Babys Bücherregal: Die Anfänge

Darüber, was ich so vor und nach der Geburt las, habe ich mich ja schon an anderer Stelle ausgelassen. Aber da wir ja in einem stark bebücherten Haushalt leben, hat auch der kleine Herr schon allerlei Lektüre angesammelt, die teils von den wohlmeinenden Eltern herangeschafft wurde, ihm teils aber auch von lieben Menschen geschenkt wurde: ♥♥♥

Wirklich lesen kann der kleine Herr ja noch nicht, aber er kann Bücher schmecken, zerreißen und daraus vorgelesen bekommen – wenngleich hier die Ausdauer des Vorlesenden deutlich größer ist als die des Vorgelesenbekommenden. Dieser geht lieber schnell wieder zu schmecken und zerreißen über.

Ganz vorne im Bücherregal des kleinen Herren stehen momentan:

Die Häschenschule von Fritz Koch-Gotha und Albert Sixtus

Häschenschule

Dieses Buch hat der kleine Herr zur Geburt bekommen (Danke nochmals @Tina!) und ungefähr seit der Zeit lese ich ihm auch regelmäßig daraus vor. Ich kannte des Buch selbst nicht, fand aber schnell heraus, dass es sich wohl um einen echten Klassiker handelt (auch in unserer Krippe wird daraus vorgelesen). Was ich daran mag sind die Reime, da kann man beim Vorlesen so schön mit der Melodie spielen, was mir und dem kleinen Herrn gleichermaßen Spaß macht. Und natürlich lernt man eine Menge über Hasen!

Frederick von Leo Lionni

frederick

In Buchladen erzählte man mir, die Zeichnungen in diesem Buch seien viel zu abstrakt für ein kleines Baby und wollte es mir daher nicht verkaufen. Ich kaufte es trotzdem, denn auch mir wurde als ich klein war schon aus diesem Buch vorgelesen und ich mag die Geschichte wirklich sehr. Und auch der kleine Herr hat sich bisher weder über die Storyline noch über die Bebilderung beschwert. („Die kleine Raupe Nimmersatt“ wäre das zweite Buch aus meiner Kindheit, das ich heiß und innig liebte. Ich habe es bisher nur noch nicht gekauft, weil mich die vielen Merchandise-Artikel rund um das Buch irgendwie abtörnen.)

Mein Kölner Zoo von Heiko Wrusch

Wimmelbuch

Natürlich ist der kleine Herr noch viel zu klein für so ein Wimmelbuch, jedenfalls für dessen ordnungsgemäße Anwendung. Aber da er es beim Wuseln immer wieder aus dem Regal zieht und man mit Heimatkunde nicht früh genug beginnen kann, schauen wir immer wieder gemeinsam rein. Ich muss dann immer schmunzeln, wie das Gewimmel ihn total wuschig macht und er das Buch UNBEDINGT anfassen muss. Das ist ausgesprochen niedlich. Und ich muss zugeben: Ich liebe Wimmelbilderbücher selbst ganz doll (und wir haben davon glücklicherweise noch viele mehr.)

Natürlich haben wir auch echte Babybücher (aus Stoff und aus dicker Pappe), aber die findet der kleine Herr nur geschmacklich spannend und ich dulde sie auch mehr als dass ich sie wertschätze. Die dort abgebildeten Gegenstände zeige ich ihm ohnehin viel lieber „in echt“.

Wie haltet Ihr es mit der Babyliteratur? Gibt es ein oder mehrere Bücher, die ich dem Kleinen auf keinen Fall vorenthalten darf? Ich freue mich auf Eure Tipps.

Lektüre im ersten Lebensjahr

Ähnlich wie für Schwangerschaft, gibt es auch für den Start ins Leben mit Kind zahlreiche Bücher, die einem von Freunden empfohlen werden, die man geschenkt bekommt oder über die man einfach so stolpert. Viele davon sind angeblich Klassiker, die in keinem Elternhaushalt fehlen dürfen.

Da ich ein großer Fan von Büchern bin und mir durch die einschlägige Literatur Orientierung in meinem neuen Leben erhoffte, ergab ich mich gerne dem Sammeltrieb und begann, Bücher „rund ums Baby“ zu horten.

Gestehen muss ich gleich, dass ich in einige davon nur einmal schaute und dass andere bisher gänzlich unbeachtet blieben. Ein paar jedoch, nehme ich seit der kleine Herr da ist, immer wieder zur Hand. Welche das sind, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. (Auch meine persönlichen Flops will ich mit Euch teilen, vielleicht kann ich Euch ja vor einem Fehlkauf bewahren, wobei das ja gerade bei Büchern wirklich oft Geschmacksache ist.)

