Lord Helmchen oder Die Cranio-Orthese und wir

IMG_7120Gerne erspare ich Euch überflüssige Details zur Geburt. Da hat ohnehin jede ihr Päckchen zu tragen. Aber jedenfalls war die Geburt so „unbequem“ für alle Beteiligten, dass der kleine Herr allerlei Blockaden mit ins Leben brachte, vor allem in der Hals- und der Brustwirbelsäule. Hätte der Jungspund nicht bereits mit wenigen Wochen beeindruckend oft seine Stimmbänder überstrapaziert, hätten wir von den Blockaden vermutlich erst mal nichts gemerkt. Doch da die Umstände so waren wie sie waren, fanden wir uns schnell in osteopathischer Behandlung wieder. (Das scheint übrigens gerade total en vogue zu sein.) Die nette Osteopathin bemühte sich nach Kräften, die Blockaden zu lösen und dem kleinen Herrn und seiner leidgeprüften Mutter Linderung zu verschaffen, was aber nicht so recht gelingen wollte. Gerade die ersten Sitzungen gerieten so zur Zerreißprobe für alle anwesenden Nerven.

Weil es aber dennoch nicht (oder nicht schnell genug) half, versuchte der kleine Herr eben sich selbst zu helfen, indem er sich stets so hinlegte, wie es ihm am bequemsten erschien. Natürlich bemühten wir uns trickreich um das Umlagern, aber entweder, es gelang ihm, sich wieder in seine Lieblingsstellung zu wuseln oder aber er schlief schlicht und ergreifend gar nicht und ließ uns an seinem Unmut über die Situation teilhaben.

Mit der Zeit entwickelte er so eine rechts gelagerte Vorzugshaltung, die zum einen dazu führte, dass er mit der einen Hand immer ein Stück flinker war als mit der anderen, zum anderen aber auch dazu, dass sein rechter Hinterkopf im Laufe der Zeit platt gelegen war. Die (richtige!) Empfehlung, die Kinder wegen der SIDS-Gefahr auf dem Rücken schlafen zu lassen, bringt übrigens viele Plattköpfe hervor, aber bei den meisten verwächst sich das im Laufe der Zeit selbst wieder.

Was die Osteopathie beim Plattkopf des kleinen Herrn nicht allein zu richten vermochte, sollte in der nächsten Stufe durch die Physiotherapie wieder ins Lot gebracht werden. „Bobath“ hieß das Zauberwort der Stunde. Und zu meiner großen Freude hatte das viel mit Spielen und Spaß zu tun, was sich zumindest positiv auf die Stimmung des kleinen Herrn auswirkte. Aber so sehr wir uns auch anstrengten (ich lernte viele Übungen für den Hausgebrauch), ihn aus seiner Vorzugshaltung heraus zu locken und seine Synapsen besser zu verquicken, so wenig hinderte ihn das zunächst daran, in seiner Lieblingsstellung zu schlafen.

Als nun alle Bemühungen, die Symmetrie wieder herzustellen, nicht fruchten wollten und der kleine kleine Kopf zunehmend ein größerer (und schwererer) kleiner Kopf wurde, kam das erste mal eine Helmtherapie zur Sprache. Mein Mutterherz krampfte heftig bei dem Gedanken, dass mein wundervolles kleines Baby möglicherweise einen Helm tragen sollte, aber ich wollte mich auch nicht damit abfinden, dass die Asymmetrie immer schlimmer wurde und ich nichts wirklich wirksames dagegen tun konnte.

Also suchte ich den Helmdoktor auf (diese Leute sind übrigens nicht halb so leicht zu identifizieren, wie man sich das als Profi-Googler vorstellt, ohne den Tipp meiner Osteopathin wäre ich hier kaum weiter gekommen) und der fand dann per 3-D-Scan heraus, dass die Asymmetrie des kleinen Herrenköpfchens schon knapp zwei Zentimeter betrug. Für ihn eine klare Indikation pro-Helm. Und spätestens als ich seinen schriftlichen Befund las, in dem Worte wie „Gesichtsskoliose“, „Hirndruckzeichen“, „psychomotorische Retardierung“ und „chirurgische Intervention“ gehäuft vorkamen, krampfte das Mutterherz noch viel stärker als beim Gedanken an den Helm. Wenn sich das alles dadurch verhindern ließe, für ein paar Monate einen komischen Helm zu tragen, dann her mit dem Ding!

Aber so einfach, wie ich mir das vorstellte, ist die Sache mit dem Helm dann auch wieder nicht. Denn obwohl die Dinger nachweislich wirken, gehört die Helmtherapie bei den Krankenkassen nicht zum Standardprogramm. Und mit rund 2.000 € für Helm und die dazugehörige Anpassung und Kontrolle reicht die Kaffeekasse zur privaten Finanzierung leider auch nicht aus. Unser Krankenkasse (TK) zeigte jedoch ein verhältnismäßig schnelles Einsehen, nachdem man ihr Verordnung, 3-D-Scans und das Attest mit einem Ausblick auf die Folgeschäden zukommen liess. Wie ich aber aus dem Forum von Cranioform (Hersteller des Helms) weiß, ist das noch lange nicht der Normalfall. Glücklicherweise bekommt man in ebendiesem Forum aber ein paar gute Tipps, wie man auch nach erstmaliger Ablehnung am Ende doch noch eine Finanzierung der Helmtherapie bekommen kann.

