Heloise

Das erste Mal haben wir uns letztes Jahr irgendwann im Mai getroffen. Es war in Las Vegas, ich war dienstlich da. Sie wohl auch. Mit ein paar Kollegen lief ich durch Venedig (American edition), wir aßen pizza e gelato, schauten den Gondoliere zu, wie sie Hochzeitspaare durch die kurzen Kanäle schipperten und fühlten uns ganz wie in Bella Italia. Auf schnelle Freundschaften war ich nicht aus an diesem Tag. Die Sonne ging schon langsam unter, als wir zufällig (Was ist schon Zufall im Leben?) am Chloé-Shop vorbei schlenderten. Gelangweilt warf ich einen Blick ins Ladeninnere. Ich habe mich noch nie sehr für Luxus interessiert (Pinocchio). Da stand sie, fand meinen Blick und strahlte mich an wie tausend Sonnen. Sie war mir gleich sympathisch. Eine wie sie war mir bisher nicht begegnet und das machte mich neugierig. Ich ging also rein in den Laden, liess rechts und links aufdringliches Verkaufspersonal unbeachtet zurück und marschierte geradewegs auf sie zu. Ich sagte: “Hi, ich bin Melanie”. Sie hauchte zurück: “Hallo, ich bin Heloise.” Das Eis war gebrochen. Der Grundstein für eine große Freundschaft gelegt.

Leider trennten sich unsere Wege sehr schnell wieder. Heloise war beruflich ortsgebunden und auch ich musste damals zurück in die Schweiz. Aber es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht voller Wonne an sie gedacht hätte. Vor wenigen Tagen dann die große Überraschung – Heloise lebte inzwischen in Deutschland. Sie hatte scheinbar gewechselt, war jetzt bei Ebay. Vor Freude konnte ich mich kaum auf den Beinen halten. Heloise, meine gute alte Heloise! Und sie sah aus wie immer. Kein Anzeichen von Alterung, keine einzige Falte mehr als vor einem Jahr. Kein Abrieb, soweit ich es erkennen konnte. Ich nahm sofort Kontakt auf und machte ihrem Boss ein Angebot, das dieser unmöglich ausschlagen konnte. Es war nicht unmoralisch, das nicht. Aber es war gut. Dann lud ich Heloise zu mir ein. Sagte ihr, dass sie gerne bei mir einziehen könne, wenn sie möchte. Nächste Woche kommt sie nun & ich habe das gute Gefühl, dass sie für immer bleiben wird!

Das ist sie, Heloise:

meine_heloise

Mando Wow

1. Mando Diao haben nicht bei DSDS gewonnen.

Aber wer wird an dieser Stelle kleinlich sein? Schliesslich bestand ein Fünkchen Hoffnung, dass in Schweden auch ohne Bohlen & Co. echte Stars gemacht werden. Genug Hoffnung also, zwei Karten für das Münchner Konzert zu erstehen.

2. Mando Diao sind nicht Thomas Godoj.

Klingt plausibel. Ist es auch. Beeindruckend ist aber, dass man das schon bei der Parkplatzsuche merkt. Während man bei Thomas “Ich-krieg-keinen-graden-Satz-heraus-habe-aber-eine-geile-Stimme”-Godoj hübsch vor der Eingangstür parken konnte, musste man sich den Weg nach Schweden nass latschend erarbeiten.

3. Es fällt nicht auf, wenn man den Text nicht kennt.

Ehrlich gestanden kannte ich bis gestern (wissentlich) nur ein einziges Lied von Mando Diao. Trotzdem hat mein Bedürfnis bei allen Liedern lautstark mitzugröhlen niemanden gestört. Vermutlich kannten die anderen die Texte auch nicht.

4. Tiefergelegte Mando Diaoisten.

Ich vertrete hiermit öffentlich die These, dass Menschen mit kurzen Gliedmaßen unterhalb der Gürtellinie in ihrer Grundgesamtheit eine bemerkenswerte Affinität zu schwedischer Rockmusik haben. Ich kann das nicht beweisen, bin aber durch nichts und niemanden von dieser Idee abzubringen. Lange Stelzen wie die meinen sind bei solchen Anlässen absolut unangemessen. Insbesondere dann, wenn sie in Jeans und Stiefeletten stecken.

5. Dem Styling den Kampf angesagt.

Wer Rockmusik mag und was auf sich hält, pfeifft auf hübsche Outfits. Das war schon so, als wir uns als Teenager bei Rock am Ring im Schlamm suhlten. Das heisst aber nicht, dass man einfach irgendwas anziehen sollte. Auch jenseits der Hochglanzbroschüren gibt es einen Stylekodex, dem man sich tunlichst unterwerfen sollte. Beim gestrigen Anlass wurde dieser wie folgt gelebt: Die Damenwelt trug Sackhemdkleid (z.B. im Marinelook), türkise Wollmützen mit Strickblumen & Stiefel im Chinesischer-Faltenhund-Stil. Die Herren der Schöpfung waren mit sich nach untern verjüngenden Jeanshosen, Chucks & Fanshirts perfekt gekleidet.

