oder sogar beide zusammen – so viel steht fest. Aber: Das alles sind nur Alarmsysteme, die einem vielleicht – wenn es gut läuft – Zeit verschaffen, sie retten per se niemandem das Leben. Ich würde daher auch mit Überwachungstool niemals (mehr) leichtfertig werden. Und man sollte sich auch klar darüber sein, dass es Fehlalarme geben kann, die einen möglicherweise am Ende stärker beunruhigen als die Angst selbst.

Handeln!

Ich habe mit der Übergabe des Monitors in der Klinik eine Einweisung für die Reanimation bekommen, die ich nun griffbereit habe. Außerdem habe ich beschlossen, einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen, die gibt es eigentlich in jeder Stadt und sie schaden sicher nicht.

(Weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema findet Ihr übrigens bei der Gemeinsame(n) Initiative Plötzlicher Säuglingstod Deutschland e.V.)

Aus vielen Gesprächen mit frischgebackenen Müttern weiß ich, dass die Meinungen zum Thema SIDS-Prävention sehr stark auseinander gehen. Ich war immer eher vorsichtig, bin aber durch den Vorfall noch um einiges vorsichtiger geworden. Es würde mich jedoch sehr interessieren, was Ihr darüber denkt und wie Ihr mit einem solchen Vorfall umgehen würdet.

Einkäsehoch.

Melanie-e1360432136763Gut 38 Jahre lang war mir das Thema „Kind“ weitestgehend gleichgültig. Dann, vor ziemlich genau einem Jahr, hat ein blau eingefärbter Teststreifen meine Welt von heute auf morgen ziemlich auf den Kopf gestellt. Ich wurde eine „Mama“ und zwar sofort und bereits lange vor der eigentlichen Entbindung. Seit dem 27. August 2012 darf ich mich auch offiziell so nennen. Wir haben einen wundervollen kleinen Sohn namens Luis.

Seit dem denkwürdigen Tag im Februar 2012, an dem ich von meiner Schwangerschaft erfahren habe, habe ich mich auf mein neues Leben vorbereitet. Ich habe gelesen, eingekauft, dekoriert, geplant, gerechnet, mir Namen ausgedacht und dabei viele spannende Dinge entdeckt. In „Einkäsehoch“ sammle ich meine Erfahrungen und Entdeckungen als (werdende) Mama. Die Einträge schildern immer meine persönliche Sicht, sie sind weder thematisch besonders strukturiert und da ich erst jetzt angefangen habe, sie zu verfassen, auch nicht chronologisch.  Sie entstehen wann und wie sie mir gerade in den Kopf kommen.  Und deshalb erhebe ich weder Anspruch auf Vollständigkeit, noch maße ich mir an, die Wahrheit zu kennen. Ich bin eine Mama unter vielen, nicht mehr und nicht weniger.

Dennoch wünsche ich Euch viel Spaß beim Stöbern und mir wünsche ich sehr, dass die ein oder andere Mama etwas für sie Hilfreiches bei mir entdeckt.