Für Eltern von „Helmkindern“ ist das Cranioform-Forum so oder so ein echter Gewinn. Man gibt sich dort Tipps zur Helmreinigung (denn die Dinger riechen relativ schnell extrem unappetitlich), zur Helmkunst (kann man machen, muss man aber nicht) und zum Alltag mit Helm. Deutlich wird dort aber auch, dass viele Mütter wirklich unter dem Helm leiden – mehr als die Kinder, die das Ganze erstaunlich gut wegstecken. Die Leute gucken und das lässt sich auch nicht wirklich verhindern – ich würde auch gucken, wenn ich zum ersten Mal so ein Kind mit Helm sehen würde.

Vor rund vier Wochen haben wir also unseren Helm bekommen und der kleine Herr hat ihn sehr gut angenommen. Hin und wieder ruckelt er etwas daran herum – wahrscheinlich weil er unter dem Helm schwitzt – aber im Großen und Ganzen ist der Helm für ihn scheinbar kein Problem. Was gut ist, denn er muss ihn für insgesamt vier bis sechs Monate 23 Stunden am Tag tragen. Eine Stunde am Tag ist „helmfrei“, denn da werden Helm und Babykopf einer gründlichen Reinigung unterzogen. Schon nach „nur vier Wochen“ hat sich der kleine Kopf schon ganz erstaunlich verändert und wir sind gespannt, was die erste Messung nach zwei Monaten ergeben wird.

Dass man mit einem Helmkind stets mit schrägen Blicken und merkwürdigen Fragen rechnen muss, ist vermutlich klar. Erstaunlicherweise stört mich das kein bisschen. Im Gegenteil: Die Interpretationen der Leute amüsieren mich sehr. „Bist Du hingefallen?“ (= „Hat Deine Mutter etwa nicht aufgepasst, das ungeschickte Ding? Ob das Jugendamt das weiß?“), „Das ist für eine schöne Kopfform, oder?“ (= „Sie haben den Kleinen sicher im achten Monat holen lassen, um nicht fett zu werden. Und würden ihn auch unters Messer legen, wenn er nicht 100% perfekt wäre!“) und „Stößt er sich öfter den Kopf?“ (= „Immer diese übervorsichtigen Mütter. Die züchten doch die reinsten Weicheier heran.“).

Auch wenn wir erst seit einem Monat behelmt sind kann man die Verbesserung bereits mit bloßem Auge erkennen. Der kleine Herr wird den Helm maximal sechs Monate tragen, erinnern wird er sich später nicht daran. Wir sind jedoch ziemlich sicher, dass wir ihm durch den Helm einige unangenehme Spätfolgen ersparen konnten.

In der Krippe ist der kleine Herr inzwischen nur noch „unser kleiner Boxer“. Im Vergleich zu „Hosenscheißer“ und „Rotznäschen“ ist das doch ein ganz charmanter Spitzname, findet Ihr nicht?

Tagebuch für Geek-Moms

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Weil man die ersten Stunden, Tage, Woche, Monate und Jahre doch viel schneller vergisst, als man glauben möchte, habe ich ziemlich bald nach der Geburt des kleinen Herrn angefangen, Tagebuch zu führen. Zunächst tat ich des offline mit Heftchen und Stift, bald sehnte sich das Geek-Girl in mir aber doch nach einer digitalen Lösung. Da wir in einem Apple-Haushalt leben, fand ich diese dann auch sehr schnell in Form einen bezaubernden App: Day One.

Day One ist ein digitales Tagebuch, das dank Cloud (z.B. iCloud oder Dropbox) von sämtlichen Apple-Geräten aus bespielt werden kann. Es gibt eine iPhone und iPad-App (je 4,49 €), aber auch eine App für das Notebook oder den iMac (8,99 €).

Die Einträge können aus Text und Bild bestehen und mit Zeit-, Ort- und Wetterstempel versehen werden. Sie lassen sich darüber hinaus taggen und als Favoriten abspeichern. Damit man nicht vergisst, Tagebuch zu schreiben, erinnert einen die App auf Wunsch daran. Auch ein Export als .txt sowie ein Ausdruck sind möglich.

Day One Screenshots

P.S. Vom offline-Tagebuch habe ich mich noch nicht ganz abgewendet. Die wirklich wichtigen Informationen (sitzen, krabbeln, Zähne, etc.) werden hier nochmals in Kurzform festgehalten. Die Prosa jedoch, die landet in der App.