TOP

Das Baby-Buch, das ich bisher mit Abstand am häufigsten in der Hand hatte ist Babyjahre von Remo H. Largo. (Piper, 12,99 €). Obwohl Babyjahre wohl wirklich DER Klassiker ist, hat es doch ein paar Monate gedauert, bis ich darüber gestolpert bin.

Babyjahre von Remo Largo
Im Prinzip hat Largo zwar ein Erziehungsbuch geschrieben, aber über diesen Aspekt habe ich von Anfang an großzügig hinweg gesehen. Viel interessanter als die Ratschläge, was man wann wie machen kann, um das Kind in seiner Entwicklung bestmöglich zu fördern, fand ich die Übersicht über die verschiedenen Entwicklungsschritte, die Largo nicht nur nach Altersgruppen sondern auch nach Themengebieten (z.B. Motorik, Schlafverhalten, Essen und Trinken, etc.) ordnet. Untermauert von vielen statistischen Daten, findet man hier einen guten Überblick, wann grob (!) welche Entwicklungsschritte anstehen und in welcher Reihenfolge sie sich in der Regel vollziehen. Da jedes Kind in seiner Entwicklung einzigartig ist, sollte man solche Bücher jedoch weder als Checkliste („been there, done that, got the T-shirt“) noch als Rechtfertigung für das große Mütterduell („Mein Kind kann schon _ _ _ , Deins etwa noch nicht?“) sehen. Auch wenn mein kleiner Herr in vielerlei Hinsicht anders war, als das von Largo beschriebene Durchschnittskind, hat mir das Buch schon jetzt das oft geholfen, anhand von kleinen Indizien festzumachen, was der kleine Herr wohl als nächstes entwicklungstechnisch ausheckt. Und es hat mir geholfen, den Kleinen ein bisschen besser zu verstehen. Allein dafür hat Babyjahre meiner Meinung nach schon mindestens eine Goldmedaille verdient.

Etwas weniger wissenschaftlich, aber nicht weniger hilfreich ist Papas heimlicher Favorit:  Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung. (Sansoussi, 12,90 €)

Das Baby: Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung.

Auch wenn das Buch sowohl im Titel als auch in er Aufmachung zunächst mehr wie ein Scherzartikel daher kommt, gelingt es ihm doch, in kompakter und unterhaltsamer Form wichtiges Wissen zu vermitteln. Wer das Buch aufmerksam studiert, hat – auch dank der zahlreichen tollen Illustrationen – am Ende einen ziemlich guten Überblick, wie der Neuankömmling richtig zu warten, aufzubewahren und zu versorgen ist. Und da die Lektüre wirklich kurzweilig ist und man viel Gelegenheit zum Schmunzeln bekommt, finde ich das Buch wirklich empfehlenswert.

FLOP

Ein Buch, an dem man wohl auch nicht vorbei kommt, wenn man die (Baby-)Welt nicht versteht und sich ratsuchend an Google wendet, ist Oje, ich wachse. (Goldmann, 10,99 €).

Oje, ich wachse

Der kleiner Herr hat in den ersten Monaten doch sehr viel geweint und ich wusste oft nicht mehr ein und aus und da war ich nur froh, dass im Internet von vielen Leuten behauptet wurde, dass das Buch mir die ersehnten Antworten geben könnte. Anfangs habe ich das Buch recht oft in der Hand gehabt und mit viel Hin- und Herrechnen haben die bemerkbaren Veränderungen sich auch irgendwie der Schubtheorie der Autoren zuordnen lassen. Wirklich geholfen hat mir das aber dennoch nicht – vielleicht hatte ich mir aber auch einfach zu viel erhofft. Die Checklisten am Ende eines jeden Schubes fand ich sogar mehr als merkwürdig: Was wenn hier nicht genügend Häkchen setzen kann? Muss ich mir dann (neben allem anderen) am Ende noch Sorgen um die zeitgemäße Entwicklung meines Kindes machen? Das wurde mir dann doch zu viel und ich fand auch nicht, dass die Kapitel inhaltlich viel zu bieten hatten und dass sie sich zu großen Teilen wiederholten. Aus meiner Sicht also definitiv kein Kauftipp!

Ein Buch, mit dem ich auch überhaupt nichts anfangen konnte, war Das glücklichste Baby der Welt von Harvey Karp, das dummerweise von allen Seiten sehr gelobt wird. (Goldmann, 9,99 €)

Das glücklichste Baby der Welt

Das Buch richtet sich vor allem an Eltern, die Schwierigkeiten haben, ihr Kind zu beruhigen. Damit traf Karp also zunächst mal bei mir absolut ins Schwarze und auch die persönliche Empfehlung einer anderen „betroffenen“ Mutter machte mir Hoffnung. Laut Karp lässt sich mit seiner „5-S-Methode“ jedes noch so unruhige Kind im Handumdrehen beruhigen und zum Schlafen bringen. Im Einzelnen sind das: Strammes Einwickeln, Seiten-/Bauchlage, Sch-Beruhigungslaut, Schaukeln, Saugen – und zwar in genau dieser Reihenfolge. So sehr ich hoffte, damit mein Problemchen in den Griff zu bekommen, so wenig funktionierte die Methode bei uns.

