Kein Kommentar

… hat den Umzug vom alten zum neuen Host völlig unbeschadet überstanden. Ein paar konnte ich dank der Unordnung in meiner Inbox rekonstruieren, andere habe ich auf Grund derselben Unordnung leider nicht mehr wiedergefunden. Solltet Ihr Euren Kommentar also nicht wiederfinden, so ist er nicht etwa meiner sehr strengen Zensur zum Opfer gefallen, sondern den Tücken der moderen Technik. Mea culpa, me maxima culpa.

Mando Wow

1. Mando Diao haben nicht bei DSDS gewonnen.

Aber wer wird an dieser Stelle kleinlich sein? Schliesslich bestand ein Fünkchen Hoffnung, dass in Schweden auch ohne Bohlen & Co. echte Stars gemacht werden. Genug Hoffnung also, zwei Karten für das Münchner Konzert zu erstehen.

2. Mando Diao sind nicht Thomas Godoj.

Klingt plausibel. Ist es auch. Beeindruckend ist aber, dass man das schon bei der Parkplatzsuche merkt. Während man bei Thomas “Ich-krieg-keinen-graden-Satz-heraus-habe-aber-eine-geile-Stimme”-Godoj hübsch vor der Eingangstür parken konnte, musste man sich den Weg nach Schweden nass latschend erarbeiten.

3. Es fällt nicht auf, wenn man den Text nicht kennt.

Ehrlich gestanden kannte ich bis gestern (wissentlich) nur ein einziges Lied von Mando Diao. Trotzdem hat mein Bedürfnis bei allen Liedern lautstark mitzugröhlen niemanden gestört. Vermutlich kannten die anderen die Texte auch nicht.

4. Tiefergelegte Mando Diaoisten.

Ich vertrete hiermit öffentlich die These, dass Menschen mit kurzen Gliedmaßen unterhalb der Gürtellinie in ihrer Grundgesamtheit eine bemerkenswerte Affinität zu schwedischer Rockmusik haben. Ich kann das nicht beweisen, bin aber durch nichts und niemanden von dieser Idee abzubringen. Lange Stelzen wie die meinen sind bei solchen Anlässen absolut unangemessen. Insbesondere dann, wenn sie in Jeans und Stiefeletten stecken.

5. Dem Styling den Kampf angesagt.

Wer Rockmusik mag und was auf sich hält, pfeifft auf hübsche Outfits. Das war schon so, als wir uns als Teenager bei Rock am Ring im Schlamm suhlten. Das heisst aber nicht, dass man einfach irgendwas anziehen sollte. Auch jenseits der Hochglanzbroschüren gibt es einen Stylekodex, dem man sich tunlichst unterwerfen sollte. Beim gestrigen Anlass wurde dieser wie folgt gelebt: Die Damenwelt trug Sackhemdkleid (z.B. im Marinelook), türkise Wollmützen mit Strickblumen & Stiefel im Chinesischer-Faltenhund-Stil. Die Herren der Schöpfung waren mit sich nach untern verjüngenden Jeanshosen, Chucks & Fanshirts perfekt gekleidet.

6. Was sonst noch wichtig war.

Die Toiletten- und Bierbarschlangen haben weder gebissen noch gewürgt. Lediglich die Garderobenschlangen, die nach dem Konzert plötzlich aus ihren Löchern gekrochen kamen, können als mindestens gemeingefährlich bezeichnet werden.

7. Ach ja – das Konzert!

(Die Vorgruppe “The View” habe ich schon jetzt wieder aus meinem Gedächtnis geschubst. Das war nix. Deswegen gehe ich auch nur in hellgrau & innerhalb von Klammern überhaupt darauf ein.)

Aber Mando Diao: das war absolut und ohne Einschränkungen ganz großes Schwedentennis. Der Björn Borg unter den Konzerten.

Schmitz’ Katze

Schmitz’ haben ein Problem. Und das schon seit Jahren. Ihre Katze ist – trotz ihres inzwischen biblischen Alters – nicht annähernd die ruhige und sanfte Zeitgenossin, die sich die Schmitzens gewünscht hatten, als sie sie damals einem befreundeten Landwirt abtrotzten. Sie ist nicht nur kratzbürstig und widerborstig, sie hat darüber hinaus auch noch die unangenehme Eigenart, in einem bis dahin unbekannten Ausmaß abzugehen. Sowohl die fulminante Geschwindigkeit ihres Abgehens als auch der modus abgehendi haben dafür gesorgt, dass die Katze der Schmitzens inzwischen weit über die Grenzen der Schmitz’chen Wohnung hinaus bekannt ist. Den Schmitzens ist das peinlich. In ihrer Verzweiflung haben sie sich nun Hilfe bei den Nachbarn gesucht. Sie hoffen, dass Problem mit Hilfe von Nachbars Lumpi lösen zu können.

Bekannt verzogen

Großreinegemacht – Domain wiedergefunden – überrascht geguckt – in die Hände gespuckt – WordPress runtergeladen – dem Sonnenschein schöne Augen gemacht – extrem geblogbastelt – den Sonnenschein getröstet – dem Sonnenschein gratuliert – über alle vier Backen gestrahlt – zusammengepackt – rüber gemacht.

Nicht gesellschaftsunfähig

Gequält von einer eviangefüllten Blase, auf Füßen, denen den ganzen Tag „Feine Damen“-Schuhe aufgezwungen wurden, die Schulter schmerzend von der Schlepptoptasche und mit einer pressluftbehämmerten Schläfe musste ich Straßenbahn fahren. Um mich herum schrien sich Frauen in erbrochenem Deutsch an. (Warum muss auf ausländisch eigentlich immer so geschrien werden?) Plötzlich dachte ich: Was, wenn Du Dir nun einfach die Hosen vollmachst, um Deine Blase zu befreien? Und wenn Du die Frauen anschreist, sie sollen auf der Stelle ihre blöden Schnäbel halten, weil es in Deinem Kopf unaufhörlich hämmert? Und wenn Du Dir die viel zu hohen Schuhe ausziehst und auf Socken rumläufst? Was dann? Aufmüpfige Gedanken waren das, die während dieser Straßenbahnfahrt durch meinen Kopf schossen. Ich war mehr als bereit, über meine guten Erziehung hinweg zu sehen. Dann kam meine Haltestelle. Und ich stöckelte kleinlaut und mit zusammengekniffenen Knien nach Hause….

Von jungen Hunden und anderen Viechern

Ich sitze hier belanglos vor mich hin und starre durch den schmalen Schlitz zwischen den Vorhängen auf ein Stück Himmel und auf vorbeiziehende Zugbruchteile.  Die Urbanität räkelt sich genüsslich vor meinem Vorhangschlitz und schämt sich nicht einmal für ihre aufreizende Art. Ich kann nicht behaupten, dass mir die Stadt in warmen Wogen entgegenschlägt, das nicht. Aber dennoch fühle ich mich in der Umarmung der Bahngleise heimischer als sonst irgendwo in den letzten Jahren. Und größer und stärker. Bis am Montagmorgen der Wecker schellt und meine schöne neue Welt mit einer harmlos daher kommenden Tonfolge wieder für 5 Tage in Schutt und Asche legt. Wenn ich könnte, ich würde junge Hunde kriegen.