Wenn Mamas Milchbar geschlossen bleibt

flaschen„Warum stillst Du nicht?“ – Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft mir diese Frage in den letzten sieben Monaten gestellt wurde. Jedes einzelne Mal habe ich den unterschwelligen Vorwurf gespürt und mich immer wieder -widerwillig- brav erklärt. „Ich wollte ja, aber….“ Und so war es ja auch. Ich wollte stillen, aber irgendwie ist es dann eben anders gekommen.  Und ich hatte es ziemlich schnell satt, mich deswegen schlecht zu fühlen. Und genau darauf hat es die Stillpolizei angelegt. Denn wenn Du als junge Mutter nicht blank sondern Plaste ziehst, dann hast Du Dir das Recht am Muttersein gleich von Anfang an verwirkt.

Natürlich gibt es auch viele stillende Frauen, denen schnuppe ist, was andere Mütter machen und die einen Teufel tun würden, sich da einzumischen. Aber es ist dennoch erstaunlich, wie viele junge Müttern sich allein durch ihr Stillen zur Botschafterin berufen fühlen.

„Jede Frau kann stillen“.

Auch so ein Satz, den man nicht in seinem Herzen bewegen, sondern gleich in die Tonne klopfen sollte. Als ginge es bei einer Stillbeziehung einzig und allein um die „technische Möglichkeit.“ Es gibt Babys, die schreien die Brust ihrer Mutter an, statt sie zu liebkosen. Und Mütter, die ihre Kinder überhaupt nur unter Schmerzen stillen können. Und dann gibt es auch diejenigen Mütter, die es sich einfach nicht vorstellen können, ihr Kind an der Brust zu ernähren. Auch das ist legitim, wie ich finde. Warum eine Frau ihr Baby nicht stillt, geht wirklich niemanden außer der Frau etwas an. Ende. Aus. Mickey Mouse.

Auch wenn Stillen für das Baby und die Mutter außerordentlich gesund ist, – das wissen übrigens auch die Frauen, die es dennoch nicht tun – ist Nichtstillen nicht automatisch versuchter Totschlag. Die Säuglingsmilch aus der Konserve ist heute so gut wie sie als Kunstprodukt eben nur sein kann. Sie wird niemals „the real shit“ sein, aber sie ist doch verdammt nah dran und kein Grund für schlaflose Nächte und 20 gebetete Rosenkränze.

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich finde das Stillen wirklich super und habe überhaupt keine Einwände dagegen, wenn eine Mutter sich dafür entscheidet. Und sollte ich noch mal ein Kind bekommen, werde ich es auch wieder versuchen. Aber nicht um jeden Preis – so viel steht fest.

Dennoch bleibt es in meinen Augen eine bodenlose Frechheit, dass mich das Nichtstillen offensichtlich zum Freiwild macht, in dessen Privatleben und in dessen ganz persönliche Entscheidungen sich jeder einfach so einmischen zu dürfen glaubt. Ich verbitte mir das. Jetzt und in Zukunft.

Bäm.

In der Nido gab es zu dem Thema kürzlich auch einen interessanten Artikel.

Lektüre im ersten Lebensjahr

Ähnlich wie für Schwangerschaft, gibt es auch für den Start ins Leben mit Kind zahlreiche Bücher, die einem von Freunden empfohlen werden, die man geschenkt bekommt oder über die man einfach so stolpert. Viele davon sind angeblich Klassiker, die in keinem Elternhaushalt fehlen dürfen.

Da ich ein großer Fan von Büchern bin und mir durch die einschlägige Literatur Orientierung in meinem neuen Leben erhoffte, ergab ich mich gerne dem Sammeltrieb und begann, Bücher „rund ums Baby“ zu horten.

Gestehen muss ich gleich, dass ich in einige davon nur einmal schaute und dass andere bisher gänzlich unbeachtet blieben. Ein paar jedoch, nehme ich seit der kleine Herr da ist, immer wieder zur Hand. Welche das sind, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. (Auch meine persönlichen Flops will ich mit Euch teilen, vielleicht kann ich Euch ja vor einem Fehlkauf bewahren, wobei das ja gerade bei Büchern wirklich oft Geschmacksache ist.)

TOP

Das Baby-Buch, das ich bisher mit Abstand am häufigsten in der Hand hatte ist Babyjahre von Remo H. Largo. (Piper, 12,99 €). Obwohl Babyjahre wohl wirklich DER Klassiker ist, hat es doch ein paar Monate gedauert, bis ich darüber gestolpert bin.

