Zurück in Zuhausistan

“Zurück in Zuhausistan” ist im Juni 2010 zuerst im stijlroyal Heimatmagazin erschienen, für das ich die Geschichte auch ursprünglich geschrieben hatte.

Wohntechnisch sind die ersten 18 eine einzige Aneinanderreihung von Kindergeburtstagen. So lange man die Füße unter den elterlichen Tisch stellt, muss man zwar nach der elterlichen Pfeife tanzen, man muss sich aber wenigstens nicht noch um die Beschaffung und Platzierung des besagten Möbelstückes kümmern. Kurz: Im Zuhausistan herrscht derjenige, der per definitionem dafür zuständig ist: Die Mamas und die Papas. Und etwaige andere Diktatoren.

Irgendwann ist der Spaß dann vorbei. Von einem Tag auf den anderen wird einem der  Koffer vor die Tür gestellt. Vertreibung aus dem Paradies. In die Arme der Schlange. Vielleicht mit ein bisschen treiben lassen. Vorbei ist es mit Toast Hawaii und gebügelten Handtüchern. Vorbei ist es mit Vorschriften und Regeln und dem Tisch, unter dem schon lange nicht mehr genügend Platz für all die Füße ist. Das ist  Emanzipation. Erwachsenwerden. Das große Tschüß. Mit Fanfaren und Knabenchor. Weiterlesen

mellcolm wird heraus geputzt

Gestern hat das Blögchen das vierte neue Theme bekommen. Wir haben uns beide sehr darüber gefreut. Ich, weil das Blögchen mit jedem neuen Theme noch hübscher wird, es, weil es mit jedem neuen Theme noch wertvoller wird. Ein wahres Luxusluder, das ich mir über die Jahre da heran gezüchtet habe.

Fast hätte es mich sogar dazu überredet, ihm noch zwei Gucchi-Schriftarten dazu zu kaufen, aber im letzten Moment konnte mir meine rechte Hand die Kreditkarte aus der linken entwenden und sie in der Sofaritze verstecken.

Besonderes wundervoll finden wir beide übrigens, dass die gute Frau @frauenfuss uns großzügigerweise erlaubte, ihr #immf-Kunstwerk portionsweise für das Umstyling zu verwenden. Ganz bezaubernd ist das und wir sind unendlich dankbar.

Natürlich hoffen wir, dass Ihr uns auch mit neuem Kleid gewogen bleibt. Vielleicht mögt Ihr uns ja auch mitteilen, wie es Euch gefällt.

Projekt: Paul. Letzter Spieltag.

Dieses Finale hat ungefähr so viel Spaß gemacht wie ein Zahnarzttermin bei einem ausgebildeten Maurer während eines schweren Gewittersturms in einem zweimal ausgemusterten Aeroflot-Jet an der afghanischen Grenze.

Bis zum Spielbeginn hätte ich den Holländern den Titel gegönnt, weil sie ja quasi nebenan wohnen, noch nichts Wichtiges gewonnen haben und weil Robben geschützt gehören. Leider kann das Nebenanwohnen aber nicht über das Danebenbenehmen hinwegtrösten, so dass ich nach dem Arschlochfoul (ist doch so!) von de Jong flugs umschwenkte und fortan den Spaniern meine Aufwartung machte. Und hätten sie den Teil mit der „Wartung“ nicht so dermaßen missverstanden, wäre das Ding vielleicht schon in der regulären Spielzeit geritzt gewesen. So mussten wir 116 Minuten des Hauens und Stechens ertragen, bis endlich das erlösende Tor fiel. Weiterlesen

Projekt: Wir sind Ananas. Vierundzwanzigster Spieltag.

Wer nun aber damit gerechnet hatte, dass DIESES deutsche Team die Urus selbst ohne Betreten des Platzes wegpustet, der hat sich maßgeblich geirrt. In Wahrheit hat die Mischpoke der Werhatnochnichtwerwillnochmals eher ein bisschen Glück gehabt, dass sich der schöne Diego nicht noch öfter in die Nähe des Butts vorkämpfen konnte.

