iPad, Du Rampensau.

Natürlich habe ich wie Millionen andere an Steve Jobs Lippen geklebt. Jedenfalls meine Ohren. Gut. Genauer gesagt haben meine Augen am Liveblog geklebt. Wenn dieses gerade mal lief. Aber das sind jetzt Details. Was wirklich zählt: Ich war dabei. (Gibt es dafür eigentlich ein T-Shirt?)

Meinen Enkelkindern werde ich selbstverständlich eine geschönte Geschichte erzählen. Sie würden ohnehin nicht verstehen können, wie so eine einzige Pressekonferenz das Internet lahmlegen kann. Vermutlich würden sie nicht einmal das Konzept Pressekonferenz verstehen. Und Steve Jobs für so was wie Moses halten.

Am Mittwoch sprach Moses von Zahlen. Und war ein bisschen stolz. Und klopfte sich dabei -verdientermaßen- heftig auf die eigenen Schulter. Das Vorspiel interessierte mich nicht besonders.

Aber dann kam der Moment, in dem er meine Zukunft in Händen hielt. Jedenfalls einen kleinen Teil davon. Ein Stück vom Glück. Es war Liebe auf den ersten Blick. Weiterlesen

Berlin-München, 12. Dezember 2009: Im Semmelexpress

Bis vier an einem Ende der Stadt zu feiern und um neun schon wieder gesäubert und gekleidet am anderen Ende der Stadt in einem Zug zu sitzen, den man natürlich auch erst in letzter Sekunde und im Schweiße seines Angesichts erreicht hat, das ist schon eine Glanzleistung für die man sich mit Fug und Recht mindestens bis Leipzig auf die Schulter klopfen sollte.

Das Dumme an diesem straffen Zeitmanagement ist allerdings, dass es einem das beiläufige Schrippenabgreifen gänzlich verunmöglicht. Ein Glück, dass die Deutsche Bahn tief im Innern ihrer Pannenzüge kleine französische Frühstückscafés beherbergt. Das hätte ich selbst nicht besser aushecken können! Dem Bordbistro hatte ich mich schon ein um das andere Mal in eindeutiger Absicht genähert (- Nic Nac’s, Sie wissen schon -), aber das Bordrestaurant hatte ich bis dato aus oralästhetischen Motiven gemieden. Dieses Mal waren mein feinfühliger Gaumen und ich bereit eine Ausnahme zu machen. Nachdem ich mein Badehandtuch reservatorisch auf dem mir zugesprochenen Sitzplatz ausgebreitet und mein Gepäck in die dafür vorgesehene Vorrichtung gewuppt hatte, drapierte ich mich also hungrig, adrett und mit koketter Miene auf der kuschelige Chaiselongue des schienengeführten Gourmettempels. Weiterlesen