Irgendsoein Gespräch – Die ungeschönte Wahrheit

Freitagnachmittag im Zug. Zwei ältere Damen fahren (im meinem [!] Abteil) in die Sommerfrische.
(Erste, leicht geschönte Fassung.)

Die Eine: “Das letzte Mal als wir hier vorbei gefahren sind, das muss damals gewesen sein, als der Hans die Nierensteine hatte, da hat es hier auch geregnet.”
Darauf die Andere: “Schau mal. Eine Kuh. Die frisst Gras.”

Darauf die Eine: “Ja, die frisst Gras. Egal ob es regnet.”
Dann die Andere:
“Ach. Da ist der Schaffner. Ein netter junger Mann.”
Darauf die Eine:
“Ich habe immer Probleme mit meinen Füßen. Besonders mit dem Rechten, oder war es der Linke? Nein, der Linke ist seit der Operation an der Hüfte eigentlich in Ordnung.”

Weiterlesen

Sag mir wie Du heißt und ich sag Dir, ob ich Dich lesen werde

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber bei mir liest beim Lesen auch immer das Auge ein Stück weit mit. Und das Hirn, sofern wach und pflichtbewusst, hirnt – ganz Ästhet- gleichsam vor sich hin. Und weil die beiden sich in manchem Moment so außerordentlich gut verstehen, finden sich in meinem eher prall gefüllten Bücherregal zahlreiche Werke, die ich einzig, allein und ausschließlich wegen ihres außergewöhnlichen Titels gekauft habe. Interessanterweise lag ich mit meinem seltsamen Auswahlverfahren in den allermeisten Fällen für mich goldrichtig. Und selbst wenn der Kauf dieser Bücher mit bedeutungsschwangeren oder bedeutungsentbundenen Titeln am Ende nur dem Zwecke hätte dienen können, sie hier und an dieser Stelle unter Schmunzeln vorzuführen, dann wäre das für sich genommen auch schon mal reichlich dufte gewesen.

Hier also meine all-time-Title-Favs. Die Sternchen zeigen Euch, wie hervorragend Auge und Hirn für mich ausgewählt haben.

Und was habt Ihr dem hinzuzufügen?

Abenteuer Deutsche Bahn. Heute: Leben ohne Kinderstube

Für  übermäßige Freundlichkeit ist die Bahn schon von jeher nicht bekannt, aber die meisten Mitarbeiter haben aber doch so viel Anstand, dem Fahrgast gegenüber höflich und respektvoll zu bleiben. Und wenn sie ihren Job nicht so sehr lieben, dass sie jeden Tag fröhlich pfeifend durch die Abteile hüpfen, dann ist das meines Erachtens in Ordnung und ihre Sache. Schließlich pfeife ich auch nicht, wenn mir nicht danach ist. Und wenn das Prinzip mit dem Wald gilt – und davon bin ich felsenfest überzeugt – dann bekommen Miesepeter von den wenigstens Fahrgästen spontan Blumen geschenkt. Und in sofern gleicht sich alles wieder aus. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Und diejenigen, die doch fröhlich pfeifen und andere an ihrer Freude teilhaben lassen, die ernten ganz sicher Ähnliches. Weiterlesen

Im Biergartenparadies

Biergärten gibt es in München wie Sand am Meer. Ein Meer gibt es in München hingegen nicht. Deshalb entscheidet man sich stattdessen immer für den Biergartenbesuch. Aber auch unter den Biergärten gibt es so’ne und solche und ähnlich wie bei der Suche nach dem richtigen Sand am richtigen Meer verhält es sich in Städten wie dieser bei der Suche nach dem richtigen Biergarten.

Dumm ist, dass es den einen, den allein glückselig machenden Biergarten gar nicht gibt. Es kommt nämlich immer auf den Einzelfall an. Und die Umstände spielen selbstverständlich auch eine nicht kleinzuredende Rolle. Ein Biergarten, der einen an einem Tag wie der (Bier)garten Eden höchst persönlich vorkommen mag, kann schon am nächsten Tag den Kampf um die Gunst des Biergartengängers an seinen hässlichen Stiefbruder verlieren. Ein tägliches Vabanquespiel, bei dem es stets nur einen Gewinner gibt. Weiterlesen