Aber vielleicht waren WIR auch einfach bockig und wollten die Ananas nicht. Gewonnen haben wir sie am Ende dennoch. Weil der Thomas und der Joachim auch mal dem Marcell und dem Sami das Toreschießen erlaubt haben. Dem Stefan hätten sie den Spaß auch gegönnt, aber der konnte nur Latte.

Nun ist das deutsche WM Gezauber also vorbei und während unsere Jungs aus ihrer Ananas vermutlich bereits eine leckere Pina Colada zubereitet haben, müssen die Holländer und Spanier heute noch mal ran.

Uruguay gegen Deutschland

Zwei : Drei

Projekt: Wir sind Weltmeister. Irgendwann. Dreiundzwanzigster Spieltag.

Das Tal der Tränen liegt irgendwo hinter dem Kap der guten Hoffnung. Dorthin war ich ein paar Tage verreist. Es ist ein trostloses, ein tiefes Tal. Ist man einmal drin, hat man große Mühe wieder herauszukommen. Es war ein ziemliches Gedränge im Tal der Tränen. Halb Deutschland tummelte sich dort. Vereint in ein und demselben leeren Gesichtsausdruck. Verloren. Rausgeflogen. Ausgeträumt. Weiterlesen

Projekt: Aber gegen wen denn? Zweiundzwanzigster Spieltag.

Das mit den Holländern ist ja schon seit Längerem so eine Sache. Man hasst sie aus Gründen und Prinzip und liebt sie doch gleichermaßen, da sie schlussendlich Nachbarn sind und nicht die schlechtesten, wie man fairerweise sagen muss. Was auf der anderen Seite die Guays betrifft, hat in unseren Gefilden kaum jemand eine dezidierte Meinung, höchstens vielleicht die zwei drei Globetrotter, die im Rahmen ihrer Selbstverwirklichung Mittel- und Südamerika intensivst bereist haben und deshalb Bescheid wissen, wo bei den Paras und den Urus der Hase lang läuft.

Nach dem ersten Halbfinale jedenfalls kann das uruguayische Häschen nun wieder in Ruhe in der Grube sitzen und schlafen, denn gegen van Bronckhorst, Sneijder und Robben hatte selbst der schöne Diego am Ende keine Chance. Holland ist im Finale und alleine schon deswegen müssen WIR nachziehen.

Uruguay gegen Niederlande

Zwei : Drei

Projekt: Wir sind Halbfinale. Einundzwanzigster Spieltag.

Prolog: 1954, 1974, 1990, … Wäre das ein Intelligenztest und ich müsste die Zahlenreihe fortsetzen, dann wüsste ich genau, was da zu stehen hat. Mehr sag‘ ich dazu ohne meinen Anwalt nicht.

Angesichts dessen, was sich da neuerdings auf den deutsch bespielten Fußballplätzen Südafrikas abspielt, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. In der Vorrunde fing es mit Australien ja schon so komisch an, aber die Spiele gegen Serbien und gegen Ghana holten uns dann alle wieder halbwegs in die Realität zurück. Weiterlesen

Projekt: Brasilien sieht Orange. Zwanzigster Spieltag.

Da haben es unsere freundlichen niederländischen Nachbarn doch tatsächlich geschafft, den 117maligen Weltmeister im Viertelfinale aus dem Turnier zu schmeissen. Damit hatte in Brasilien wohl niemand gerechnet und in Holland erst recht nicht. Dass Oranje dabei ein brasilianisches Eigentor durch Felipe Melo ein bisschen half, halte ich für ein kesses Augenzwinkern des Schicksals, zumal das zweite Tor zeigte, dass die Niederländer die brasilianische Schützenhilfe gar nicht brauchten. Weiterlesen