Babyjahre von Remo Largo
Im Prinzip hat Largo zwar ein Erziehungsbuch geschrieben, aber über diesen Aspekt habe ich von Anfang an großzügig hinweg gesehen. Viel interessanter als die Ratschläge, was man wann wie machen kann, um das Kind in seiner Entwicklung bestmöglich zu fördern, fand ich die Übersicht über die verschiedenen Entwicklungsschritte, die Largo nicht nur nach Altersgruppen sondern auch nach Themengebieten (z.B. Motorik, Schlafverhalten, Essen und Trinken, etc.) ordnet. Untermauert von vielen statistischen Daten, findet man hier einen guten Überblick, wann grob (!) welche Entwicklungsschritte anstehen und in welcher Reihenfolge sie sich in der Regel vollziehen. Da jedes Kind in seiner Entwicklung einzigartig ist, sollte man solche Bücher jedoch weder als Checkliste („been there, done that, got the T-shirt“) noch als Rechtfertigung für das große Mütterduell („Mein Kind kann schon _ _ _ , Deins etwa noch nicht?“) sehen. Auch wenn mein kleiner Herr in vielerlei Hinsicht anders war, als das von Largo beschriebene Durchschnittskind, hat mir das Buch schon jetzt das oft geholfen, anhand von kleinen Indizien festzumachen, was der kleine Herr wohl als nächstes entwicklungstechnisch ausheckt. Und es hat mir geholfen, den Kleinen ein bisschen besser zu verstehen. Allein dafür hat Babyjahre meiner Meinung nach schon mindestens eine Goldmedaille verdient.

Etwas weniger wissenschaftlich, aber nicht weniger hilfreich ist Papas heimlicher Favorit:  Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung. (Sansoussi, 12,90 €)

Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung.

Auch wenn das Buch sowohl im Titel als auch in er Aufmachung zunächst mehr wie ein Scherzartikel daher kommt, gelingt es ihm doch, in kompakter und unterhaltsamer Form wichtiges Wissen zu vermitteln. Wer das Buch aufmerksam studiert, hat – auch dank der zahlreichen tollen Illustrationen – am Ende einen ziemlich guten Überblick, wie der Neuankömmling richtig zu warten, aufzubewahren und zu versorgen ist. Und da die Lektüre wirklich kurzweilig ist und man viel Gelegenheit zum Schmunzeln bekommt, finde ich das Buch wirklich empfehlenswert.

FLOP

Ein Buch, an dem man wohl auch nicht vorbei kommt, wenn man die (Baby-)Welt nicht versteht und sich ratsuchend an Google wendet, ist Oje, ich wachse. (Goldmann, 10,99 €).

Oje, ich wachse

Der kleiner Herr hat in den ersten Monaten doch sehr viel geweint und ich wusste oft nicht mehr ein und aus und da war ich nur froh, dass im Internet von vielen Leuten behauptet wurde, dass das Buch mir die ersehnten Antworten geben könnte. Anfangs habe ich das Buch recht oft in der Hand gehabt und mit viel Hin- und Herrechnen haben die bemerkbaren Veränderungen sich auch irgendwie der Schubtheorie der Autoren zuordnen lassen. Wirklich geholfen hat mir das aber dennoch nicht – vielleicht hatte ich mir aber auch einfach zu viel erhofft. Die Checklisten am Ende eines jeden Schubes fand ich sogar mehr als merkwürdig: Was wenn hier nicht genügend Häkchen setzen kann? Muss ich mir dann (neben allem anderen) am Ende noch Sorgen um die zeitgemäße Entwicklung meines Kindes machen? Das wurde mir dann doch zu viel und ich fand auch nicht, dass die Kapitel inhaltlich viel zu bieten hatten und dass sie sich zu großen Teilen wiederholten. Aus meiner Sicht also definitiv kein Kauftipp!

Ein Buch, mit dem ich auch überhaupt nichts anfangen konnte, war Das glücklichste Baby der Welt von Harvey Karp, das dummerweise von allen Seiten sehr gelobt wird. (Goldmann, 9,99 €)

Das glücklichste Baby der Welt

Das Buch richtet sich vor allem an Eltern, die Schwierigkeiten haben, ihr Kind zu beruhigen. Damit traf Karp also zunächst mal bei mir absolut ins Schwarze und auch die persönliche Empfehlung einer anderen „betroffenen“ Mutter machte mir Hoffnung. Laut Karp lässt sich mit seiner „5-S-Methode“ jedes noch so unruhige Kind im Handumdrehen beruhigen und zum Schlafen bringen. Im Einzelnen sind das: Strammes Einwickeln, Seiten-/Bauchlage, Sch-Beruhigungslaut, Schaukeln, Saugen – und zwar in genau dieser Reihenfolge. So sehr ich hoffte, damit mein Problemchen in den Griff zu bekommen, so wenig funktionierte die Methode bei uns.

Es fing damit an, dass weder der kleine Herr noch ich von der Idee des Puckens sonderlich angetan waren. Dass das wohl am Anfang „normal“ ist, half mir nicht. Der Zwerg weinte und genau das wollte ich ja eigentlich verhindern. Und dann diese Seiten-/Bauchlage-Geschichte. Ich hatte Angst vor SIDS und Karp empfahl genau das zu tun, was ich wegen SIDS eigentlich nicht tun sollte. Schwierig. Mit meinen verzweifelten Sch-Lauten drang ich ohnehin nie zu meinem weinenden Baby durch. Schaukeln half, saugen auch, aber beides immer nur für den Moment.

