Mellcolms Sommerfrische, Teil V: Ein Kaiserschmarrn für sechs

Seilbahn

29.05.2011, Schatzerhütte – Plose Hütte – Rossalm – Schatzerhütte

Ausgeschlafen brachen wir erneut über den üppig gedeckten Frühstückstisch herein, gierig, als würde es kein Morgen geben. Nachdem dutzende eigener und zusammengeklauter Brotscheiben sicher den anwesenden Mägen verstaut worden waren, konnte es mit der zweiten Wanderung losgehen. Die Voraussetzungen hätten besser nicht sein können: Der Schnee schien so gut wie Geschichte zu sein und diesmal hatten wir sogar die Wanderkarte eingepackt, die uns dann auch bereits an der ersten Weggabelung vor einem ausgewachsenen Irrtum bewahrte.

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Mellcolms Sommerfrische, Teil IV: Brot und Spiele

Schlutzkrapfen

28. Mai 2011, am Abend auf der Hütte

Abendbrotexkurs: Obwohl man aus sentimentalen Gründen geneigt ist zu glauben, dass jedes vom Hüttenwirt servierte Tier zu Tode gestreichelt wurde, lebt es sich auch als Vegetarier auf Südtiroler Berghütten ausgezeichnet. Die Ratlosigkeit, die einem bisweilen entgegengebracht wird, wenn man freiwillig (!) auf Fisch und Fleisch verzichtet kann nämlich im besten Fall dazu führen, dass die Küche – aus Angst man könne an Ort und Stelle verhungern -regelmäßig über sich hinaus wächst. Für uns zeigte sich das in größeren Portionen und zusätzlichen deftigen Schmankerln in Form von Kasnocken oder Schlutzkrapfen – kurz allem, was bei jeder ordentlichen Diät auf dem Index steht. Es verwundert daher nicht, dass wir die beim Wandern verbratenen und akribisch gezählten Kalorien mit den vegetarischen Schlemmerplatten gleich doppelt und dreifach wieder reinholten.

Schlutzkrapfen

Kartenspielexkurs: Drei Tische weiter erklärte ein neuer Herr einer neuen Dame eben so geduldig wie sein Vorerklärer über Stunden hinweg irgendein Kartenspiel. Auch sie lächelte freundlich dazu, verstand das Spiel aber offensichtlich bis zuletzt nicht. Warum die Beiden nicht einfach Mau Mau spielten ist mir bis heute unklar.

Foto: Philippe Wyssen

Mellcolms Sommerfrische, Teil III: Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schnee im Mai

28. Mai 2011, Schatzerhütte – Palmschoss – Halslhütte – Schatzerhütte

30 cm Neuschnee, so einfach über Nacht und weit und breit keine Sonne, die diesem peinlichen Wetter-Fauxpas ein würdiges Ende hätte bereiten können.

Schnee im Mai
Zugegeben: Nur rund vier Monate zuvor wäre uns am selben Ort vor Freude über den Schnee das Herz übergegangen, aber im Sommerurlaub Ende Mai braucht so etwas kein Mensch. Und das schon gar nicht, wenn man in freudiger Erwartung des Südtiroler Hochsommers nur leichte Leibchen und dergleichen im Gepäck hat. Weiterlesen

Mellcolms Sommerfrische, Teil II: Von Böcken und Kartoffeln

Hunger

27. Mai 2011, am Abend auf der Hütte

Es geht ja nichts über das Gefühl des Ankommens. Und so waren auch wir mehr als zufrieden mit uns, als wir die weite Anreise aus der Schweiz und aus etwaigen, nicht wesentlichen Nachbarstaaten der Schweiz schadlos und weitestgehend (i.e. zu 83,3%) trockenen Fußes überstanden hatten. Oben (2004 m) angekommen wurden wir vom freundlichen Hüttenwirt und dessen nicht minder freundlicher Hüttenmannschaft bereits erwartet und binnen Sekunden in zwei Luxuschalets verfrachtet.

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Mellcolms Sommerfrische, Teil I: Die Anreise ins Vergessen

Plosewasser

27. Mai 2011: München – Brixen – Plose

Wenn man mit dem Zug verreisen will, dann ist es über die Maßen geschickt, die für den Kauf der Tickets benutzte BahnCard mitzunehmen. Will man außerdem auf dieser Reise mehrere Tage oberhalb von 2000 m wandernd verbringen, dann kann es zudem nützlich sein, einen Pullover, eine Jacke oder irgendwas anderes mit langen Ärmeln im Gepäck zu haben. Gedenkt man schließlich, in einer einfachen Berghütte* zu nächtigen, kann ein Handtuch das Wandergepäck durchaus sinnvoll ergänzen.

Hat man das alles wider besseren Wissens nicht beachtet, ist man selbst schuld.

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