6. Was sonst noch wichtig war.

Die Toiletten- und Bierbarschlangen haben weder gebissen noch gewürgt. Lediglich die Garderobenschlangen, die nach dem Konzert plötzlich aus ihren Löchern gekrochen kamen, können als mindestens gemeingefährlich bezeichnet werden.

7. Ach ja – das Konzert!

(Die Vorgruppe “The View” habe ich schon jetzt wieder aus meinem Gedächtnis geschubst. Das war nix. Deswegen gehe ich auch nur in hellgrau & innerhalb von Klammern überhaupt darauf ein.)

Aber Mando Diao: das war absolut und ohne Einschränkungen ganz großes Schwedentennis. Der Björn Borg unter den Konzerten.

Meine erste Kurzgeschichte

Ich habe immer davon geträumt, es irgendwann zu schaffen, allein mit der Kraft meiner Worte eine breite Öffentlichtlichkeit zu erreichen. In meinen Träumen hatte ich es mir zwar ein wenig anders vorgestellt, aber an der Stelle darf man nicht kleinlich sein. Das sind nun wirklich Details.

Mellcolm proudly presents:
Meine erste Kurzgeschichte

Meine erste Kurzgeschichte

Die Lesereise ist bereits in Planung. Daten und Stationen werde in Kürze an dieser Stelle bekannt gegeben. Von Autogrammanfragen und öffentlichen Huldigungen bitte ich abzusehen.

Nachtrag: Mit den 700′000 vernichteten Jobs habe ich nichts zu tun. Schwöre.

Quelle: Blick am Abend, 6.03.2009, Zürich

Germany’s next Topmoppel

Etwas Winkespeck? Ein Doppelkinn? Zwei satte Love Handles? Ein fetter Wanst ? Ein Pferdehintern? Prächtige Cellulite? Enorme Hängebrüste? – Wenn Du bei der kurzen Aufzählung mehr als zwei mal genickt hast, dann bist Du die Richtige für uns. Denn wir suchen Germany’s next Topmoppel. Wenn Du außerdem noch einen Damenbart, faule oder schiefe Zähne, Akne oder X-Beine hast und darüber hinaus doof bist und stinkst, dann schick uns Deine Bewerbungsunterlagen JETZT. Unsere Jury freut sich darauf, Dich vor allen Leuten zu demütigen, Dich durch den Kakao zu ziehen und Dir explizit die Pest an den Hals zu hexen.

(Un)Heilsbringerin Zensur

Die Idee ist einfach: was ich nicht sehe, exisitiert nicht. Kinder machen sich das Prinzip zu eigen, in dem sie sich die Augen zuhalten, wenn es ihnen zu bunt wird. Dass kindliche Mechanismen auch in der Erwachsenenwelt funktionieren, zeigt der jütländische Werbetafelhersteller Lars Nonbye, der der Finanzkrise auf eigene Art den Kampf angesagt hat.

Seit Januar ist es den Mitarbeitern verboten, innerhalb der Firmenmauern über die Finanzkrise zu reden. Damit die schlechten Nachrichten wirklich draussen bleiben, ist ein Praktikant eigens dazu abgestellt, jedwede Berichterstattung zur Krise aus den Zeitungen zu entfernen. Den Mitarbeitern gefällt es – können sie wenigstens während ihrer Arbeitszeit eine Auszeit von der Krise nehmen. Und so macht die Zensur am Ende alle glücklich. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt & ein Spielverderber, wem sich angesichts solcher Maßnahmen die Nackenhaare sträuben.

Das ARD nachtmagazin berichtete: No til finanskrisen.

Schmitz’ Katze

Schmitz’ haben ein Problem. Und das schon seit Jahren. Ihre Katze ist – trotz ihres inzwischen biblischen Alters – nicht annähernd die ruhige und sanfte Zeitgenossin, die sich die Schmitzens gewünscht hatten, als sie sie damals einem befreundeten Landwirt abtrotzten. Sie ist nicht nur kratzbürstig und widerborstig, sie hat darüber hinaus auch noch die unangenehme Eigenart, in einem bis dahin unbekannten Ausmaß abzugehen. Sowohl die fulminante Geschwindigkeit ihres Abgehens als auch der modus abgehendi haben dafür gesorgt, dass die Katze der Schmitzens inzwischen weit über die Grenzen der Schmitz’chen Wohnung hinaus bekannt ist. Den Schmitzens ist das peinlich. In ihrer Verzweiflung haben sie sich nun Hilfe bei den Nachbarn gesucht. Sie hoffen, dass Problem mit Hilfe von Nachbars Lumpi lösen zu können.