Vielleicht glaubte ich nicht genug an Karps-Methode, vielleicht behagte mir einfach auch dieses Gefühl das Kind „abstellen“ zu können nicht so richtig. Jedenfalls schaffte es das Buch nur auf meine Flop-Liste.

Vielleicht habt ja auch Ihr einen Buchtipp fürs erste Lebensjahr, den Ihr unbedingt weitergeben möchtet oder möchtet andere vor einem Fehlkauf bewahren. Ich freue mich über jeden Tipp und jede „Warnung“!

B(r)eikost

IMG_0450Der erste Brei. Ich muss gestehen, ich habe diesen Moment ein kleines bisschen herbei gesehnt. Wenn man stillt, ist er vielleicht ein bisschen furchteinflößend, aber als Flaschenmama ändert sich durch die Beikost (außer dem Abstand zum Kind beim essen) nicht so viel. Jedenfalls habe ich das so empfunden. Und so habe ich mich wirklich darüber gefreut, den kleinen Herrn ab Mitte des fünften Lebensmonats in die Welt der Geschmäcke einzuführen. So viel zu meiner leicht romantischen Vorstellung: Der leckere Brei – der zufriedene und satte kleine Herr – die glückliche Mama.

Am Anfang war Pastinake. Aus dem Glas, das muss ich zugeben. Irgendwo hatte ich ohnehin gelesen, dass die Zutaten für Babybreie so was von geprüft sind, dass sie weniger Schadstoffe in sich tragen als so mancher selbst gekochte Brei. Das beruhigte mich. Und da ich nicht wusste, was der kleine Herr geschmacklich so präferiert, fand ich das für den Anfang eine gute Lösung. Beim ersten Versuch landete mehr Brei auf dem Kind und der Mama als in dem Kind, aber das scheint mit halbwegs normal zu sein. Und die ersten paar Löffel (1/8 Gläschen) gingen auch ganz gut weg. Doch schon am zweiten Tag wurde Pastinake missbilligt und ich machte den Anfängerfehler, gleich die nächste Sorte zu zücken: Karotte. Auch Fehlanzeige. Das Missbilligen wurde vehementer. Dasselbe mit Kürbis. Da ich dem Knirps weder das Essen aufzwingen wollte, noch ertragen konnte, wie ihn meine gut gemeinte Geste immer wieder zum weinen brachte, stoppte ich das Experiment Beikost für einige Tage frustriert. Vielleicht war es noch zu früh.

Nachdem etwas Gras über unsere ersten missglückten Versuche gewachsen war, startete ich die nächste Beikost-Offensive – diesmal mit Obstgläschen. Ich hatte diese zunächst gemieden, weil es ja heisst, dass das Kind dann nur noch auf süß abfahre, habe es aber dann nach Rücksprache mit dem Kinderarzt darauf ankommen lassen. Der sagte nämlich: Ganz egal, ob wir mit Obst oder Gemüse anfangen – Hauptsache, das Kind isst! Und das tat er tatsächlich. Apfel, Birne, Apfel-Banane – alles gar kein Problem und schon bald putzte der kleine Herr ein ganzes Gläschen weg, allerdings nur am frühen Abend. Mittags war ihm einfach nicht nach Brei. Mit etwas Hartnäckigkeit und viel Obst gelang es mir schließlich, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Ein Etappensieg für mich. Und durch die Hintertür und mit Taschenspielertricks durften schließlich auch Karotte und Pastinake auf dem Löffel Platz nehmen. Aber wehe, ich bot das Ganze gemischt mit Kartoffel an! Der kleine Herr mauserte sich nämlich schnell zum Konsistenzfetischisten: Alles was ihm nicht flüssig genug erscheint und ihm nicht geschmeidig genug die Kehle hinunter rinnt, das quittiert er schnell mit angeekelten Grimassen und Schubumkehr.

Inzwischen experimentieren wir schon knapp zwei Monate mit der Beikost herum und bewegen uns nur langsam von Stufe zu Stufe. Beim Obstbrei gehen inzwischen schon drei Komponenten (zwei Obstsorten, ein Getreide). Beim Gemüsebrei bin ich auf Selberkochen umgestiegen (und zwar mit Eins, zwei, Brei), aber momentan kraxeln wir noch bei maximal zwei Gemüsesorten pro Mahlzeit rum und sobald da nur der Hauch eines Bröckchens drin ist – keine Chance. Und so habe ich mein Equipment stante pede um einen Monster-Zauberstab ergänzt, der wirklich alles klitzeklein bekommt. Apropos Equipment: Allein schon die Wahl des richtigen Löffels stellte mich vor eine ziemliche Herausforderung. Zuerst funktionierte es mit den etwas platteren besser, dann mit den kleinen gewölbten. Löffel ist nämlich noch lange nicht gleich Löffel.

