Berlin, Du nervst.

Berlin

Es ist nicht Deine Schuld, Berlin, dass wir beide miteinander nicht klarkommen. Du wirst sagen, dass es viel mehr über mich aussagt, als über Dich. Vermutlich hast Du recht – so? Ich gebe mir jedenfalls wirklich jedes Mal redlich Mühe, Dich zu mögen. Das vielfältige Angebot an Speisen aus der ganzen Welt, die freundlichen Preise für ebendiese, die Spätis, Cafés und außergewöhnlichen Clubs. Ich ermahne mich all das und mehr auf Deinem Haben-Konto zu verbuchen. Akribisch, denn man will ja nicht ungerecht sein. Eine Weile geht das gut, insbesondere dann, wenn die Sonne scheint. Aber so sehr ich mich auch abmühe, großzügig mit Dir zu sein, es kommt irgendwann immer dieser Punkt, da kippt die Stimmung und Du nervst und zwar volles Programm. Dann bist Du mir nur noch zu groß, zu laut, zu versifft, zu verhuscht, zu Hipster, zu gechillt und einfach zu überall. Und dann bekomme ich die schlechteste Laune, die zu bekommen ich in der Lage bin und muss heim, am liebsten sofort. Keine andere Stadt hat es je geschafft, mich so an meine Grenzen zu führen wie Du, Berlin. Und trotzdem, nein – gerade deshalb, komme ich jedes Mal gerne wieder.

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