Es fing damit an, dass weder der kleine Herr noch ich von der Idee des Puckens sonderlich angetan waren. Dass das wohl am Anfang „normal“ ist, half mir nicht. Der Zwerg weinte und genau das wollte ich ja eigentlich verhindern. Und dann diese Seiten-/Bauchlage-Geschichte. Ich hatte Angst vor SIDS und Karp empfahl genau das zu tun, was ich wegen SIDS eigentlich nicht tun sollte. Schwierig. Mit meinen verzweifelten Sch-Lauten drang ich ohnehin nie zu meinem weinenden Baby durch. Schaukeln half, saugen auch, aber beides immer nur für den Moment.

Vielleicht glaubte ich nicht genug an Karps-Methode, vielleicht behagte mir einfach auch dieses Gefühl das Kind „abstellen“ zu können nicht so richtig. Jedenfalls schaffte es das Buch nur auf meine Flop-Liste.

Vielleicht habt ja auch Ihr einen Buchtipp fürs erste Lebensjahr, den Ihr unbedingt weitergeben möchtet oder möchtet andere vor einem Fehlkauf bewahren. Ich freue mich über jeden Tipp und jede „Warnung“!

Treue Schwangerschaftsbegleiter

Die Fraktion der Erstschwangeren spaltet sich meiner Erfahrung nach in die, die alles am liebsten auf sich zu kommen lassen möchten und die, die es gerne so schnell wie möglich so genau wie möglich wissen möchten. Ich gehöre zu den Genauwissenwollerinnen. Glücklicherweise haben lange vor den App-Entwicklern die Verlage die Zielgruppe „Mama“ in all ihren Ausprägungen entdeckt. Und so stieß ich durch Stöbern und Empfehlungen auf eine Reihe von Schwangerschaftsbegleitern in Buchform, von denen ich drei gekauft und durchgeblättert habe, um am Ende bei einem wirklich hängen zu bleiben.

Meine Nummer eins: „Alles über meine Schwangerschaft Tag für Tag“ von Dr. Maggie Blott, erschienen bei Dorling Kindersley

Preis: 26,95 €

Alles über meine Schwangerschaft

Weder der „sprechende“ Titel noch die Gestaltung des Covers begeisterten mich auf Anhieb für das Buch. Umso erstaunlicher, dass wir trotz aller Widrigkeiten dennoch zueinander gefunden haben. Nachdem ich den Schinken etwa in der Mitte meiner Schwangerschaft entdeckt und gleich geschickt im Bad platziert hatte, mauserte er sich zu einem willkommenen täglichen Begleiter und Ratgeber zu allen möglichen Themen, die einen während der Schwangerschaft so beschäftigen. Und ich liebte es, dass ich wirklich jeden Tag etwas Neues zu lesen bekam! Durch die kurzen aber informativen Texte und die ansprechende Aufmachung stieg das Buch auch beim Mann schnell zur favorisierten Klolektüre auf.

Nummer zwei auf meiner Liste ist: „Die Schwangerschaftsbibel“ von Dr. Anne Deans aus dem Südwest Verlag

Preis: 29,95 €

Ein Klassiker unter den Schwangerenbüchern und meine „Einstiegslektüre“. Woche für Woche werden die Entwicklung des Fötus und die Veränderungen, die die werdende Mama spürt, beschrieben. Außerdem gibt es immer wieder geballtes Expertenwissen zu verschiedenen Fokusthemen (Schwangerschaft für Väter, Wehen und Geburt, Babypflege und vieles mehr). Aber Achtung: Wer schwache Nerven hat, sollte nicht zu viel im hinteren Buchteil herum lesen, denn da steht geschrieben, was so alles schief gehen kann.

Schwangerschaftsbibel

Zu guter Letzt sei auch noch „Meine Schwangerschaft Woche für Woche: Medizinischer Hintergrund und praktischer Rat“ von Lesley Regan – ebenfalls aus dem Hause Dorling Kindersley – erwähnt.

Preis: 24,95 €

Im Prinzip die entschleunigte Version von meiner Nummer eins, für alle, denen es ausreicht, einmal die Woche auf den neuesten Stand gebracht zu werden. Wie üblich bei Dorling Kindersley ist das Buch ansprechend aufgemacht und man liest und blättert wirklich gerne darin!

meine schwangerschaft woche für woche

Da der Zauber aller dieser Bücher nach dem Ende der Schwangerschaft wie weggeflogen ist: Es gibt viele Schwangere da draußen, die auch an gut erhaltenen gebrauchten Exemplaren interessiert sind.