Von Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei sind wir immer noch meilenweit entfernt. Ein zarter Versuch, den Abendbrei einzuführen wurde mit totaler Totalverweigerung zunichte gemacht. Hier werde ich in Kürze noch mal einen Versuch mit Grießbrei wagen, daran hat er in der Krippe zumindest einigermaßen neugierig genuckelt. Dort ist man übrigens davon überzeugt, dass er schon bald einfach alles essen wird, weil er sich das bei den anderen Kindern abguckt. Gerade bin ich noch nicht sicher, ob mich das beruhigen oder beunruhigen soll.

Wie war Euer Start in die Beikost? Habt Ihr ähnliches erlebt oder lief gleich alles rund? Und wenn ja: Verratet Ihr mir Eure Tricks?

Mütterparadies

babyloveViel wichtiger als die Frage, was wir alle gemacht haben, bevor es das Internet gab (wann soll denn das gewesen sein?), erscheint mir aktuell die Frage, was Mütter eigentlich gemacht haben, bevor es Drogeriemärkte dm gab.

Schon vor der Schwangerschaft pflegte ich eine freundschaftliche, aber lose Beziehung zu dm, aber mit dem positiven Schwangerschaftstest wurde daraus eine tiefe und aufrichtige Liebe. Es ja auch kein Zufall sein, dass ich eben jenen Schwangerschaftstest dort gekauft hatte!

Heute ertappe ich mich mindestens zweimal die Woche, gerne auch häufiger dabei, wie ich meinen Kinderwagen vorbei an Make-up und Shampoo, Haferflocken und Waschmittel zielgerichtet in die Babyabteilung des dm-Marktes meines Vertrauens steuere. Denn es gibt da DEUTLICHE Unterschiede. Wickeltische mit kostenlosen Windeln haben zum Beispiel alle Filialen, die ich kenne. Aber die Babyklamotten, die gibt es noch lange nicht überall. Und in meiner derzeit favorisierten Filiale gibt es sogar eine Kinderspielecke. Nicht, dass wir damit schon was anfangen können, aber es geht doch um das Gesamtgefüge. Eine Spielecke ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal!

Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es in „meinem“ dm-Markt von Müttern mit Kinderwagen nur so wimmelt. (Die Spielecke ist meistens leer, da die Kinder alle noch zu klein sind, aber es geht eben ums Prinzip.) Fehlt eigentlich nur noch die Kaffeeecke, in der mir und meinesgleichen frischer latte macchiato serviert wird.

dm überzeugt aber nicht nur durch die gute Infrastruktur, sondern auch durch die große Auswahl an allem Möglichen. Ich kenne kein anderes Geschäft, das so viele verschiedene Babymilch- und Breisorten anbietet – und das auch noch zu angenehmen Preisen. Dasselbe gilt für Schnuller und Babyflaschen – neben der Hausmarke „Babylove“ sind auch alle anderen namhaften Hersteller vertreten. Insbesondere bei Schnullern gerate ich daher regelmäßig in den Kaufrausch. (Ich liebe übrigens die symmetrischen von MAM).

Nicht nur bei der Versorgung sondern auch bei der Entsorgung steht mir dm beiseite. Ich gehöre zu den Warmwassermüttern, die zuhause auf Feuchttücher ganz verzichten. Stattdessen nehme ich eine Schüssel mit warmem Wasser und Babylove Wattepads und Einmalwaschlappen und der Po wird wieder wie neu. Klar, dass das Ganze auf der Einmalwickelunterlage von Babylove stattfindet, die sich sowieso gerade auf einem Eroberungsfeldzug durch die deutsche Wickellandschaft befindet. Gerade am Anfang, wo das Öffnen der Windel zur impulsiven Entleerung führte, wäre ich ohne diese Dinge wirklich aufgesch(m)issen gewesen. Einzig mit den Babylove-Windeln mag ich mich nicht so anfreunden – die sind mir viel zu starr und dick.

Dass man mit dem babybonus-Programm von dm schon während der Schwangerschaft mit Geschenken und Coupons überhäuft wird, sollte auch nicht unerwähnt bleiben. Und überhaupt – als Mama fühle ich mich mit meinem Kinderwagen dort wirklich gemocht, was ich von wenigen anderen Geschäften behaupten kann.

Anfangs habe ich die dm-Produkte über einen in Misskredit geratenen digitalen Gemischtwarenladen bezogen, aber davon mal abgesehen, dass man die ja nicht unterstützen darf, waren die Sachen dort viel teurer und mir ist das ganze schöne Einkaufserlebnis abhanden gekommen. Dafür sprach eigentlich nur, dass ich gleich ganz viel auf einmal bestellen konnte. Als Bugaboo-Fahrerin wird man ja ansonsten gezwungen maximal bedarfsgerecht einzukaufen. Aber wie gesagt: Ich bin ohnehin viel lieber live vor Ort.

