Erstausstattung: Zu viel und zu wenig

spucktücherErstaustattung, auch so ein Thema!

Man findet Erstaustattungslisten in jedem Schwangerschaftsbuch und auf zahlreichen Internetseiten. Hinzu kommen die gut gemeinten Tipps sämtlicher Mütter im Umfeld, seien sie 20 oder 90. Und weil man von allen Seiten mit so vielen Empfehlungen bespielt wird, nimmt man sie irgendwann an – und wenn es um des lieben Friedens willen ist. Und was soll ich sagen? (Weil) oder obwohl ich auf Listen und Ratschläge hörte, war meine Wickelkommode am Anfang nicht wirklich gut ausgestattet. Es gab Dinge, die ich nie brauchte. Und dann gab es Dinge nicht (oder zu wenig), die ich ganz dringend gebraucht hätte. Und da es auf einen Ratgeber mehr oder weniger nun auch nicht mehr ankommt, nachfolgend mein Senf zum Thema:

Kleidung

Egal, was die Ratgeber und Leute sagen: Besorgt Euch genügend kleine Sachen (Gr. 56). Ob diese geliehen, getauscht oder gekauft sind ist völlig wurscht. Das deutsche Durchschnittsbaby (ca. 50 cm / ca. 3.500 gr) verdoppelt seine Größe und sein Gewicht nicht binnen kürzester Zeit. Und an den ganz besonderen Tagen muss man so ein Outfit auch zwei bis drei Mal von Kopf bis Fuß erneuern.

Obwohl ich mich klamottentechnisch auch durch die großzügige Leihgabe einer lieben Freundin wirklich gut ausgestattet wähnte, musste ich schnell feststellen, dass es mir in den kleinen Größen an nahezu allem fehlte. Und so musste ich als erstes mal Nachschub ranschaffen, was vom Wochenbett aus mehr Last als Lust ist, selbst wenn man so gerne einkauft wie ich! Ich habe in den ersten Wochen übrigens die „Babyjogginghose“ für mich entdeckt, wohl auch weil ich nach einer Woche Krankenhauskluft eine ausgeprägte Stramplerallergie hatte.

Überhaupt fand und finde ich alles was overallesk daher kommt eher unpraktisch. Man muss das Kind viel zu sehr biegen und zerren, um es da ordentlich hinein zu bekommen. Speziell einige der niedlichen Pyjamas und Spielanzüge erwiesen sich als extrem unpraktisch. Wenn Overall, dann nur so ein Ding, dass man von oben bis unten durchknöpfen kann!

Gerade am Anfang kann man sich eine Menge kleines Gemecker ersparen, wenn man möglichst auf Dinge verzichtet, die über den Kopf gezogen werden. Ich besorgte mir massenweise Knöpf- und Bindebodys und verbannte alle anderen in die hinterste Ecke der Schublade. Das kam dem Zwerg sehr entgegen, der erstmal für eine Weile die Nase von „über den Kopf stülpen“ voll hatte und mir, da man bei Wickelbodys nicht versehentlich die falschen Stellen am Kopf drückt.

Wenn ihr nicht gerade ein total gechilltes Baby habt, dann sind Mützen ohne Kinnband am Anfang nicht zu empfehlen. Einmal kurz im Kinderwagen hin und her gerutscht und die Mütze hängt über den Augen und die Ohren liegen frei. Mein Zwerg hat das dank seines hohen Aktivitätslevels sogar mit gebundenen Mützen geschafft, die einfachen zum Überziehen hatte er binnen Sekunden weg gewigglet.

Winzige Antikratzhandschuhe fand ich übrigens absolut verzichtbar. Auch wenn mir das Konzept vorher schlüssig erschien (und ich brav welche besorgte), habe ich als er dann da war, nicht ein Mal darüber nachgedacht, dem Zwerg die Dinger überzuziehen. Am Anfang habe ich das, was kratzen könnte, einfach ganz vorsichtig abgepiddelt. Und an ganz ängstlichen Tagen habe ich einfach die Ärmel des Bodys ein bisschen über die Hände gezogen. Ich hatte mit den ganzen anderen Schichten und den dazu gehörigen Knöpfchen und Schnürrchen schon genug Gefummel und irgendwie fand ich es auch viel zu schade, diese wunderbaren, kleinen, weichen Händchen nicht nach Belieben halten zu können.

Persönlich fand ich in den ersten Wochen auch Kapuzenjacken und jegliche Art von Shirt eher unpraktisch. Und die Söckchen hielten nur, wenn ich sie über und nicht unter die Hosen zog.

Sonstige Textilien

Spucktücher, Leute, kauft Spucktücher! Ich hatte zu Beginn vier und dachte „boah, ganz schön viele“, heute sind es gut und gerne vier mal so viele und sie sind dennoch meistens alle in der Schmutzwäsche. Ich habe übrigens auch ganz besonders hübsche und handgefertigte Spucklappen gekauft, die nun alle neben den Über-den-Kopf-zieh-Sachen hinten in der Schublade liegen. Nur das gute alte Mull-Spucktuch konnte mich bisher wirklich überzeugen.

Die wasserundurchlässigen Betteinlagen, die ich auch aufgrund irgendeines Tipps gekauft hatte, dienten ausschließlich dazu, den Kinderwagen darauf zu parken, damit das Parkett nicht fies wird. Ins Bett kamen sie genau so wenig wie das hübsche Bettnestchen, das ich gefühlt kurz nach dem ersten Ultraschall gekauft habe.

Vielleicht ist es Euch bei der Erstaustattung ja anders gegangen und ihr habt Euch perfekt ausgerüstet gefühlt. Falls nicht, verratet doch mal, was bei Euch so „im Argen“ lag!

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Oh ja, ich finde Strampler auch furchtbar. Und Spucktücher… in jeder Ecke liegt ein sauberes, in der Wäschetonne tausend schmutzige. :)
    Das mit der kleinen Kleidung kann ich hier allerdings nicht bestätigen, ich hab so ein schnell wachsendes Baby, das nur sehr kurz in Größe 56 passte, da war ich froh dass fast alles Kleine geliehen war und ich da kaum Geld für ausgegeben habe.

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    • Mellcolm

      Vielleicht war mein Zwerg einfach besonders lange klein. Mich hat das total frustriert, dass er „nix“ zum anziehen hat. Ich hatte viele größere Sachen, aber darin habe ich ihn kaum wiedergefunden.

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  2. Meine Kleine ist auch anfangs in den normalen Erstlingsgrößen „ertrunken“, so dass ich nachkaufen musste. Bei dreimaligem umziehen am Tag wurde es nämlich knapp…
    Und dann hat sie innerhalb weniger Tage so zugelegt, dass ich das selbe Nachkaufspiel bei der nächsten Größe hatte ;-)
    Und eine Ergänzung zur Liste unnötiger Sachen hätte ich: Schlafanzüge brauche ich gar nicht…Sie schläft mit Body u Schlafsack… Und tagsüber in ihren Sachen, evtl leicht zugedeckt….

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