Von Kornkreisen, Apfelkraut und Analogfisch

Letzte Woche hatte ich eines dieser denkwürdigen Erlebnisse, an die man normalerweise im Umfeld von plötzlich vorhandenen Operationsnarben, rätselhaften Kornkreisen und überaus verwirrte Augenzeugen denkt: Ich stieg in mein kleines Raumschiff, um den Analogen einen Besuch abzustatten. Man hatte mich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, mit Familie, Geschenken und selbst gebackenem Kuchen.

Gekonnt mischte ich mich unter das übrige Volk, stets darauf bedacht, meine Tarnung nicht auffliegen zu lassen. Ich plauderte über mein Heimatdorf, rheinische Gepflogenheiten, Apfelkraut, Reibekuchen und die Familie Land. So gut ich es eben vermochte, versuchte ich eine von ihnen zu sein. Weiterlesen

Die Heldin vom Küchentresen

Sie hatte es satt. Jeden Morgen dasselbe Spiel. Ein Knochenjob und so ganz ohne jeden Anspruch. Sie war Mittel zum Zweck, Handlangerin – das unterste Glied in einer langen Befehlskette. Und das schon seit unzählbar vielen Jahren, die sich zu einer überdimensionalen Lakritzschnecke aufrollen ließen, könnte man Jahre nur aufrollen.

Sie machte ihre Sache gut, verdammt gut sogar. Jedes Detail war perfekt abgestimmt, jeder Handgriff saß. Immer. Es war ein von Anfang bis Ende klarer, sauberer und bis ins μ fein geschliffener Prozess, den sie im Schlaf hätte herbeten können. Eine theoretische Erwägung, denn seit um sie herum die Sorgen zunahmen hatten auch der Schlaf und sie sich voneinander entfremdet. Weiterlesen

Von einer die auszog, den Winter das Fürchten zu lehren

Ich kann keinen Schnee mehr sehen. Keinen Pulverschnee. Keinen Feuchtschnee. Keinen Sulz. Und schon gar keinen Schneematsch.

Winter, Du alte Schneeschleuder, Du verlangst einem wirklich einiges ab. Ich meine – von mir aus kannst Du Dich gerne von Mitte November bis Mitte Februar in unseren Gefilden herumtreiben und dort wirklich alles geben. Aber irgendwann ist Schluss mit lustig. Und zwar spätestens jetzt. Wo kämen wir denn hin, wenn hier jeder machen würde, was er will?

Du kannst einpacken, Väterchen Frost. Und Deinen Schnee nehmen. Und Deinen kalten Wind. Die fiesen Salzringe auf den Schuhen. Den verdammten Split, der bei jedem Schritt unter den Füßen knarrt und mit dem man wenn man nicht aufpasst oder von Natur aus bösartig ist noch jeden Parkettboden ruiniert hat. Und diese verdammten Dreckpfützen, die man überall hinterlässt. Weiterlesen

Mit den großen Jungs spielen

Schon als kleines Mädchen wollte ich viel lieber mit den großen Jungs spielen als mit den Mädchen in meinem Alter. Die kennen sich mit dem Leben besser aus und passen auf, dass mir nichts passiert.

Heute Abend darf ich beim Jour Fitz vs.Stijlroyal München auf Einladung von Jan-Uwe Fitz und München 852 sogar vor vielen Menschen bei den Großen mitmischen. Ick freu mir.

München 852