Und ja: Rossmann gibt sich mit „Babydream“ auch ein bisschen Mühe, aber mit der „Hier bin ich Mensch, hier kauf ich ein“-Attitüde hat dm bei mir eindeutig die Nase vorn.

Und Ihr so?

(P.S. Ich werde hierfür nicht von dm bezahlt. Schade eigentlich.)

Und plötzlich herrscht Stille

froschallein1Dieses Blogpost stand nicht auf meinem inneren Redaktionsplan. Es hat mich ereilt, sich mir aufgedrängt. Und das auf so eindrückliche Art und Weise, dass ich gar nicht anders kann, als es zu schreiben. Das Thema heißt „plötzlicher Kindstod“ – auch als SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) bekannt. Um es vorweg zu nehmen: Dem Baby ist nichts passiert, es geht ihm gut. Aber als ich vor knapp zwei Wochen mitten in der Nacht von jetzt auf gleich kein Lebenszeichen mehr vernehmen konnte und der Zwerg auch beim Hochheben wie ein nasser Sack in meinen Armen hing, da habe ich einen (viel zu langen) Moment lang gedacht, dass er nicht mehr lebt. Und das war das bescheidenste Gefühl, das ich überhaupt je gefühlt habe. Ich hatte mich glücklicherweise geirrt – nach ein paar bangen Sekunden hatte ich ihn zurück. Was genau in diesen Sekunden passiert ist, werde ich wohl nie erfahren. Aber ich habe in dieser und der darauffolgenden Nacht kein Auge mehr zugemacht. Und kann auch jetzt nur schlafen, weil ein Monitor nachts die Herz- und Atemfrequenz des kleinen Herrn überwacht und Alarm schlägt, wenn irgendwas nicht in Ordnung sein sollte.

Auch wenn die Sache für uns glimpflich ausgegangen ist, möchte ich so etwas nicht noch einmal erleben. Und wünsche das auch niemand anderem. Daher an dieser Stelle auch noch mal meine zwei Cent zum Thema SIDS:

Auch wenn absolut nicht so viele Babys am plötzlichen Kindstod sterben, ist er die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr (nach der Neugeborenenphase). Jungs sind statistisch mit 60% häufiger betroffen. Die meisten Vorfälle passieren in den Wintermonaten. Das kann man genauer an allen möglichen Orten nachlesen. Da man bis heute nicht weiß, was die genauen Ursachen von SIDS sind, versucht man zur Prävention potenzielle Risikofaktoren auszuschließen. Natürlich haben unsere Eltern das alles nicht beachtet und wir leben trotzdem noch. Und weil es damals das Internet noch nicht gab, hat man vielleicht auch nicht viel über solche Fälle erfahren, die es natürlich auch damals und weitaus häufiger als heute gegeben hat. Seit damals wurde jedenfalls zu dem Thema eine Menge geforscht, statistisiert und fleißig ausgewertet. Und aus den Ergebnissen wurden ein paar einfache „Regeln“ abgeleitet, deren Befolgung zwar keine Garantie für irgendwas ist, mit deren Nichtbefolgung jedoch – jedenfalls statistisch – ein höheres Risiko einhergeht.

Prävention (sollte ich was wichtiges vergessen haben, bitte ich um Hinweise!)

  • Im Babybett sollte nur das Baby schlafen und keine Kuschelfreunde, seien sie auch noch so klein.
  • Eine atmungsaktive, nicht zu weiche Matratze ist gut, auf Nässeschutzeinlagen sollte man verzichten.
  • Auch wenn sie hübsch aussehen, sollte man auch auf Nestchen und Himmel verzichten – damit kann man noch früh genug anfangen.
  • Die optimale Temperatur für das Zimmer, in dem das Baby schläft liegt zwischen 16 und 18 Grad, die Heizung bleibt am besten aus.
  • Das Baby darf kuschelig warm gekleidet sein, sollte aber nicht schwitzen. Keine Mütze!
  • Das Baby gehört in einen Schlafsack.
  • So lange das möglich ist, sollte das Baby auf dem Rücken schlafen. Wenn es sich irgendwann selbst rumdreht, dann ist das eben so.
  • In der Gegenwart des Babys sollte nicht geraucht werden. Aber auch kalter Rauch in den Kleidern und Haaren der Eltern birgt gefahren. Kinder von Rauchern sind statistisch öfter von SIDS betroffen.
  • Stillt um Euer Leben! Gestillte Kinder werden statistisch seltener von SIDS heimgesucht.

Überwachung

  • Verschiedene Firmen bieten Sensormatten an, die unter die Matratze gelegt werden und Bewegungen des Babys (einschließlich Atembewegungen) messen sollen. Bekanntester Vertreter ist hier wohl das Angelcare, weniger bekannt, dafür aber kabellos sind z.B. Babysense-Matten. Sie geben nach 15 Sekunden einen Voralarm, nach 20 Sekunden einen Hauptalarm.
  • Einen anderen Ansatz fahren die Snuza Halo/Hero Babymonitore. Sie werden an die Windel geknipst und messen die Atembewegung am Bauch. Wird 15 Sekunden lang nichts gemessen, vibriert das Gerät, um dem Baby einen Impuls zum Atmen zu geben. Nach 20 Sekunden gibt es einen Alarm.
  • Das treffsicherste Überwachungsinstrument ist natürlich ein medizinischer Monitor, aber der steht in der Regeln kaum jemandem zur Verfügung, der nicht zu einer besonderen Risikogruppe zählt (z.B. Früh- und Neugeborene nach Intensivtherapie, Kinder aus Familien mit SIDS-Fällen, etc.). Der Monitor misst Herz- und Atemfrequenz mittels Elektroden, die im Brust-/Bauchbereich aufgeklebt werden. Einen solchen Monitor kann man jedoch auch als Privatperson ohne ärztliche Verordnung mieten, z.B. bei der Firma Schulte-Elektronik. Alarm geben die Geräte entweder, wenn die Herzfrequenz unter einen bestimmten Schwellenwert fällt oder wenn 20 Sekunden keine Atmung gemessen werden kann.

Glaubt man den zahlreichen Bewertungen der beiden erstgenannten Systeme (z.B. bei Amazon), so sind deren Verwender sehr zufrieden und die Fehlalarme, die man den Geräten nachsagt, halten sich in Grenzen. Ich selbst habe einen Arzt gefragt, was er von den Geräten hält und er schüttelte gleich den Kopf – wohl aber auch, weil er sie immer mit seinem medizinischen Monitor vergleicht. Und auch der produziert leider hin und wieder einen Fehlalarm. Hätte ich nicht erstmal den medizinischen Monitor, so hätte ich sicher eines der beiden anderen Geräte oder sogar beide zusammen – so viel steht fest. Aber: Das alles sind nur Alarmsysteme, die einem vielleicht – wenn es gut läuft – Zeit verschaffen, sie retten per se niemandem das Leben. Ich würde daher auch mit Überwachungstool niemals (mehr) leichtfertig werden. Und man sollte sich auch klar darüber sein, dass es Fehlalarme geben kann, die einen möglicherweise am Ende stärker beunruhigen als die Angst selbst.

Handeln!

Ich habe mit der Übergabe des Monitors in der Klinik eine Einweisung für die Reanimation bekommen, die ich nun griffbereit habe. Außerdem habe ich beschlossen, einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder zu besuchen, die gibt es eigentlich in jeder Stadt und sie schaden sicher nicht.

(Weitere hilfreiche Informationen rund um das Thema findet Ihr übrigens bei der Gemeinsame(n) Initiative Plötzlicher Säuglingstod Deutschland e.V.)

Aus vielen Gesprächen mit frischgebackenen Müttern weiß ich, dass die Meinungen zum Thema SIDS-Prävention sehr stark auseinander gehen. Ich war immer eher vorsichtig, bin aber durch den Vorfall noch um einiges vorsichtiger geworden. Es würde mich jedoch sehr interessieren, was Ihr darüber denkt und wie Ihr mit einem solchen Vorfall umgehen würdet.

Spielzeug: Wunsch trifft Wirklichkeit

schneemannDer kleine Herr ist ja bekanntlich mein erstes Kind. Und beim ersten Kind gibt man sich noch gerne der Illusion hin, alles richtig machen zu können, auch wenn einem dieser Zahn natürlich spätestens von der Wirklichkeit gezogen wird. Oder zumindest das, was davon nach den Desillusionierungsgesprächen mit erfahrenen Eltern noch übrig geblieben ist.

Versteht sich also von selbst, dass ich dem Kinde ausschließlich „gutes“ Spielzeug angedeihen lassen wollte: möglichst aus Naturmaterialien, möglichst ohne Giftstoffe, möglichst aus deutscher Herstellung und ökologisch und pädagogisch gleichermaßen wertvoll. Soweit die Theorie, die dummerweise einen Haken hat: Die schrillen Sachen aus Plüsch und Plastik, die blinken und Geräusche machen, mag der kleine Herr (wenig) überraschender auch ganz gerne. Und da ich ihn davon sowieso nicht fern halten kann – er sieht sie bei Krabbelfreunden, in der Krippe oder bekommt sie geschenkt – gönne ich ihm seinen Spaß und gebe sogar ganz freimütig zu, dass ich das ein oder andere Plastik-Plüsch-Teil selbst ganz unterhaltsam und oft auch erstaunlich effektiv finde.

Wenn der kleine Herr nämlich vom zu angestrengten Spielen mal kurz übellaunig wird, dann ist sein „Singender Schneemann“ die einzige wirksame Wunderwaffe und allein schon darum möchten wir auch den in der Spielzeugkiste auf keinen Fall mehr missen. Aber seht selbst, da kann man doch nur gute Laune bekommen. Vielleicht braucht es ein, zwei (drei, vier, fünf) Durchgänge, aber danach macht es ganz sicher auch bei Euch „klick“. Wir lieben ihn!